Die selige Vorweihnachtszeit zieht heran

Die Fan-Kolumne von Philipp Köster

Das letzte Heimspiel kurz vor Weihnachten ist stets ein besonderes Erlebnis auf der Alm. Die Hälfte der Zuschauerschaft hat Wunderkerzen dabei und schwenkt sie fröhlich in der Luft, bevor sie noch brennend dem Vordermann in den Nacken geworfen werden. Dazu singt das gerührte Volk lauthals "Oh du Fröhliche", dessen veränderter Text über die "To-hore schie-hießende Armini-hia" wohl die einzige nennenswerte Bielefelder Eigenkreation der letzten zwanzig Jahre ist (neben der unvermeidlichen "Ruhrpottmafia" natürlich).

Will sagen, eine ansonsten auf der Alm selten anzutreffende Milde erfasst das Publikum und lässt es gelassen auf die Ereignisse des Jahres 2009 zurückblicken. Auf die souveränen fußballerischen Auftritte der zweiten Bundesliga-Halbserie, in der schon torlose Heimunentschieden gefeiert wurden, als hätte Arminia gerade im Finale der Champions League Barcelona weggebombt. Auf den kurzen Moment, in der die ganze Stadt den Atem anhielt, die Turmuhren aussetzten und die Bevölkerung die Schutzräume aufsuchte – schließlich hatte sich Lothar Matthäus für den Trainerjob in Bielefeld ins Gespräch gebracht.

Und schließlich auf die legendäre Jahreshauptversammlung, die man ohne Probleme auch um den Rosenmontag 2010 herum als Prunksitzung Bielefelder Karnevalisten im ZDF ausstrahlen könnte, ohne dass irgendjemand den Unterschied bemerken würde. Und natürlich auf den Heimsieg gegen Union. Und jetzt alle: O-ho du frö-höhliche.

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