Schalk stellt Strafanzeige gegen Eulberg

Düsseldorf-Spiel geht in die Verlängerung

Bielefeld (rk). Als wenn das Trainerduo Thomas Gerstner/Frank Eulberg nicht schon genug Ärger durch die Ermittlungen des DFB-Kontrollausschusses hätte . . . Jetzt geht auch noch Georg Schalk, umstrittener Schiedsrichter des Bielefelder Spiels in Düsseldorf, in die Offensive. Über seinen Anwalt in München kündigte der 42-Jährige an, juristisch gegen Arminias Co-Trainer Frank Eulberg vorgehen zu wollen. Die Strafanzeige wegen "grob beleidigender Äußerung" solle in den nächsten Tagen bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf gestellt werden. Zudem würden von Schalk, der in mehreren Situationen Arminia bei der 2:3-Niederlage grob benachteiligt hatte, zivilrechtliche Schritte wie die Androhung eines Schmerzensgeldes eingeleitet.

Im Nachklapp zum Spiel in Düsseldorf hatte sich Eulberg zu den Worten "Schwule Sau" hinreißen lassen, sich aber dafür sofort entschuldigt und erklärt, damit auf "einen Disput mit einer Person im Innenraum des Stadions" reagiert zu haben. In der Berichterstattung eines Boulevardblattes war aus Eulbergs Zitat ein "schwuler Schiedsrichter" geworden – ein Anlass für den Deutschen Fußball-Bund, Ermittlungen gegen die Arminia-Trainer aufzunehmen.

Auf Nachfragen zu diesem Thema reagiert Thomas Gerstner gereizt. "Ich kann Ihnen sagen, wo ich und Frank Eulberg am Sonntag sitzen werden – auf unserer Trainerbank", raunzte der DSC-Cheftrainer. Gerstner, heute ab 17 Uhr einer der Gäste beim Radio-Bielefeld-Stammtisch auf dem Süsterplatz, hatte vor laufender Kamera die Forderung gestellt, der Schiedsrichter möge "nie wieder ein Spiel auf deutschem Boden pfeifen". Zu den jeweiligen Vorfällen haben die Bielefelder Trainer schriftliche Erklärungen beim DFB abgegeben. Ein Urteil des Kontrollausschusses wird für den heutigen Freitag erwartet.

Die Leistung von Schalk ist – indirekt – schon durch dieses DFB-Gremium bewertet worden, indem Fortuna-Spieler Ranislav Jovanovic wegen einer Tätlichkeit an Andre Mijatovic zu vier Spielen Sperre verurteilt wurde. Schalk hatte die Szene übersehen und stattdessen für ein vermeintliches Foul von Kasper Risgaard einen Elfmeter gepfiffen, der zum 3:2 führte.

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