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Transparenz und Vertrauen schaffen

Schatzmeister Mamerow und Verwaltungsrat Lütkemeier stellen Ehrenkodex für Vereinsgremien vor

VON PETER BURKAMP
11.12.2009 | Stand 10.12.2009, 17:17 Uhr
Vorstand Andreas Mamerow. - © FOTO: FRÜCHT
Vorstand Andreas Mamerow. | © FOTO: FRÜCHT

Bielefeld. Der Verein gehört den Mitgliedern. Und das Präsidium sowie die übrigen Gremien sind dazu da, für die Eigentümer aufzupassen, dass mit ihrem Verein alles optimal läuft. So sollte es sein. Viele Arminen haben das schon anders empfunden. Deshalb haben Andreas Mamerow (Schatzmeister) und Wilfried Lütkemeier (Verwaltungsrat) einen Ehrenkodex für Arminia Bielefeld ausgearbeitet.

Mamerow trug sich mit dieser Idee schon länger, stieß aber Anfang 2009 mit seinem Vorschlag noch auf wenig Interesse. Es geht in dem Kodex um Ämtertrennung, um Transparenz und um klare Abgrenzung von Aufgabenbereichen. Alles Punkte, die den Einflussbereich des früheren Schatzmeisters und Finanz-Geschäftsführers Roland Kentsch berührten. "Es ist frustrierend zu erleben, wie wenig man tun kann, wenn einer, was nicht will", beschreibt Wilfried Lütkemeier die Situation, in der sich die übrigen Vorstandsmitglieder befanden. Selbst nach mehreren Aufforderungen war Kentsch nicht bereit, seine von allen Seiten kritisierte Doppelrolle zu beenden. Der Wirbel um den mittlerweile beurlaubten Kentsch und die turbulente Jahreshauptversammlung im Juni haben den Boden für einen Ehrenkodex bereitet.

Verwaltungsrat, Ehrenrat und Präsidium haben ihn bereits unterschrieben. Auch die Geschäftsführung der Arminia Bielefeld KGaA und der Aufsichtsrat sollen folgen.

Vorschlag des Bundesjustizministeriums

Der Kodex basiert auf auf einem Vorschlag (Corporate Governance) des Bundesjustizministeriums. Zahlreiche börsennotierte Aktiengesellschaften richten sich nach ihm und ergänzen damit ihre Unternehmensleitlinien. "Mit dem Ehrenkodex wird kein neues Recht geschaffen", erklärt Andreas Mamerow: "Er fasst die Satzung zusammen, enthält Empfehlungen und soll Aufgaben und Pflichten der Gremienmitglieder transparenter und nachvollziehbarer machen."

Der Kodex dient auch den Unterzeichnern. Sie werden an ihre Verantwortung und Pflichten erinnert. "Manch einem muss man sagen, dass er persönlich haftet", meint Lütkemeier. Sehr wichtig ist dem Duo das Thema Transparenz. Die nunmehr 12.000 DSC-Mitglieder sollen sehen: "Was machen die eigentlich", sagt Wilfried Lütkemeier. Deshalb soll auch über sogenannte "öffentliche Teile" von Sitzungen auf Arminias Homepage berichtet werden. Ferner wird künftig offengelegt, wenn ein Gremienmitglied mehr als 50 Prozent seiner Sitzungen versäumt. Der Kodex schließt auch sogenannte "Insichgeschäfte" aus. Sollte ein Mitglied eines Gremiums Geschäfte mit dem Verein machen wollen, so bedarf dies der Genehmigung des Ehrenrats.

"Wir müssen uns kontrollieren lassen"

Mamerow und Lütkemeier sehen in der Einführung des Ehrenkodex eine Form von Qualitätsmanagement. "Wir müssen uns kontrollieren lassen", sagt Wilfried Lütkemeier. So lasse sich nachvollziehen, wer wie intensiv die Ziele des Vereins verfolgt. Zum Kodex zählt auch eine Verschwiegenheitserklärung. Sie soll helfen, dass kontrovers diskutierte Themen innerhalb der Gremien bleiben und jeder nur für seinen Bereich spricht. Zuwiderhandlungen können sogar bestraft werden. Der Kodex ist unter www.arminia-bielefeld.de im Internet unter dem Pfad Verein/Mitglieder einsehbar.

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