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Kleine Klappe, viel dahinter

Gehirnintegrationstraining hilft bei der Stressbewältigung

05.11.2009 | Stand 04.11.2009, 17:12 Uhr
Jonglieren zur Stressbewältigung - © ARMINIA
Jonglieren zur Stressbewältigung | © ARMINIA

Bielefeld (rk). Die Torhüterposition des DSC Arminia als Schwachstelle zu bezeichnen, wäre leicht übertrieben in Anbetracht von sieben gegentorlosen Spielen hintereinander. "Es gibt immer etwas zu verbessern", ist Thomas Schlieck überzeugt, und als "für alles Neue aufgeschlossener" Torwarttrainer hat er seinem Keepertrio gestern eine besondere Übungseinheit zukommen lassen: Koordinationsübungen, Spielformen und Paraden im Piratenlook – mit einer Augenklappe.

Das "Gehirnintegrationstraining" ist eine Methode der Stressbewältigung, die einige aktuelle (Dennis Eilhoff, Oliver Kirch, Daniel Halfar) und ehemalige (Heiko Westermann, Thorben Marx) Arminen seit längerem in Zusammenarbeit mit dem Sportstudio "Injoy" anwenden. "Neu ist, dass wir auf dem Platz üben", sagt Eftimos Kompodietas. Der Bielefelder Ex-Profi ist gemeinsam mit seinem Kollegen Andreas Ellguth, ebenfalls früher beim DSC am Ball, Ansprechpartner für Fußballer, die nach alternativen Wegen zur Leistungssteigerung suchen. "Das klappt natürlich nur, wenn man sich auch öffnet", erklärt Schlieck. Am Beispiel seines Musterschülers lässt sich der Erfolg ablesen: Als zu Beginn der letzten Saison Zweifel an Eilhoffs Erstligatauglichkeit aufkamen, begab der sich in die Mental-Therapie. Ein Jahr später scheint der DSC-Keeper unüberwindlich – seit 671 Minuten hat Eilhoff keinen Fußball mehr aus dem Netz holen müssen.

Dennis Eilhoff, Rowen Fernandez und Niklas Hartmann bei Übungen mit Eftimos Kompodietas (v.l.). - © FOTO: W. RUDOLF
Dennis Eilhoff, Rowen Fernandez und Niklas Hartmann bei Übungen mit Eftimos Kompodietas (v.l.). | © FOTO: W. RUDOLF

Wie selbstverständlich jongliert Arminias Nummer 1 trotz eingeschränkter Sicht auch mit den kleineren Tennisbällen. "Das Augentraining ist gerade für Hochleistungssportler wichtig, weil so zusätzliche Gehirnareale angesprochen werden. Das hilft, stressresistent zu werden", berichtet Kompodietas.

Schlieck wäre es recht, wenn das Injoy-Duo wöchentlich einmal seine Torhüter schulen würde. Auch Übungsformen für die Feldspieler sind vorstellbar. Nur, so Kompodietas: "Solch ein Training darf nicht zu nahe an einem Spiel durchgeführt werden, weil das Gehirn nacharbeitet." Bis Samstag, wenn um 13 Uhr die Partie beim FSV Frankfurt angepfiffen wird, ist für Eilhoff genügend Zeit, sich aufs nächste zu Null vorzubereiten. Dann ohne Augenklappe.

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