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Auf der Dauerwelle des Erfolges

Spitzenreiter schafft mit 2:0 gegen Cottbus den siebten Zu-Null-Sieg hintereinander

VON RAINER KLUSMEYER
02.11.2009 | Stand 02.11.2009, 08:27 Uhr
Nach dem souveränen Heimsieg über den Bundesliga-Mitabsteiger Energie Cottbus feiern die Arminen minutenlang vor dem Fanblock auf der Südtribüne. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Nach dem souveränen Heimsieg über den Bundesliga-Mitabsteiger Energie Cottbus feiern die Arminen minutenlang vor dem Fanblock auf der Südtribüne. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Auf der Dauerwelle 

des Erfolges - © ARMINIA
Auf der Dauerwelle
des Erfolges | © ARMINIA

Bielefeld. Bei seinem bisher viermonatigen trainerischen Wirken in Bielefeld hat Thomas Gerstner nicht den Eindruck erweckt, als habe er vor irgendwas oder irgendjemand Angst. Die Serie des Erfolges aber wirkt sogar auf den Vater des Selbigen "so langsam beängstigend". 2:0 (1:0) gegen Energie Cottbus - der achte Dreipunktegewinn hintereinander, das siebte "zu Null" in Folge, 671 Minuten ohne Gegentreffer, klarer Tabellenführer der Zweiten Liga. Das sind schon mal ein paar gute Gründe, minutenlang mit den treuesten Südtribünen-Fans schwarz-weiß-blauen Walzer zu tanzen.

Von hinten, dem unbezwingbaren Dennis Eilhoff, bis vorn, der rackernden Dauerrennereinsamspitze Chris Katongo, "läuft es bei uns derzeit rund", fasste Gerstner die Ereignisse der samstäglichen 90 Minuten und der letzten Wochen treffend zusammen. Es war - einmal mehr - kein spielerisches Feuerwerk, das den nur 14.100 Zuschauern in der Schüco-Arena offeriert wurde. Nein, dazu fehlte es über weite Phasen zu oft an "Handlungsschnelligkeit und Frische", wie Sport-Geschäftsführer Detlev Dammeier monierte.

Aber die wenigen Eintragungen auf der kurzen Mängelliste sind vor allem dazu geeignet, bei künftigen Trainingseinheiten und Analysesitzungen thematisiert zu werden. Negativen Einfluss auf die Resultate nehmen sie nicht. Weil auch gegen den seinem Vereinsnamen vehement widersprechenden Gast die herausragenden Qualitäten des Zweitliga-Dominators überwogen: Stabilität in der Abwehr, Übersicht im Mittelfeld, Kreativität im entscheidenden Moment, Effizienz im Abschluss.

Ein feines Stück Kreativität

Mit der von Gerstner herausgestrichenen Tatsache, "in System und Ordnung gut zu stehen", ist die Basis für einen Sieg geschaffen. Vorne wird es schon Szenen geben, "punktuell spielerisch" Tore herauszuspielen. Diesmal war es in der 31. und 68. Minute soweit. Pass von Giovanni Federico in den Rücken der Cottbuser Abwehr, direkte Hereingabe von Zlatko Janjic, Hackenvorlage von Chris Katongo, überlegter Schlenzer von Federico ins entfernte Toreck - ein feines Stück Kreativität. Erarbeitet in den vielen Übungsstunden, in denen Wege durch einen undurchdringlich wirkenden Abwehrdschungel aufgezeigt werden.

Diesem 1:0 sehr ähnlich der entscheidende zweite Treffer: Erneut geht’s über links hinter die Energie-Deckung bis fast an die Grundlinie, diesmal bringt Arne Feick den Ball hart herein und vollendet Chris Katongo das Werk zum 2:0. "Das sind die Sachen, die wir immer wieder einüben", erklärte Vorlagengeber Feick: "Und wir haben die Qualität, solche Möglichkeiten dann auch zu nutzen."

Cottbus hingegen, nominell mit seinen vielen ehemaligen Erstliga-Akteuren ebenso gut besetzt wie Arminia, scheint zumindest aktuell nicht über die erforderlichen Mittel zu verfügen. Ein wenig Pech kam hinzu bei der großen Doppelchance zum Ausgleich sechs Minuten nach Federicos 1:0: Ovidiu Burca visierte aus 25 Metern den Pfosten an, doch wie Leonard Kweuke den zurückprallenden Ball überhastet übers leere Tor wuchtete, "das war super, das war elegant", wie die DSC-Fans höhnisch anstimmten.

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Großen Grund zum Bangen um den Fortbestand der Serien gab’s kaum mehr. Rüdiger Kauf unterband die meisten Energie-Versuch schon im Mittelfeld, Andre Mijatovic und Radim Kucera sorgten innen dafür, dass vor Eilhoffs Gehäuse nichts anbrannte. Fast wie selbstverständlich sprang so der gewohnte Zu-Null-Sieg heraus.

Arminia Bielefeld - Energie Cottbus 2:0 (1:0)

Bielefeld:
Eilhoff - Feick, Kucera, Mijatovic, Lamey - Janjic (79. Delura), Halfar (65. Risgard), Kauf, Federico, Kirch (87.  Berisha) - Katongo.

Cottbus: Tremmel - Bittroff, Mitreski, Brzenska, Angelow - Kruska, Burca, Kurth (24. Dum) - Kweuke (46. Fandrich), Jula, Radu.

Tore: 1:0 Federico (31.), 2:0 Katongo (68.)
Zuschauer: 14.100
Schiedsrichter: Markus Wingenbach (Diez)
Gelbe Karten: Halfar, Federico - Angelow

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