Zwei Tore gegen Uli Stein

SC Herford schaffte am 5. Mai 1978 den einzigen ostwestfälischen Derbysieg gegen Arminia

VON RAINER KLUSMEYER
Einziger Derbysieg gegen Arminia - © OWL-DERBY
Einziger Derbysieg gegen Arminia | © OWL-DERBY
Mit diesem Volleyschuss von Manfred Wehmeier zum 2:0 machte der SC Herford am 5. Mai 1978, einem verregneten Freitagabend, im Jahnstadion den Triumph über den großen Nachbarn Bielefeld perfekt - es ist bis heute der einzige Zweitligasieg eines ostwestfälischen Vereins über den DSC Arminia. - © FOTO: ERICH BOROWKA
Mit diesem Volleyschuss von Manfred Wehmeier zum 2:0 machte der SC Herford am 5. Mai 1978, einem verregneten Freitagabend, im Jahnstadion den Triumph über den großen Nachbarn Bielefeld perfekt - es ist bis heute der einzige Zweitligasieg eines ostwestfälischen Vereins über den DSC Arminia. | © FOTO: ERICH BOROWKA

Bielefeld/Paderborn. Am Montagabend um 20.15 Uhr wird die ostwestfälische Zweitliga-Konkurrenz des DSC Arminia zum Trio erweitert: Der SC Paderborn 07 erwartet in der seit langem ausverkauften Energieteam-Arena die Bielefelder zum DSF-Livespiel. Es ist das erste Derby dieser beiden Vereine auf Zweitliga-Niveau. Zuvor haben nur der SC Herford sowie der FC Gütersloh und dessen Vorgängerklub DJK die Arminia herausgefordert – und sind dabei bis auf eine Ausnahme grandios gescheitert.

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Am Montag, 26. Oktober 2009, treffen der SC Paderborn und Arminia Bielefeld zu einem Punktspiel aufeinander. Deinen Lieblings-Klub kennst Du vermutlich gut. Aber wie sieht es mit Deinem Fußball-Wissen über den jeweils anderen Verein aus?

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"Das war ein Spiel, auf das ich heute noch angesprochen werde, wenn ich jemanden treffe, der damals dabei war", sagt Wolfgang Flüshöh, einer der zwei Torschützen des SC Herford vom 2:0 (0:0) im Jahnstadion am 5. Mai 1978. Innerhalb von 120 Sekunden kurz nach Wiederanpfiff überwanden "Wölfi" Flüshöh und Manfred Wehmeier den Arminia-Torhüter – kein Geringerer als Uli Stein, späterer Nationaltorwart.

Flüshöh avancierte damit zu so etwas wie einem Arminia-Spezialisten, denn schon eine Saison zuvor hatte er einen Treffer erzielt, als die Herforder nach einem Traumtor von Karl-Ludwig Mayer zum 2:1 bis zur 86. Minute führten, ehe Hans-Werner Moors die drohende erste Bielefelder Derbyniederlage gerade noch abzuwenden wusste. Liebend gern hätte der Sport-Club gerade bei jener Gelegenheit schon den Derbybann gebrochen, wäre doch so wenige Tage nach Mayers Hochzeit – mit Trauzeuge Flüshöh – doppelter Anlass zum Feiern gewesen.

Die Presse hatte die Partie mit Spötteleien angeheizt

Der Herforder Doppel-Torschütze weiß auch 31 Jahre danach noch zu genau, welche Bedeutung das nachbarschaftliche Duell hatte. Flüshöh: "Das war schon eine ganz besondere Rivalität, viel intensiver als gegen jeden anderen Verein." Der Gegner hatte einen großen Namen, die Herforder den Ehrgeiz, "sich in Ostwestfalen eine besondere Rolle" zu erarbeiten.

Bruno Labbadia köpft im November 1998 gegen Rob Reekers für neun Bielefelder das 1:0. - © FOTO: MANFRED KETTNER
Bruno Labbadia köpft im November 1998 gegen Rob Reekers für neun Bielefelder das 1:0. | © FOTO: MANFRED KETTNER

Zudem hatte die Bielefelder Presse die Partie mit Spötteleien über den "Herforder Landadel" angeheizt – Flüshöh verhehlt nicht, dass sein damals "eher unterkühltes Verhältnis" zu Arminia bis heute gehalten hat. Als Derby-Kenner weiß der Herforder, wie der Außenseiter den großen Nachbarn niederzuringen vermag: "Respekt ablegen. Auf die eigenen Stärken besinnen. Kompromisslos nach vorne spielen."

Empfehlungen, denen möglicherweise auch Gütersloher Kicker von DJK und FC in den Jahren 1974 bis 1976 sowie 1998/99 gerne gefolgt wären. Nur: Es hagelte sechs Niederlagen (1:2, 1:3, 0:2, 0:2, 0:2 und 0:3), von denen der Arminia-Erfolg vom 29. November 1998 als herausragendes Erlebnis allzeit präsent bleiben wird: Bruno Labbadia erzielte die Treffer zum 2:0, obwohl der DSC nach Feldverweisen gegen Rene Rydlewicz und Andre Hofschneider nur zu neunt spielte.

Paderborn gegen Bielefeld - eine deutliche Bilanz

Frank Parotta zwischen Thomas von Heesen (r.) und Mike Schürmann beim 2:0 von 1994/95. - © FOTO: NW-ARCHIV
Frank Parotta zwischen Thomas von Heesen (r.) und Mike Schürmann beim 2:0 von 1994/95. | © FOTO: NW-ARCHIV

Die bisherigen Paderborner Vergleiche mit Bielefeld spielten sich zwischen 1988 und 1995 in Ober- und Regionalliga ab. Die Bilanz – man ahnt es – fällt klar zugunsten der Arminen aus: In 14 Spielen gab es elf Siege, zwei Unentschieden und nur einen Paderborner Erfolg, ein 1:0 am 7. Oktober 1990.

Der einzigartige Derbysieg vom 5. Mai 1978 hat dem SC Herford übrigens wenig geholfen: Vier Spieltage später war der Abstieg besiegelt. Und dem DSC Arminia hat die Niederlage nicht geschadet: Am Ende der Serie wurde Karl-Heinz Feldkamp als Aufstiegstrainer durch die Kölner Radrennbahn getragen.

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