Mit Vergnügen ins Derby-Gewühl

Bollmann freut sich auf das Wiedersehen mit Ex-Klub SC Paderborn

VON UWE KLEINSCHMIDT
Markus Bollmann steigt hier am 22. September im DFB-Pokal gegen Eintracht Triers Torhüter Kenneth Kronholm hoch, verpasst aber knapp. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Markus Bollmann steigt hier am 22. September im DFB-Pokal gegen Eintracht Triers Torhüter Kenneth Kronholm hoch, verpasst aber knapp. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Mit Vergnügen 

ins Gewühl - © ARMINIA
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Bielefeld. Im zivilen Leben ist Markus Bollmann der Typ Schwiegermuttertraum. Immer zuvorkommend, nett und höflich. In Ausübung seines Berufes aber kann Bollmann auch anders. Auf das Zusammentreffen seiner Arminia mit seinem Ex-Klub SC Paderborn freut er sich deshalb herzlich: "Da wird es eine schöne, hitzige Atmosphäre geben. Ein heißes Spiel."

Sechs Jahre lang, von 2000 bis 2006, gab Bollmann beim SCP den Innenverteidiger. Angefangen in der Oberliga, erlebte er den direkten Wiederaufstieg in die Regionalliga und schaffte 2005 schließlich den Sprung in die 2. Liga, wo er noch eine Saison spielte. Dann kam der Ruf aus Bielefeld. "Und jetzt das erste Pflichtspiel gegen meine alte Mannschaft, natürlich ist das etwas ganz Besonderes", sagt der 28-Jährige. Auch, weil er auf seinen Kumpel Markus Krösche trifft. Jenen alten Copiloten in der Abwehr, mit dem er sich zu SCP-Zeiten grundsätzlich ein Zimmer teilte - zumindest in Trainingslagern und bei Auswärtsspielen. "Wir sind gute Freunde und telefonieren jede Woche miteinander. Erst am Sonntag habe ich Markus angerufen und zum Sieg über Hansa Rostock gratuliert." Zu seinen alten Paderborner Spezies gehören auch Mahir Saglik und Sebastian Schachten.

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Ein weiterer Aspekt in Bollmanns Vorfreude: "Das neue Stadion. Eigentlich sollte es ja zu meiner Zeit in Paderborn schon fertig werden . . . es hat halt ein bisschen gedauert. Aber jetzt ist da eine schöne Sache entstanden. Und wenn das Stadion voll ist, das wird ja der Fall sein, ist da eine besonders knackige Stimmung. Dazu kommt noch, dass es ein Flutlicht-Spiel ist. Da herrscht immer eine besondere Atmosphäre." Zudem weiß er um die "große Brisanz", so Bollmann, des OWL-Derbys. "Da werden auch die Paderborner Spieler noch heißer sein."

Womit Bollmann kein Problem haben wird. Der Mann bezeichnet sich selbst als "kein Kind von Traurigkeit" - was den Einsatz auf dem Platz betrifft. Das weiß auch Thomas Gerstner. "Er spielt, wir standen zuletzt zu Null - so ganz viel kann er also nicht falsch gemacht haben", meint Bollmanns Trainer. Und holt ein bisschen weiter aus: "Markus macht kleine Fehler, wie alle, aber er hängt sich da rein und bügelt auch Fehler von anderen aus. Er steht momentan absolut gut da hinten drin und hat in der Innenverteidigung zusammen mit Andre Mijatovic die Nase vorn." Bollmann ist überzeugt, dass der Nase-vorn-Status seiner Arminen auch nach der Partie Bestand haben wird: "Wenn ich sagen würde, wir fahren dort hin, um einen Punkt zu holen, wäre das gelogen. Wir wollen das Ding gewinnen und haben meiner Meinung nach auch gute Chancen dazu."

Zwei Pflichtspiel-Tore hat Bollmann trotz der Premiere am Montag übrigens schon gegen den SC Paderborn erzielt, beide in der Saison 2005/06 - allerdings ins falsche Netz. Am 22. Januar 2006 im Spiel gegen die SpVgg Unterhaching unterlief ihm das erste Eigentor, damals zum 1:1-Endstand. Gut zwei Monate später, am 24. März 2006, war Bollmann erneut zur Stelle. Er erzielte das vorentscheidende 1:0 für Eintracht Braunschweig (Endstand 2:0).

Bei aller Rivalität zwischen Paderborn und Bielefeld überwiegt für Bolls Freund Krösche die persönliche Ebene. "Natürlich wünsche ich Markus nicht noch ein Eigentor! Wir wollen zwar mindestens eines schießen, das aber auch so schaffen." Krösche, mittlerweile als "Sechser" vor der Abwehr postiert, fiebert der Partie wie Bollmann entgegen: "Das ist das erste Mal, dass wir uns auf Augenhöhe mit Arminia treffen, sonst waren wir ja immer tiefer angesiedelt. Für beide Teams geht es um viel. Die Arminen wollen direkt wieder aufsteigen, wir brauchen die Punkte für den Klassenerhalt."

Den Aufstieg wünscht Krösche der Arminia und seinem Kumpel ausdrücklich. Schließlich ist Markus Bollmann ein netter Kerl.

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