Dass sein Abschied ein unschönes Nachspiel hat, ärgert den Ex-Arminen Ansgar Brinkmann. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Dass sein Abschied ein unschönes Nachspiel hat, ärgert den Ex-Arminen Ansgar Brinkmann. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Brinkmann kurz vor der schwarzen Null

Ex-Armine hat Schuldenberg weitgehend abgetragen / Alm-Rollis bekommen 1.800 Euro

VON PETER BURKAMP

Bielefeld. Ansgar Brinkmann ist stolz auf sich. "Ich bin bei Zero, bei Null. Ich habe mich mit allen Gläubigern geeinigt", sagt der frühere Arminen-Profi und bietet sogar an, seine Finanzen offenzulegen. Schulden im mittleren sechsstelligen Euro-Bereich sind fast komplett abgebaut, bestätigt sein Freund und Berater Mario Ermisch. Da trifft Brinkmann der jetzt aufgekommene Vorwurf, er habe die "Alm-Rollis", einen DSC-Fanclub behinderter Fußballanhänger, im Regen stehen lassen, hart: "Das macht mich echt sauer."

Brinkmann hatte im Vorfeld seines Abschiedsspiels, zu dem Ende März in der Schüco-Arena neben anderen auch Fredi Bobic und Thomas Häßler gekommen waren, versprochen, den Erlös den Alm-Rollis zu spenden. Bei dem Fanclub ist aber noch kein Geld eingegangen, schreibt Angela Hille, Mitglied der Alm-Rollis. "Insider" hätten gegenüber dem Fanclub erklärt, die Einnahmen aus dem Spiel seien gepfändet worden. "Das ist doch Quatsch", sagt Brinkmann. Da der Vater seiner Lebensgefährtin als Veranstalter des Spiels aufgetreten war, sei eine Pfändung ohnehin nicht möglich gewesen.

Dass die Alm-Rollis noch kein Geld bekommen haben, hat zwei Gründe. Vom eigentlichen Spiel ist nach Abzug aller Kosten unter dem Strich offenbar nichts übrig geblieben. "Arminia ist Brinkmann finanziell sehr weit entgegengekommen. In Rechnung gestellt wurden feste Kosten wie Flutlichtbenutzung, Ordner und Catering", sagt Arminias Medienchef Marcus Uhlig. Bei der Abrechnung mit Brinkmanns Schwiegervater in Spe sei bei 4.100 Zuschauern nur ein geringes Plus herausgekommen. Mit diesem Geld hätten weitere Kosten beglichen werden müssen. Darüber hinaus hat es Einnahmen für die Versteigerungen eines Kaderplatzes in Brinkmanns Team und dessen Trikot gegeben. Dieser Erlös in Höhe von 1.800 Euro ist von Arminias Partner für Auktionen zusammen mit anderen Veranstaltungen erst am 11. August abgerechnet worden.

"Die 1.800 Euro werden in Kürze bei den Alm-Rollis eingehen", erklärt Uhlig. Arminia habe sich korrekt verhalten, die Aufregung verstehe er nicht. Brinkmann betont, er sei nichts schuldig geblieben, räumt aber ein: "Die Sache hätte zeitnaher geregelt werden müssen." Er kündigt an, noch einmal bei einigen Sponsoren vorsprechen zu wollen, um die Summe für die Alm-Rollis aufzustocken. "Das mache ich doch gern." Dass sein Ruf durch Gerüchte leiden könnte, nervt ihn. "Ich habe niemandem etwas weggenommen." Mit einer "weißen Weste" (Brinkmann) will er jetzt die Karriere nach der Karriere angehen. "Ich mache demnächst den A-Schein. Ich möchte Trainer werden. Das ist mein Traum."

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