STEINHAGEN Staatsanwalt ermittelt gegen Rüdiger Lamm

Ehemaliger Arminia-Manager soll Spenden zweckwidrig verwendet haben

Steinhagen (sim). Gegen Rüdiger Lamm, früher Manager bei Arminia Bielefeld, ermittelt die Staatsanwaltschaft Mannheim wegen Betrugs. Schon vor einigen Wochen wurde auch Lamms Privathaus in Steinhagen (Kreis Gütersloh) durchsucht, wie erst Donnerstag bekannt wurde. Lamm, bis 2008 Manager beim Regionalligisten SV Waldhof Mannheim (SVW), steht gemeinsam mit neun weiteren Beschuldigten in Verdacht, Spenden zweckwidrig verwendet und in die Vereinskasse des SVW umgeleitet zu haben, bestätigte die Mannheimer Staatsanwältin Christina Arnold Donnerstag. Kern der Vorwürfe: Der Bau eines Jugendförderzentrums, für das der bekannte Förderer des Bundesligisten Hoffenheim, Dietmar Hopp, zweckgebunden drei Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat, sei mit überhöhten Rechnungen künstlich verteuert worden. Die Differenz zwischen tatsächlichen und fiktiven Baukosten sei dann über Sponsor-Verträge in die Vereinskasse geflossen. Die Summe, um die es geht: Rund 350.000 Euro.Lamm "sehr kooperativ" Dem Mannheimer Morgen sagte Lamm, er habe den Ermittlern alle Unterlagen überlassen und begegne ihnen "sehr kooperativ": "Bei mir muss niemand lange suchen". Schon deshalb nicht, weil "nach meinem Wissenstand niemandem, weder dem Verein noch handelnden Personen, Schaden entstanden ist". Lamm hatte nach eigener sportlicher Karriere als Tischtennis-Bundesligaspieler in den 80er Jahren die Leitung der Sportvereinigung Steinhagen übernommen und die Tischtennis-Herren von der Kreisklasse in die Bundesliga geführt. Zum damaligen Oberligisten Arminia wechselte er 1994, als er 1998 ging, spielte der Verein in der 1. Bundesliga. Weitere Stationen des ehrgeizigen, aber oft umstrittenen Sportmanagers: Magdeburg, Kickers Offenbach und schließlich Waldhof Mannheim.

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