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Anschub für die Karriere

Torhüter Eilhoff weist im Pokal eine makellose Erstrunden-Bilanz auf

VON RAINER KLUSMEYER
31.07.2009 | Stand 31.07.2009, 11:33 Uhr
Pokal als Anschub für die Karriere - © ARMINIA
Pokal als Anschub für die Karriere | © ARMINIA

Bielefeld. Eine Pokalfahrt in Richtung Deutschlands Süden scheint nicht der kürzeste Weg zum Traumziel Berliner Olympiastadion. In seltenen Ausnahmefällen ist dieser Weg aber der kürzeste zum persönlichen Fußballerglück. Seit dem 20. August 2008 und einer ansonsten in allen Vereinsannalen zu vernachlässigenden Partie beim ASV Durlach (2:1) weiß Dennis Eilhoff darüber einiges zu erzählen.

"Es waren wirklich besondere Umstände, die mich letzte Saison ins Tor gebracht haben", sagt der Keeper, der auch heute noch die Trikotnummer 22 trägt, woran zu erkennen ist, dass Eilhoff nicht als Stammkeeper eingeplant war, nachdem er aus Koblenz nach Bielefeld zurückgekehrt war. In Karlsruhe-Durlach aber verletzte sich Rowen Fernandez, hielt schwer angeschlagen noch einen Elfmeter und räumte dann seinen Platz zwischen den Pfosten zugunsten des Langzeit-Arminen Eilhoff.

"Die Kunst eines Zweittorhüters ist es, die Chance zu nutzen, die sich plötzlich auftut", erklärt Eilhoff. Und verweist auf zwei prominente Beispiele: René Adler schaffte den Durchbruch in Leverkusen nach einer Roten Karte gegen Jörg Butt, Manuel Neuer fasste auf Schalke zu, als Frank Rost wegen persönlicher Differenzen mit Trainer Mirko Slomka auf die Bank verbannt wurde. Seit Durlach hat sich Eilhoff unumstritten zu einem der besten Torhüter Deutschlands entwickelt, Nach einigen Anlaufschwierigkeiten, wie er zugibt: "Zu Beginn waren meine Leistungen nicht so grandios – da merkte man die mangelnde Spielpraxis."

Erstes Pflichtspiel in Berlin

Das Standardprogramm eines Ersatzkeepers – "hart arbeiten, gut trainieren, Leistung abrufen, wenn du gebraucht wirst" – hat Dennis Eilhoff in seinen vielen Profijahren beim DSC Arminia zur Genüge durchlebt. Umso intensiver erinnert er sich an die wenigen Einsätze vor jenem Spiel in Durlach. Seine große Stunde kam, immer wenn ein Pokalspiel war – so ließe sich Eilhoffs Früh-Laufbahn zusammenfassen. "Das war natürlich ein Highlight", erinnert er sich an jenes 3:1 bei Tennis Borussia Berlin im Pokaljahr 2000, seinem ersten Profi-Pflichtspiel für Arminia überhaupt: "Da war ich gerade 18 geworden. Und der Berliner Torschütze Manuel Cornelius wurde später des Dopings überführt."

Der damalige Trainer Michael Frontzeck schickt Dennis Eilhoff, der noch seine Torwarthandschuhe festzieht, in den Pokaleinsatz gegen den ASV Durlach. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Der damalige Trainer Michael Frontzeck schickt Dennis Eilhoff, der noch seine Torwarthandschuhe festzieht, in den Pokaleinsatz gegen den ASV Durlach. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

3:0 bei Preußen Magdeburg (2005) und 2:1 in Durlach folgten – Dennis Eilhoff weißt eine makellose Erstrundenbilanz auf. Was nicht selbstverständlich ist bei einem Klub, der gerne auch mal in Pfullendorf verliert. In Unterhaching (Samstag, 15.30 Uhr) soll die Erfolgsserie ausgebaut werden – auch aus einem persönlichen Anlass: Eilhoff wird am heutigen Freitag 27 und will am Dienstag zusammen mit Markus Schuler, der Samstag seinen 32. Geburtstag feiert, am Trainingsgelände für die Kollegen ein Essen organisieren. Mit einer Niederlage wäre das Festmahl leicht versalzen.

Die richtigen Zutaten für das Spiel in Unterhaching zu finden, ist schwierig genug. Eilhoff: "Wir wissen, was dort auf uns zukommt. Haching hat zum Saisonstart in der Dritten Liga richtig guten Fußball gespielt. Die Umstände mit dem kleinen Stadion und nicht allzu vielen Zuschauern kommen dazu – aber genau das müssen wir als Herausforderung annehmen, damit es auch in der Liga keine Ausreden für uns gibt."

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