Wollitz-Alternative heißt Soldo

Ehemaliger Stuttgarter auch beim 1. FC Köln auf der Wunschliste

VON UWE KLEINSCHMIDT UND PETER BURKAMP
Wollitz-Alternative heißt Soldo - © ARMINIA
Wollitz-Alternative heißt Soldo | © ARMINIA

Bielefeld. Nach einem turbulenten Wochenende mit einem sonderbaren Tauziehen um den Osnabrücker Trainer Claus-Dieter Wollitz – in Fachkreisen Pele genannt – steht Fußball-Zweitligist Arminia Bielefeld zunächst einmal mit leeren Händen da. Am gestrigen Abend verkündete Osnabrücks Präsident Dirk Rasch, dass Wollitz zu Arminias altem und neuem Liga-Konkurrenten Energie Cottbus wechseln werde. Dabei hatte es am Freitagabend bei einer Wollitz-Absage an Cottbus noch ganz danach ausgesehen, als ob die Arminia die besten Karten im Poker um den 43-Jährigen habe.

"Es hat gute Gespräche mit Wollitz gegeben. Wenn er jetzt in Cottbus zugesagt hat, falle ich deswegen aber nicht vom Hocker. Das ist kein Untergang", meinte Arminias Sport-Geschäftsführer Detlev Dammeier und ergänzte gelassen: "Das bedeutet nur, dass wir keinen Trainer haben." Demnach dürfte er noch Kandidaten in petto haben. Einer ist offenbar der Kroate Zvonimir Soldo, ehemals Defensivstratege des VfB Stuttgart. Dazu Dammeier: "Kein Kommentar." Was in Zeiten allerstrengster Geheimhaltung immerhin nicht als Dementi gewertet werden muss.

Der Ex-Stuttgarter Zvonimir Soldo soll Arminias neuer Trainer werden. - © FOTO: DPA / MONTAGE: FAHL
Der Ex-Stuttgarter Zvonimir Soldo soll Arminias neuer Trainer werden. | © FOTO: DPA / MONTAGE: FAHL

Soldo arbeitete nach seinem Karriere-Ende beim VfB seit 2007 zunächst als Jugendtrainer bei seinem Heimatklub Dinamo Zagreb, bevor er 2008 Trainer der Profimannschaft wurde. Mit ihr holte der heute 41-Jährige umgehend die Meisterschaft und den Pokalsieg. Soldo gilt neben dem unkommentierten Interesse Arminias allerdings auch bei Erstligist 1. FC Köln als Kandidat, was die Verhandlungen für Dammeier nicht eben vereinfachen dürfte.

Der Kader steht unverändert

Dem Sonntag mit der Wollitz-Entscheidung vorangegangen war am Freitagabend eine Absage Wollitz’ an den Energie-Präsident Ulrich Lepsch. Doch der erklärte sein Ultimatum an Wollitz daraufhin für nichtig und stieg in eine neue Verhandlungsrunde mit Wollitz ein. Mit Erfolg. Wollitz kommt aus seinem noch bis 2011 datierten Vertrag beim Zweitliga-Absteiger Osnabrück heraus, obwohl er keine Ausstiegsklausel hatte vereinbaren lassen. Am gestrigen Nachmittag noch hatte Wollitz dieser Zeitung gegenüber gesagt: "Es gibt keine Entscheidung. Ich habe dem VfL gegenüber den Wunsch geäußert, ihm nach dem Abstieg einen beschwerdefreien Neuanfang zu ermöglichen. Ohne mich."

Ohne ihn muss nun auch Dammeier planen. Und ohne Thorben Marx, der Arminia einen Korb gab und zu Borussia Mönchengladbach wechselt. Sonst aber hat Dammeier "keine offiziellen Anfragen irgendwelcher adäquaten Klubs" für auch nur einen seinen Spieler vorliegen. Der Kader steht bisher also praktisch unverändert. Der Geschäftsführer schloss: "Damit ist die Situation für mich sehr solide, da muss ich mir keine Gedanken machen." Nur halt in der Trainerfrage.

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