Kentsch lehnt persönliche Konsequenzen ab

Finanz-Geschäftsführer im Interview

Kentsch lehnt Konsequenzen ab - © ARMINIA
Kentsch lehnt Konsequenzen ab | © ARMINIA

Bielefeld. Um 15.16 Uhr schickte diese Zeitung neun Fragen an Roland Kentsch (52). Der Finanz-Geschäftsführer des DSC Arminia Bielefeld sollte Gelegenheit erhalten, zu den Vorwürfen gegen seine Person (diese Zeitung berichtete) Stellung zu beziehen. Er wollte dies nur auf schriftlichem Wege tun, wie DSC-Sprecher Axel Ubben erklärte. Kentschs Antworten schlugen genau um 18.13 Uhr im Email-System auf. Offenbar wägt er inzwischen jede Silbe ab, bevor sie an die Öffentlichkeit gelangt. Denn übermitteln ließ Kentsch die Antworten durch die renommierte Hamburger Rechtsanwaltskanzlei Nesselhauf, die unter anderen den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder juristisch vertreten hat.

Herr Kentsch, haben Sie, wie der Spielerberater Rainer Störk sagt, dem Spieler Kauf damit gedroht, dass er kein Spiel mehr für Arminia mache, wenn er nicht seine Klappe halte - und falls nicht: Wie war der Gesprächsverlauf aus Ihrer Erinnerung?
ROLAND KENTSCH: Ich habe Rüdiger Kauf gesagt, dass arbeitsrechtliche Konsequenzen nicht ausgeschlossen werden können, wenn er von Dritten gegen den Vorstand erhobene Vorwürfe in der Öffentlichkeit wiederhole.

Erwägen Sie, persönliche Konsequenzen aus den gegen Sie von Rainer Störk heute in dieser Zeitung und dem "Kicker" erhobenen Vorwürfen zu ziehen?
KENTSCH: Nein.

Arminias Sportgeschäftsführer Roland Kentsch. - © FOTO: WOLFGANG RUDOLF
Arminias Sportgeschäftsführer Roland Kentsch. | © FOTO: WOLFGANG RUDOLF

Darf Rüdiger Kauf nach Ihrem Ermessen seinen Vertrag als Lizenzspieler von Arminia bis zum Ende der Laufzeit am 30.6.2010 erfüllen?
KENTSCH: Ich halte Rüdiger Kauf für einen sehr wichtigen Spieler, der wesentlich dazu beitragen kann, den Wiederaufstieg zu schaffen. Allerdings muss sich auch ein wichtiger Mitarbeiter Vorgesetzten gegenüber so verhalten, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich ist. Dazu gehört die Wahrung von Loyalität.

Haben Sie Arminias Ex-Torwart Mathias Hain gesagt, Sie seien der einzige bei Arminia, der machen und sagen könne, was er wolle?
KENTSCH: Nein.

Wie beurteilen Sie Ihren Anteil an der aktuell von breiten Teilen der Öffentlichkeit als sehr negativ empfundenen Außendarstellung Arminia Bielefelds?
KENTSCH:
Die Geschäftsführung und andere Gremien des Vereins handeln nach bestem Wissen und Gewissen. Die nicht immer einfache Tagesarbeit des Vorstands eines Erstligisten wird im Übrigen außerhalb von Bielefeld wesentlich positiver aufgenommen, als Sie es empfinden.

Warum äußern Sie sich regelmäßig zu sportlichen Dingen, obwohl das nicht ihr Kernbereich ist?
KENTSCH:
Ein Gesamtverantwortlicher einer Kapitalgesellschaft sieht sich immer Situationen gegenüber, die seine Stellungnahme nach Abwägung im Einzelfall auch zu solchen Angelegenheiten erforderlich machen, die nicht in seinen primären Verantwortungsbereich fallen.

Bedauern Sie Ihre am Montag bei Radio Bielefeld erhobenen Vorwürfe gegen die Stadt Bielefeld?
KENTSCH:
Nein. Es ging im Übrigen nicht um Vorwürfe, sondern um die Feststellung von Tatsachen: Es ist einfach zu belegen, dass andere Kommunen sich in erheblichem Umfang an den Kosten von Stadionbauten ihrer Bundesligisten finanziell beteiligt haben.


Was sagen Sie dazu, dass Solidaritätsbezeugungen Ihrer Vorstandskollegen in der Öffentlichkeit bisher ausgeblieben sind?
KENTSCH: Da müssen Sie die Betreffenden persönlich fragen.

Copyright © Neue Westfälische 2019
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group