Die Leiden des Uli Z.

Radio-Bielefeld-Reporter mit den Arminen auf Bundesliga-Talfahrt

VON SIMON BLOMEIER
Der Abstieg geht Uli Zwetz nah. - © FOTO: BARBARA FRANKE
Der Abstieg geht Uli Zwetz nah. | © FOTO: BARBARA FRANKE

Bielefeld. "Dieser Abstieg war abzusehen", sagt ein sichtlich enttäuschter Uli Zwetz nach dem entscheidenden 2:2 gegen Hannover 96. Wenn der Radio-Reporter mit dem Doktortitel live von den Arminia-Spielen berichtet, geht es höchst emotional zu. Bluthochdruck ist programmiert. In dieser Saison hat der 48-Jährige gelernt, richtig zu leiden.

"Natürlich habe ich gehofft, dass sie es in die Relegation schaffen", räumt Zwetz ein. Doch die Skepsis überwog. Schon während des Schicksal besiegelnden Heimspiels am Samstag erahnte der Reporter den Abstieg: "Die frühe Führung hat keine Sicherheit gegeben." Leidensfähig ist Zwetz ohnehin. 1998, 2000, 2003 und 2009 – vier Abstiege musste "die Stimme von der Alm" in 15 Jahren Berichterstattung der Heim- und Auswärtsspiele des DSC miterleben. "Persönliche Enttäuschung ist immer dabei", sagt er. Schlechte Spiele gehen ihm nahe.

Nach Niederlagen ist Zwetz Samstagabends nicht besonders gut gelaunt. "Der Lustfaktor war deutlich eingeschränkt in dieser Saison", formuliert der Reporter und studierte Germanist diplomatisch. Und: "Ich habe mich viel geärgert. Ich bin froh, dass die Saison erstmal vorbei ist."

So bitter der Abstieg auch ist, Zwetz hält ihn für verdient. Wer seine Berichterstattung kennt, weiß, dass er nicht mit kritischen Kommentaren spart. "Der Kader wurde einfach überschätzt", analysiert der leidgeprüfte Arminia-Fachmann. "Es war ein schwerer Fehler, keinen zweiten guten Stürmer zu verpflichten", sieht der 48-Jährige die Ursache der erneuten Bielefelder Talfahrt schon vor Saisonbeginn gelegt. Aber: "Fußball ist ein Spiegelbild des Lebens: Niederlagen müssen analysiert werden und dann geht es weiter."

Nach dieser Philosophie lebt Zwetz. "Man ist ja nicht tot, man steigt nur ab." Von den Arminen-Spielen wird er auch in der zweiten Liga berichten. Dann aber bitte mit mehr Siegen.

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