Berger neuer Arminia-Trainer

Coach glaubt fest an Klassenerhalt / Vertrag bis zum Saisonende

Bielefeld (-sg-/jov/red/stick). Jörg Berger ist neuer Trainer bei Arminia Bielefeld. Der 64-Jährige wurde am Dienstagmittag der Öffentlichkeit vorgestellt und soll den Klub vor dem drohenden Abstieg in die Zweitklassigkeit retten. Berger wird die auf dem 16. Platz liegende Mannschaft am letzten Spieltag am Samstag gegen Hannover 96 und auch in den möglichen zwei Relegationsspielen gegen den Dritten der 2. Liga betreuen. In kurzen Verhandlungen hatten sich Berger und der DSC am Montag geeinigt. In einer Pressekonferenz erklärte der neue Coach, dass er mit einem positiven Saisonende für Arminia rechnet: "Ich glaube fest daran, dass wir die Klasse halten. Die Mannschaft muss sich Samstag deutlich von Hannover abheben. Zunächst müssen wir das Dortmund-Spiel aus den Köpfen der Spieler bekommen." Am Nachmittag pilgerten mehr als 600 Arminen-Fans zum Trainingsgelände an der Friedrich-Hagemann-Straße, um die erste Übungseinheit mit dem neuen Coach live zu verfolgen. In der Umgebung der Trainingsplätze war kein Parkplatz mehr zu bekommen. Er selbst sei hoch motiviert, hatte Berger am Vormittag vor den Pressevertretern gesagt: "Ich war von der ersten Minute an überzeugt, dass ich das packen kann. Ich bin fit und gehe positiv an die Sache ran." Und eine Rettungs-Strategie hat der im polnischen Gdynia geborene Berger auch schon: "Es geht darum, die Mannschaft so stark zu machen, dass sie mit Selbstvertrauen das Hannover-Spiel gewinnt. Wir haben die Chance, die Rettung aus eigener Kraft zu schaffen." Am Mittwoch bezieht das Team ein Trainingslager in Harsewinkel-Marienfeld. Am Freitag reisen die Arminen ins Sportpark-Hotel nach Halle, da sich Hannover 96 dann ebenfalls in Marienfeld angesagt hat.Noch kein Vertrag für die nächste Saison Ob Berger auch in der kommenden Saison auf der Arminen-Bank Platz nimmt, steht laut Finanz-Geschäftsführer Roland Kentsch noch nicht fest. "Erstmal gilt der Vertrag nur für den Rest der laufenden Saison. Danach werden wir uns zusammensetzen und sehen, ob es weitergeht." Zur Kritik von Rüdiger Kauf, der sich deutlich gegen die Vorstandsentscheidung zur Entlassung von Michael Frontzeck geäußert hatte, nahm Kentsch nicht Stellung. Er sagte nur: "Das klären wir intern." Berger gilt in der Branche als Feuerwehrmann im Abstiegskampf. Bielefeld ist mittlerweile seine 19. Station als Trainer. Unvergessen ist die dramatische Rettung von Eintracht Frankfurt im Jahr 1999. Am letzten Spieltag der Saison rettete sich die Eintracht mit einem 5:1 über Kaiserslautern durch das bessere Torverhältnis. "Berger hätte sogar die Titanic gerettet", hatte damals Siegtorschütze Jan-Age Fjörtoft seinen Coach gelobt. Statt Frankfurt musste der 1. FC Nürnberg absteigen. Pikant: In den möglichen Relegationsspielen würde der Gegner von Arminia Bielefeld wahrscheinlich ebenfalls Nürnberg heißen.Den Krebs überwunden Für Berger wäre das Engagement bei Arminia die erste große sportliche Aufgabe nach seiner Krebserkrankung. 2002 wurde bei dem 64-Jährigen Darmkrebs festgestellt. Berger musste mehrmals operiert werden. Im November 2008 unterzog sich Berger der letzten Chemotherapie. Seitdem gilt der Krebs als überwunden. Berger weiß übrigens schon, wie sich sich die Arminia-Bank anfühlt: Ende März hatte er im Stadion schon eine Heimmannschaft betreut. Er coachte die Auswahl von Ansgar Brinkmann bei dessen Abschiedsspiel.

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