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Eiskalter Daumenlutscher

Fans feiern frisch gebackenen Vater Munteanu

03.05.2009 | Stand 03.05.2009, 14:46 Uhr
Den VfB ausgelutscht - © ARMINIA
Den VfB ausgelutscht | © ARMINIA

Bielefeld (dpa). Vlad Munteanu zögerte keine Sekunde. Als Schiedsrichter Felix Brych aus München beim Spiel gegen den VfB Stuttgart in der 68. Minute auf Strafstoß entschied, schnappte sich der erst wenige Sekunden zuvor eingewechselte Bielefelder Mittelfeldspieler den Ball, legte ihn auf den Elfmeterpunkt und verwandelte eiskalt zum 2:2-Endstand.

Und das, obwohl er eigentlich nicht als Schütze vorgesehen und bis dahin in der Partie ohne Ballkontakt geblieben war. "Ich war mir sicher, dass ich treffe - egal, ob der Torhüter Jens Lehmann oder anders heißt", kommentierte der Rumäne mit einem schelmischen Lächeln.

Auch ohne große Bindung zum Spiel war bei Munteanu im Duell mit dem VfB-Keeper, der in dieser Saison bereits zwei Elfmeter parierte, genügend Adrenalin im Blut. Am Tag zuvor hatte sein erstes Kind um 8.42 Uhr in Bukarest das Licht der Welt erblickt. Lange Zeit, sich um seine Frau und den 51 Zentimeter großen David zu kümmern, blieb jedoch nicht. Noch am späten Nachmittag trat der Neuzugang die Rückreise aus der rumänischen Hauptstadt Richtung Bielefeld an, um beim Spiel seiner Mannschaft gegen Stuttgart dabei zu sein.

Sein Elfmetertor widmete Vlad Munteanu (rechts, hier mit Robert Tesche) seinem neu geborenen Sohn David. - © FOTO: DPA
Sein Elfmetertor widmete Vlad Munteanu (rechts, hier mit Robert Tesche) seinem neu geborenen Sohn David. | © FOTO: DPA

Der hohe Aufwand machte sich bezahlt. Munteanu bewahrte die durch Gegentreffer von Matthieu Delpierre (4.) und Thomas Hitzlsperger (35.) zweimal in Rückstand geratene Arminia vor der drohenden siebten Heimschlappe. "Der Trainer meinte vorher, derjenige, der sich gut fühlt, soll schießen. Ich musste ihm doch dafür danken, dass ich bei der Geburt meines Sohnes dabei sein konnte", sagte der junge Vater.

Nicht nur die Fans, sondern auch Michael Frontzeck feierten den jubelnden Daumenlutscher, der mit dieser Geste den Treffer seinem Sohn widmete. "Eigentlich hatte ich drei andere Spieler als Elfmeterschützen aufgeschrieben", gestand der Arminia-Coach nach dem Schlusspfiff, zeigte aber Verständnis für das eigenmächtige Handeln des jungen Vaters: "Mit dem Kind im Rücken hat er sich sicher gefühlt. Ich verbiete keinem Spieler, den Elfmeter zu schießen - und zu verwandeln."

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