Stepan Grigorik, Bayram Güneyli und Tony Yakoub (v. l.) putzen das Arminia-Logo. - © FOTO: JULIA BINDZUS
Stepan Grigorik, Bayram Güneyli und Tony Yakoub (v. l.) putzen das Arminia-Logo. | © FOTO: JULIA BINDZUS

Arbeiten hinter der Arminia-Fassade

Zweite "Stadionschule" in der Schüco-Arena

Bielefeld (JB). Bei der Schüco-Arena denken viele zuerst an Fußball. Doch damit Artur Wichniarek gekonnt über den Rasen trippeln kann, arbeiten viele Helfer im Hintergrund. Zum zweiten Mal lud das "Fanprojekt Bielefeld" jetzt zwei Schulklassen ein, um einen Blick hinter die schwarz-weiß-blaue Fassade zu werfen und fünf Berufe rund ums Stadion kennen zu lernen. "Ziel der Aktion ,Stadionschule’ ist es, Hauptschülern eine Perspektive für die Zukunft zu geben", sagte Ole Wolff vom Fanprojekt.

So stiegen gestern zwei neunte Klassen der Brodhagen- und der Baumheider-Schule auf das Dach der Schüco-Arena. Dort erklärte Sascha Winkelmann von den Stadtwerken, wie eine Solaranlage funktioniert. "Wichtig ist es, den Schülern zu erklären, wie wichtig Schule für ihre Zukunft ist," sagte Winkelmann. "Es ist besser zu sehen, wie etwas gemacht wird, als nur ein Referat in der Schule darüber zu hören", sagte der 16-jährige Stepan Grigorik, der später gerne Fleischer werden möchte. Mit Wischer, Fensterklar und Schwamm ausgerüstet zeigte Bayram Güneyli, wie Fenster professionell und schnell gereinigt werden. Stepan und sein Freund Tony Yakoub packten gleich selbst mit an und probierten aus, was ein Gebäudereiniger alles können muss.

Der 18-jährige Tony ist vor drei Jahren mit seinen Eltern aus Syrien ausgewandert und musste zuerst die Sprache lernen. Jetzt hat der Jugendliche große Pläne: "Zuerst mache ich meinen Realschulabschluss und dann eine Ausbildung zum Computerfachmann." Soviel Weitsicht sei jedoch selten, so Jürgen Hollmann, Schulleiter der Brodhagen-Schule: "Vielen fehlen konkrete Vorstellungen, was sie nach der Schule machen wollen."

Er ist begeistert vom Projekt: "Ob wir Lehrer den Jugendlichen etwas erzählen oder jemand ihnen direkt zeigt, was er macht, ist ein Unterschied", sagte der Schulleiter. Derzeit würde nur ein Drittel der Schüler nach dem Abschluss ins Berufsleben einsteigen. Den Grund sieht er in der mangelnden Motivation sowie Information über Berufe. Zum krönenden Abschluss erzählte der Kapitän der Arminia-Amateure, Carsten Rump, von seiner Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann.

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