Wenn’s bei Bayern wieder klingelt

Vier Heimsiege gab’s bisher gegen die Münchener, dreimal war Oliver Kahn der Leidtragende

VON JOHANNES PÖHLANDT
Wenn's bei Bayern wieder klingelt - © ARMINIA
Wenn's bei Bayern wieder klingelt | © ARMINIA

Bielefeld. Der Deutsche Fußball-Bund scheint Arminia gnädig gestimmt zu sein. Der DFB hat für die Partie am Samstag gegen Bayern München (15.30 Uhr, Schüco-Arena) Schiedsrichter Florian Meyer angesetzt. Ein gutes Omen, hat doch Bielefeld seine letzten beiden Heimsiege gegen den Rekordmeister unter der Leitung des Referees aus Burgdorf eingefahren.

Neben zwei Remis und zehn Niederlagen kann Arminia in der Bundesliga-Heimbilanz gegen den FC Bayern immerhin vier Siege verbuchen. Denkwürdige Partien und wunderschöne Tore waren darunter - ein Blick zurück.

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3. Oktober 1970
Für alle Arminen-Fans ein unvergessliches Datum - und zwar nicht, weil genau 20 Jahre später die Wiedervereinigung Deutschlands gefeiert wird. Vielmehr gehen die Blauen an diesem Herbstsamstag aus dem ersten Bundesliga-Heimspiel gegen die Bayern prompt als Sieger hervor. Ulrich Braun überwindet Sepp Maier mit einem Rechtsschuss und erzielt das entscheidende 1:0. Selbst Franz Beckenbauer und Gerd Müller können die Niederlage nicht verhindern.

2005 tunnelt Delron Buckley Oliver Kahn zum 3:1. - © FOTOS: ANDREAS FRÜCHT; MIS; DPA; ARCHIV, THOMAS STARKE
2005 tunnelt Delron Buckley Oliver Kahn zum 3:1. | © FOTOS: ANDREAS FRÜCHT; MIS; DPA; ARCHIV, THOMAS STARKE

12. März 1997
Vor zwölf Jahren gibt Stefan Kuntz den Bayern-Schreck. Der Stürmer erlegt beim 2:0-Erfolg den Rekordmeister mit zwei Treffern in der ersten halben Stunde. Erst köpft er eine Flanke von Ronald Maul an Oliver Kahn vorbei in die Maschen, dann staubt er nach einem abgefälschten Schuss ab. "Kuntz-Stücke schaffen Bayern" titelt diese Zeitung. Nach dem Spiel verrät der zweifache Torschütze, dass Bayern sein Lieblingsgegner sei. "Als ich noch für Bochum spielte, habe ich denen schon einmal drei eingeschenkt."

Neben Kuntz ragt Billy Reina aus der Arminen-Elf heraus. Mit einem Sololauf über 40 Meter bereitet er das zweite Tor vor. Münchens Coach Giovanni Trapattoni antwortet auf die Frage nach dem entscheidenden Unterschied zwischen beiden Mannschaften: "Arminia hatte Kuntz und Reina, wir nicht." Winfried Schäfer, damals Trainer des Karlsruher SC, vergleicht Reina gar mit "Superstar Gianluca Vialli zu seinen besten Zeiten bei Juventus Turin".

13. Februar 2005
In die Rolle des Helden schlüpft an diesem Winterabend Delron Buckley. Gegen Oliver Kahn im Bayern-Tor zeigt sich der Südafrikaner zweimal eiskalt. Erst nutzt er einen genialen Diagonalpass von Rüdiger Kauf zum 2:1, dann taucht er nach Vorlage von Michael Fink völlig frei vor dem Titan auf und tunnelt ihn - Höchststrafe für den Keeper der Nationalelf. "Ich wollte immer schon ein Tor gegen Olli Kahn schießen. Endlich hat es geklappt", sprudelt es aus Buckley heraus, der in dieser Bundesliga-Spielzeit 15 Tore für die Blauen erzielt.

Vor Buckleys Schlusspunkt zum 3:1 haben Massimilian Porcello für Arminia und Lucio für den FC Bayern getroffen. Münchens Trainer Felix Magath führt das schlechte Spiel seiner Mannschaft auch auf die Platzverhältnisse zurück - der Rasen ist teilweise schneebedeckt - und nimmt die Niederlage gelassen: "Der FC Bayern hat in Bielefeld ja noch nie viel geholt. Ganz so überrascht bin ich deshalb nicht." Er hätte sich die Reise nach Ostwestfalen getrost sparen können - genauso wie anderthalb Jahre später.

16. September 2006
Im Frühjahr 2009 haben Bielefelds Stürmer Ladehemmung. Im Herbst 2006 zeigt Jonas Kamper, wie es geht: Einen indirekten Freistoß hämmert er aus 22 Metern ins rechte Eck - Kahn streckt sich vergebens. Vor der Ausführung wagt der Däne kaum zu hoffen, "den Ball so gut zu treffen, dass ihn nicht einmal ein Torwart wie Oliver Kahn halten kann". Für Kamper wird "ein Traum wahr", denn nach der Bayern-Führung durch Mark van Bommel und dem Ausgleich durch Artur Wichniarek markiert sein Freistoß-Knaller den 2:1-Siegtreffer. Der Lohn: Ein dickes Lob von Trainer Thomas von Heesen ("Wenn der Ball flattert, ist sein Schuss eine Waffe") und eine spontane Einladung ins Aktuelle Sport-Studio.

Am heutigen Samstag wird Kamper kein Siegtor gegen die Bayern schießen können. Das Spiel kommt für den Mittelfeldspieler nach seinem Muskelfaserriss zu früh. So ruhen die Bielefelder Hoffnungen einmal mehr auf König Artur: Wichniarek traf beim 1:3 im Hinspiel per Elfmeter.

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