Immer mittendrin

Bei allem Respekt vor den Bayern sieht Mijatovic eine Chance

Bielefeld. Gemeinsamkeit wird groß geschrieben. So versammelten sich die Bielefelder Arminen am Dienstagabend, um das Champions-League-Spiel der Bayern gegen Barcelona zusammen zu schauen. "Es wird eine schwere Aufgabe, aber wir sind nicht chancenlos", sagt Andre Mijatovic nach 90 Minuten über den nächsten Gast in der Schüco-Arena, Anstoß Samstag, 15.30 Uhr. Obwohl den Münchnern das Wunder nicht gelang und sie beim 1:1 die 0:4-Hinspielniederlage nicht annähernd wettmachen konnten, glaubt Arminias Verteidiger, dass der Rekordmeister nach dem 4:0-Sieg in der Bundesliga über Eintracht Frankfurt wieder gefestigter ist und die Tabellenspitze erobern will. "Da kommt eine ganze Mannschaft an Weltklassefußballern auf uns zu", beweist Mijatovic großen Respekt vor der Aufgabe."An einem Supertag kaum zu stoppen" Luca Toni, Zé Roberto, Franck Ribéry – kann man sich auf solche Spieler überhaupt visuell vorbereiten? "Da kannst du ruhig hundert Mal hingucken. Wenn die einen Supertag erwischen, sind sie kaum zu stoppen", sagt Mijatovic. Es aber gerade diesen Ausnahmeprofis zu zeigen, empfindet der Kroate in Diensten des DSC Arminia als große Herausforderung: "Wir spielen zusammen mit den Bayern in der selben Klasse, und wir wollen am Samstag beweisen, dass wir in die Bundesliga gehören." Den Nachweis absoluter Erstligatauglichkeit hat Andre Mijatovic persönlich längst geliefert. Nach Verletzungspech und zwei Knieoperationen, die ihn fast die komplette Hinrunde gekostet hatten, ist er seit Anfang des Jahres wieder eine feste Größe in der Bielefelder Abwehr. Dabei unterliegt er im Vergleich mit den meisten anderen Arminen kaum Formschwankungen. Seit dem 0:0 gegen Borussia Dortmund am 6. Dezember 2008 bildet der 29-Jährige wieder regelmäßig ein Glied in Arminias Vierer-Abwehrkette. Nur gegen Frankfurt musste er wegen einer Oberschenkelzerrung passen.Wenig Konstanz in der Abwehr Andere Kollegen aus dem Defensivverbund fielen zuletzt häufiger aus. Dazu kamen diverse Sperren, Krankheiten und ganz selten auch mal ein leistungsbedingter Wechsel. So geschah es, dass die Abwehr in der Rückrunde lediglich in zwei aufeinanderfolgenden Spielen in gleicher Konstellation auflief. Immer wieder hatte es Änderungen gegeben. So bekleidete allein Radim Kucera vier Positionen in Arminias Hintermannschaft. Eine eingespielte Formation wäre sicherlich von Vorteil gewesen. Andre Mijatovic ist aber weit davon entfernt, diesen Punkt als Entschuldigung für schwächere Vorstellungen anzuführen. "Ich stelle das lediglich fest. Egal, wer auf dem Platz steht: wir müssen von Spieltag zu Spieltag sehen, dass wir mit der Situation fertig werden." So auch am Samstag. Die sieben Gegentore aus den vergangenen drei Partien haben den Routinier mächtig genervt. Zu Null heißt das oberste Ziel. Wenn es dann noch gelingt, "ein Tor mehr als der Gegner zu schießen", wäre es ein idealer Nachmittag für Andre Mijatovic und sein Team. Der hochgewachsene Kroate ist trotz seiner defensiven Position beinahe jedes Spiel nah am Torerfolg. Bei Standardsituation stürzt er sich ins Getümmel vor dem gegnerischen Strafraum. Auch am vergangenen Samstag in Cottbus verfehlte Mijatovic – bisher beim 1:1 gegen Bochum einmal erfolgreich – das Tor nur knapp. Schwer werde es nicht nur gegen die Bayern am Samstag, sondern überhaupt im Kampf um den Klassenerhalt. Andre Mijatovic ist aber grundsätzlich optimistisch. "Wir stehen noch immer über dem Strich, und ich glaube, dass wir uns über die Ziellinie retten können."

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