Verdienter Lohn

Katongo schießt sein zweites Tor und beweist aufsteigende Tendenz

VON PETER BURKAMP
Chris Katongo hält Kölns Petit auf Distanz und behauptet den Ball. Teamkollege Thorben Marx schaut zu. - © FOTO: WOLFGANG RUDOLF
Chris Katongo hält Kölns Petit auf Distanz und behauptet den Ball. Teamkollege Thorben Marx schaut zu. | © FOTO: WOLFGANG RUDOLF

Bielefeld. An Chris Katongo ist ein guter Turner verloren gegangen. Manch Akrobat dürfte neidisch werden angesichts des extravaganten Torjubels mit Flick-Flack und abschließendem gehocktem Salto. Am Freitagabend hat der Armine ihn mal wieder zelebriert. Nach dem wichtigen 1:1 in Köln, als der Sambier in der 43. Spielminute die FC-Führung durch Petit (15.) ausglich.

Als Turner muss Katongo über großes Talent verfügen, denn viel Übung hat er zuletzt nicht gehabt. Seit seinem ersten Bundesligator beim 2:4 gegen Hamburg ist bereits ein halbes Jahr vergangen. Aber er beherrscht es noch: Das Tor mit Turnabgang. Zwei Treffer in 22 Spielen - für jemanden, der unter der Profession Stürmer geführt wird, ist das wenig. Andre Mijatovic arbeitet in erster Linie als Tore-Verhinderer, hat in neun Partien allerdings schon einmal getroffen und damit den besseren Quotienten gegenüber seinem Bielefelder Kollegen.

Stürmer werden an ihren Toren gemessen. Aber das ist nicht alles im Fußball. Und deshalb wird Michael Frontzeck wachsam, wenn die Rede von seinem Angreifer ist. Auf Katongo lässt er nichts kommen. Wie jeder gute Trainer stellt er sich in der Öffentlichkeit stets vor seinen Spieler. Es ist davon auszugehen, dass Frontzeck den Flick-Flack auch gern öfter sehen würde, und wenn er von der Mannschaft "mehr Effizienz und Passsicherheit" einfordert, Katongo einschließt. Im Moment sieht Frontzeck aber die kurzfristige Entwicklung des mit 1,7 Millionen Euro teuersten Einkaufs der Vereinsgeschichte. Und die ist positiv. Katongo verrichtet viel Laufarbeit, versucht sich ständig anspielbar zu zeigen und behauptet den Ball auch erfolgreicher als zuvor.

"Chris arbeitet schon die gesamte Rückrunde mit viel Herzblut und Einsatz für die Mannschaft. Er ist ein wichtiger Bestandteil unseres Spiels", betont Frontzeck und deshalb freue er sich auch besonders, dass Katongo wieder ein Tor gelungen ist. Dem 26-Jährigen hat die verlängerte Winterpause offenbar sehr gut getan. Gegen Ende der Hinrunde hatte Frontzeck den Kapitän der sambischen Nationalmannschaft drei Mal zunächst auf die Bank gesetzt.

Katongo wirkte gegen Jahresende kraftlos und hatte klare Chancen ausgelassen. Nach einer guten Wintervorbereitung und ausgestattet mit viel Selbstvertrauen durch drei Tore im Testspiel beim VfL Osnabrück, scheint Katongo nun spritziger und wacher. Dies stellte er vor seinem Tor in Köln nachdrücklich unter Beweis. "In solch einem Spiel bekommst du keine fünf, sechs Chancen. Du musst immer auf der Hut sein und jeden Fehler ausnutzen", sagte der Torschütze.

Katongo sieht sich auf dem richtigen Weg. "Ich denke, dass ich ganz ordentlich umsetze, was der Trainer von mir erwartet und fühle mich fit." Das sei auch gut für die Mannschaft. Wer mag ihm da widersprechen, wenn Arminia weiter punktet.

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