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Geniales und Gegurke

Unentschieden, Niederlagen und ein Sieg – bei den Bayern war in 37 Jahren alles dabei

VON UWE KLEINSCHMIDT
01.11.2008 | Stand 31.10.2008, 19:07 Uhr

Bielefeld. 16 Mal sind die Arminen vor diesem Samstag zu Auswärtsspielen beim FC Bayern angetreten – und das mit zwölf unterschiedlichen Trainern. Vom Stadion an der Grünwalder Straße bis zur Allianz-Arena gab es nur einen Sieg, der sich beim 4:0 allerdings gewaschen hatte. Dazu kamen zwei Unentschieden und ruhmreiche wie sehr deutliche Niederlagen. Aber der Reihe nach:

  • Saison 70/71, 27. März 1971
    Im ersten Auswärts-Bundesligaspiel der Arminen gegen die Bayern setzt es eine absehbare 0:2-Niederlage. Vor 14.268 Zuschauern treffen Dieter Brenninger und Gerd Müller gegen die von Egon Piechaczek trainierten Arminen. Im Hinspiel am 3. Oktober 1970 immerhin hatten die Bielefelder durch Uli Brauns Tor die Bayern geschlagen.
  • Saison 71/72, 18. September 1971
    Dass die Arminen am Saisonende wegen des historischen Bestechungsskandals sportlich aus den Annalen der Bundesliga "gestrichen" werden, kann im September im Stadion an der Grünwalder Straße noch niemand ahnen. Beim FC Bayern gelingt ein sensationelles 1:1 – schließlich waren die Bayern vor dem 7. Spieltag Zweiter hinter dem FC Schalke, die Arminen Vorletzter. Karl-Heinz Brücken schießt gegen Sepp Maier das 1:0, ehe Gerd – wer sonst? – Müller noch den Ausgleich besorgt. Glücklich, denn zuvor hatte Katsche Schwarzenbeck nach einem dunkelrotverdächtigen Foul an Bielefelds Roland Stegmayer das 0:2 verhindert. Schiedsrichter Hontheim ließ jedoch weiterspielen und die Bayern duseln.
  • Saison 78/79, 10. März 1979
    Den durch den Zwangsabstieg verordneten Regionalliga-Tiefen entsprungen, steigt die Arminia am unvergessenen 10. März 1979 auf wie Phönix aus der Asche. Zweimal Norbert Eilenfeldt – jeweils auf Vorlage von Volker Graul – sowie nach der Pause Graul selbst und Helmut Schröder sorgen für den spektakulären 4:0-Auswärtssieg. DSC-Trainer Otto Rehhagel schafft ein Zitat für die Geschichtsbücher: "Das waren Fußball-Grüße aus Bielefeld!" Doppeltorschütze Eilenfeldt wird daraufhin ins "aktuelle Sportstudio" berufen. Einer der damals überforderten Bayern war Rechtsverteidiger Martin Jol. Der Niederländer wurde in der 55. Minute ausgewechselt und trainiert heute den Hamburger SV.
  • Saison 80/81, 21. Februar 1981
    Der 4:0-Husarenritt hat den Abstieg nicht verhindern können, erst im Februar ’81 geht die Reise wieder ins Olympiastadion. Dort rächen sich die Bayern mit einem 5:1-Erfolg. Christian Sackewitz hielt die Arminen-Fahne hoch. Trotzdem schaffen die Arminen mit Trainer Horst Franz den Klassenerhalt – mit einem Punkt vor 1860 München.
  • Saison 81/82, 21. Mai 1982
    Sein insgesamt drittes Tor gegen die Arminen bringt dem FC Bayern in der 88. Minute den Sieg: Karl-Heinz Rummenigge besorgt das glückliche 3:2. Herbert Reiß hatte zuvor zum 0:1 getroffen, Dieter Hoeneß das Spiel gedreht, ehe Frank Pagelsdorf den Ausgleich schaffte. Minusrekordverdächtig: Ganze 5.000 Zuschauer wollen am Freitagabend das Spiel des Dritten gegen den Zwölften sehen.
  • Saison 82/83, 26. Februar 1983
    Ein knappes Jahr später hat sich die Zuschauerzahl auf 12.000 gesteigert, was die Bayern mit einem 5:0-Sieg belohnen. Jeweils zweimal treffen Paul Breitner und Dieter Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge nur einmal. Schwamm drüber. Ach ja: Arminen-Trainer ist inzwischen Horst Köppel.
  • Saison 83/84, 28 Januar 1984
    Immer wieder Rummenigge. Beim 3:1 der Bayern über den DSC schießt er Anfang 84 alle drei Tore. Den zwischenzeitlichen 1:2-Anschluss besorgte Pasi Rautiainen, der zuvor für Stefan Butz eingewechselt worden war – von Trainer Karl-Heinz Feldkamp.
  • Saison 84/85, 2. Februar 1985
    Arminias dritter erfolgreicher Fischzug gegen die Bayern. Unter Gerd Roggensack treffen Norbert Dronia, Ronald Borchers und Pasi Rautiainen – nach den zwischenzeitlichen Führungen der Bayern durch Klaus Augenthaler und Sören Lerby sichert schließlich Dieter Hoeneß den Bayern einen Punkt. Hätte Hoeneß sich diese eine Tor verkniffen, hätten die Arminen nicht wegen des um zwei Treffer schlechteren Torverhältnis bei Punktgleichheit mit Fortuna Düsseldorf (je 29:39) in die Relegation gemusst. Dort gibt es ein 0:2 und ein 1:1 daheim gegen Saarbrücken. Abstieg.
  • Saison 96/97, 7. September 1996
    Im September 96 wie beim 4:0-Streich vom März 1979 im Arminen-Tor: Uli Stein. Doch der inzwischen 41-Jährige bringt kein erneutes Glück. Christian Ziege besiegelt den 1:0-Sieg der Bayern gegen Arminia, die nun von Ernst Middendorp gecoacht wird.
  • Saison 97/98, 8. November 1997
    Das nächste 0:1: Arminia unterliegt, inzwischen mit Georg Koch im Tor ausgestattet, wieder einmal. Giovane Elber trifft – und Arminia steigt mit 32 Punkten einigermaßen sang- und klanglos ab.
  • Saison 99/2000, 14. Dezember 1999
    Nächste knappe Niederlage, diesmal unter Hermann Gerland. Zwar besorgt Bruno Labbadia bereits in der 5. Minute das 1:0 für die Blauen (die mit Arminen-Legenden wie Jacky Peeters und Roberto Straal aufliefen), doch Hasan Salihamidzic dreht das Spiel für den Spitzenreiter.
  • Saison 02/03, 17. August 2002
    Durch einen 3:0-Sieg über Werder Bremen zum Auftakt kommen die Arminen mit Trainer Benno Möhlmann als Tabellenführer nach München. Armine Detlev Dammeier: "Benno wollte, dass wir ’Spitzenreiter’-Shirts anziehen, das haben wir aber nicht gemacht." War wohl auch besser so, denn die Bayern watschten die Bielefelder mit 6:2 ab. Wobei Münchens echter Brasilianer effektiver war als Arminias weißer: Giovane Elber traf viermal, Ansgar Brinkmann wurde für Jesus Sinisterra ausgewechselt. Die Arminen-Tore erzielten Artur Wichniarek zum 1:3 und Momo Diabang zum Endstand.
  • Saison 04/05, 11. September 2004
    Neuer Trainer, kein neues Glück: Bielefeld tritt diesmal unter Uwe Rapolder bei den Bayern an, verliert aber trotzdem mit 0:1. Roy Makaay besorgte das Tor für die Bayern, bei denen Tobias Rau den linken Verteidiger gibt.
  • Saison 05/06, 15. April 2006
    Bei der ersten aktiven Besichtigung der Allianz-Arena unterliegen die Bielefelder 0:2. Die Zuschauerzahl hat sich inzwischen auf 69.000 gesteigert, wofür sich Michael Ballack und Mehmet Scholl bedanken. Bielefelds Trainer ist Thomas von Heesen.
  • Saison 06/07, 11. Februar 2007
    Dritte knappe Niederlage, diesmal wieder 0:1. Roy Makaay erlöst die Münchner. Nach dem Schlusspfiff erklärt Thomas von Heesen seinen Rücktritt. Nachfolger wird Ernst Middendorp – bis zum nächsten Spiel in München hält dessen Amtszeit nicht.
  • Saison 07/08, 7. Mai 2008
    Die Bayern stehen am 32. Spieltag bereits als Meister fest, Franck Ribéry und Lukas Podolski treffen trotzdem für Hitzfelds Starensemble zum 2:0. Michael Frontzeck wird als Arminen-Trainer den Klassenerhalt dennoch schaffen und darf an diesem Samstag wieder in die Allianz-Arena.
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