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Andreas Voglsammer (vorne) scheiterte hier an Schalkes Torhüter Ralf Fährmann. Mit etwas mehr Abschlussglück könnte er statt einem bereits vier Saisontore auf dem Konto haben. - © picture alliance
Andreas Voglsammer (vorne) scheiterte hier an Schalkes Torhüter Ralf Fährmann. Mit etwas mehr Abschlussglück könnte er statt einem bereits vier Saisontore auf dem Konto haben. | © picture alliance

Arminia Bielefeld Arminias Voglsammer: "Ich will keinen Abstieg in meiner Vita"

Stürmer Andreas Voglsammer ist wieder fester Bestandteil der Startelf, ärgert sich allerdings mit dem für ihn typischen Ehrgeiz über seine vergebenen Chancen. Auch äußert er sich zu seiner Zukunft.

Jan Ahlers
22.04.2021 | Stand 22.04.2021, 17:51 Uhr

Bielefeld. Er wird in dieser Saison nicht mehr Arminias Spieler mit den meisten Einsatzminuten und wohl auch nicht der gefährlichste Torjäger. Doch was den Ehrgeiz angeht, macht Andreas Voglsammer im DSC-Kader kein anderer etwas vor. Daher spielen sich ihm noch jetzt die vergebenen Großchancen der vergangenen Spiele wie ein Film im Gedächtnis ab. "Es gibt wohl kaum einen bei uns, der das selbstkritischer analysiert", sagt der immer noch etwas zerknirschte 29-Jährige. Noch im Saisonendspurt will er es unbedingt besser machen und mit Treffern seinen Anteil dazu beitragen, Arminia Bielefeld in der Bundesliga zu bewahren.

Beim Heimspiel gegen Freiburg zielte er freistehend links vorbei, gegen Augsburg schloss er mit etwas zu viel Wucht und zu hoch ab, nun fand er gegen Schalke 04 nicht den Weg an Torhüter Ralf Fährmann vorbei. "Die ersten beiden müssen rein, da gibt es keine Wahl", sagt Voglsammer rückblickend. Gegen Fährmann "war da schlicht nicht viel Platz", rekapituliert der Linksaußen, der noch dazu binnen Sekundenbruchteilen eine Lösung finden musste. Im Nachhinein fallen ihm dennoch sogleich zwei, drei bessere Handlungsoptionen ein. So ist er eben: akribisch aufarbeitend, nach Perfektion und Verbesserung strebend.

Arminias Vorteile im Abstiegskampf

Manches fühlt sich für ihn wieder ganz vertraut an: Voglsammer, der Linksaußen, und Fabian Klos, der Mittelstürmer, sorgen allein mit ihrem Körperbau auch in der Bundesliga für Aufsehen. "Ich denke, wir sind vorne wieder etwas griffiger geworden", sagt der Bayer, der seine zwei Fußfrakturen und das quasi verlorene Jahr 2020 verdrängt hat. "Voll im Saft" sei er wieder, meint er. Und Sorgen, dass ihm der linke Fuß noch einmal Probleme bereitet, habe er auch keine. "Die hatte ich nie", bekräftigt er.

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Teamintern ist Voglsammer kein Lautsprecher, aber als einer der dienstältesten Profis (er kam im Januar 2016 aus Heidenheim) dennoch wichtiges Bindeglied. "Mit jedem Punktgewinn fällt eine kleine Last von uns ab", sagt der Stürmer über die Stimmungslage in der Mannschaft. Den Vorteil, den Arminia nun habe: Jeder Spieler wisse, was der Abstiegskampf verlangt und wie man ihn annehmen muss, doch man komme erst einmal nicht in die "allerkrasseste Situation". Gemeint sind Spiele, in denen es heißt: gewinnen oder absteigen, so wie es jüngst Schalke 04 als Gast des DSC erlebte. "Vielleicht hat uns vor der Saison mancher so abgestempelt, dass eher wir diese Rolle irgendwann einnehmen würden", sagt Voglsammer. Das motiviert einen wie ihn nur noch mehr.

Voglsammer und Arminia - hält die Beziehung für weitere Jahre?

Der Offensivmann ist einer von vielen Bielefelder Profis, deren Verträge im Juni dieses Jahres auslaufen. Jüngst tauchte bereits ein Gerücht auf, Schalke 04 interessiere sich im Rahmen des Projektes Wiederaufbau für Voglsammer. "Mein Berater führt die Gespräche. Ich habe ihm gesagt, ich möchte mich jetzt ausschließlich aufs Fußballspielen konzentrieren", sagt der Spieler dazu nur. Nichts würde ihn mehr ärgern, als zum ersten Mal in seinem Leben abzusteigen. "Ich will so etwas nicht in meiner Vita stehen haben. Das würde mich kränken."

Arminias Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit ist bekannt. Voglsammer berichtet von einem "guten Austausch" und einem vertrauensvollen Miteinander mit Samir Arabi, das sich über die Jahre hinweg entwickelt hat. Nun muss er abwägen: Dem Umfeld in Ostwestfalen treu bleiben oder noch einmal etwas Neues ausprobieren? "England ist ein Traum von mir, daraus habe ich nie einen Hehl gemacht und das ist weiterhin so", sagt Voglsammer. Mindestens genauso stark ist aber sein Drang, weiter in der höchstmöglichen Liga zu spielen.

Hier käme Arminia ins Spiel. Vorausgesetzt, der DSC macht in den kommenden Wochen den Schritt durch die Tür, die er sich in den vergangenen Partien immer weiter geöffnet hat.

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