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Aufmerksam: DSC-Coach Uwe Neuhaus (r.) und sein „Co“ Peter Németh sind gespannt, mit welchem System und welchem Personal Nürnberg nach dem Trainerwechsel antreten wird. - © Wolfgang Rudolf
Aufmerksam: DSC-Coach Uwe Neuhaus (r.) und sein „Co“ Peter Németh sind gespannt, mit welchem System und welchem Personal Nürnberg nach dem Trainerwechsel antreten wird. | © Wolfgang Rudolf

Arminia Bielefeld Arminia am Sonntag zu Gast beim Krisen-Club

DSC-Trainer Uwe Neuhaus sieht beim 1. FC Nürnberg trotz vieler Probleme eine Menge Qualität.

Philipp Kreutzer
09.11.2019 | Stand 10.11.2019, 11:10 Uhr

Bielefeld. 16 Punkte aus den bisherigen sechs Spielen: Seine imposante Auswärtsbilanz der aktuellen Zweitliga-Saison will der DSC Arminia Bielefeld am Sonntag (Anstoß: 13.30 Uhr) in der Partie beim 1. FC Nürnberg weiter ausbauen. Und dabei zugleich die Chance nutzen, den kriselnden „Club" im direkten Duell der Bundesliga-Rekordaufsteiger auf satte 14 Zähler zu distanzieren. Gelingt das, ist Arminia Tabellenführer, denn sowohl der Hamburger SV (1:1 in Kiel) als auch Stuttgart (0:1 in Osnabrück) patzten. Acht Mal sind die Nürnberger bislang ins Oberhaus aufgestiegen, sieben Mal der DSC. Zurzeit spricht einiges für einen Ausgleich in dieser Bilanz. Denn während der Tabellenzweite aus Bielefeld seit Monaten in bestechender Form auftritt, deutet bei den Franken zurzeit nicht viel auf eine direkte Rückkehr in die Erste Liga hin. Nach der 1:3-Niederlage am Montag beim VfL Bochum entließ der Tabellendreizehnte  den erst im Sommer verpflichteten Trainer Damir Canadi. Gegen Arminia wird „Club"-Legende Marek Mintal, 2004/05 Bundesliga-Torschützenkönig und inzwischen U-21-Coach des FCN, die Zweitliga-Profis interimsweise betreuen. „Das Phantom", wie er früher genannt wurde, ist noch nicht im Besitz der Fußballlehrerlizenz, die Suche nach einem Nachfolger für Canadi läuft. Sportvorstand Robert Palikuca soll unter anderem den Ex-Auer Daniel Meyer sowie Hannes Wolf (früher Stuttgart, HSV) und Markus Anfang (früher Kiel und Köln) auf dem Zettel haben. „Schwierig einzuschätzen, wie Nürnberg agieren wird" „Es ist schwierig einzuschätzen, wie Nürnberg agieren wird", sagt DSC-Coach Uwe Neuhaus mit Blick auf die Veränderung auf der Nürnberger Trainerbank. Die Spielbeobachtungen der Bielefelder sind jetzt zwar nicht wertlos. Aber es ist für Neuhaus und sein Team schon fraglich, ob die „Clubberer" wie bisher unter der Leitung von Canadi die Begegnung mit einer kompakten Defensive und auf Konter lauernd angehen werden. Oder ob Mintal seiner Mannschaft beispielsweise ein aggressives Pressing verordnen wird. Klar ist dagegen, dass Nürnberg einen Heimsieg benötigt, um vielleicht doch noch einmal Richtung Aufstiegsplätze klettern zu können. Trotz der unbefriedigenden Situation der Nürnberger, die auch Neuhaus überrascht, warnt Arminias Trainer davor, den Gegner am Sonntag im Max-Morlock-Stadion auf die leichte Schulter zu nehmen. „Ich habe sie deutlich weiter vorne erwartet, und das Potenzial dafür ist ja auch da", sagt er, „Nürnberg hat schon sehr gute Qualität, wenn man die einzelnen Spieler sieht." Neuhaus denkt dabei nicht nur an die Offensivkräfte Mikael Ishak und Robin Hack oder Taktgeber Johannes Geis. Viele Spieler im FCN-Kader verfügen über Bundesliga-Erfahrung. Erschwerend kommen für die Nürnberger die Verletzungen von gleich vier Torhütern hinzu. Christian Mathenia, Patric Klandt, Jonas Wendlinger und Andreas Lukse werden nach Lage der Dinge am Sonntag nicht zur Verfügung stehen. Das Tor dürfte demnach wie schon in Bochum U-19-Keeper Benedikt Willert hüten, der bei seinem Zweitliga-Debüt nicht den sichersten Eindruck vermittelte. "Das Alibi Trainer ist den Spielern genommen worden" „Da haben sie extrem viel Pech", findet Neuhaus. Er sagt aber auch: „Das kann bewirken, dass eine Mannschaft erst recht versucht, dem Torwart noch mehr abzunehmen, und dass es die Gruppe noch mehr zusammenschweißt. Eins ist für mich 100-prozentig sicher: Das Alibi Trainer ist den Spielern genommen worden, jetzt sind sie in der Pflicht. Sie werden versuchen, sehr engagiert und konzentriert ins Spiel zu gehen. Darauf müssen wir vorbereitet sein."

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