0
Rückendeckung: Die Südtribüne in der Schüco-Arena feiert ihre Mannschaft. - © Wolfgang Rudolf
Rückendeckung: Die Südtribüne in der Schüco-Arena feiert ihre Mannschaft. | © Wolfgang Rudolf

Blick vom Block Arminia gegen Holstein Kiel: Letztendlich ein Arbeitssieg

Ein langjähriger Fan schreibt als freier Reporter ab jetzt regelmäßig über seine Sicht auf den DSC.

Armine von der Süd
04.11.2019 | Stand 04.11.2019, 18:03 Uhr

Nach den gefühlten Bundesligawochen mit den Spielen gegen Hamburg, Stuttgart und Schalke war mal wieder ein Spiel gegen eine sogenannte graue Maus dran. Gut, die Kieler punkten seit ein paar Jahren zuverlässig in Liga 2, kratzten zeitweise auch am Aufstieg, aber irgendwie erwartet mein schwarzweißblaues Herz da ein 5:0. Wohlgemerkt zur Halbzeit, denn wir sind ja schon so gut wie aufgestiegen. Es sollte anders kommen. Die Norddeutschen waren über 92 Minuten ein unbequemer Gegner, letztendlich war es ein ARBEITSsieg, wobei der erste Teil zurecht großgeschrieben ist. Die Vehemenz, mit der Arminia zuletzt zeitweise die Gegner bespielt hat, die Dominanz wie im letzten Spieldrittel gegen Schalke, fehlten gegen die Störche über weite Strecken des Spiels. Nach etwa 10 Minuten übernahmen die Gäste irgendwie sogar die knappe Hoheit auf dem Platz und man ahnte frühzeitig, dass der obige Tipp nicht mal nach 90 Minuten klappen könne. Woran dies gelegen hat, ist wahrscheinlich erneut reine Kopfsache. Aber die Fachkraft aus der Psychologie habe ich zuletzt ja schon in die Pflicht genommen. In der ersten Halbzeit ist mir aufgefallen, und das tut mir ein bisschen in der Seele weh, dass Tom Schütz dem Arminiaspiel 2019 kaum noch gewachsen zu sein scheint. Es wirkt alles etwas zu schnell für ihn. Als er zu Beginn der zweiten Halbzeit ausgewechselt wurde, war er zu recht unzufrieden. Sein Nachfolger auf dem Platz, Stephan Salger, konnte ebenso wenig überzeugen. Nach vielen Jahren der Vereinszugehörigkeit, werden diese beiden Arminenspieler weder in Liga 2, noch in der Bundesliga über den Status eines Ergänzungsspielers hinauskommen. Noch wahrscheinlicher ist eine Trennung spätestens nach der Saison. Die Zeitenwende ist eingeläutet, nachdem mit Fabian Kunze ein Novize in der Schlussphase etwas Zweitligaluft schnupperte. Keine erhöhten Puls bei einem Klos-Elfer für die Blauen Bei einem Elfmeter für die Blauen, bei dem Fabian Klos hinter dem Punkt steht, habe ich seit Jahren keinen erhöhten Pulsschlag mehr. Den kann man getrost in der Neujahrsnacht um 5 Uhr morgens von einer Party auf einen Sportplatz fahren, er macht ihn rein. Die zweite Halbzeit ("Sind jetzt nur noch 4 Tore!") begann Arminia so stark, wie ich es eigentlich über 90 Minuten erwartet hatte. Einer meiner derzeitigen Lieblingsspieler, Jonathan Clauss, hatte zum ersten Mal in seiner Fußballkarriere einen Kopfball fast ins Tor bugsiert. Später noch eine weitere Möglichkeit für ihn, danach war dann erst einmal Flaute, wie in der Kieler Förde Mitte August. Allerdings nicht für die Auswärtsmannschaft. Die drückte uns mehr und mehr hinten rein und erzielte den, zu dem Zeitpunkt, verdienten Ausgleich. Typisch. Dachten wohl viele. Es hätte ja auch zur eher durchwachsenen Heimbilanz gepasst, so ein Remis. Aber die Herren Klos und Voglsammer zeigten einmal mehr, dass sie zurecht mit der Mannschaft und in der Scorer- sowie Torschützenliste weit oben stehen. Das Tor werde ich mir die ganze Woche in Dauerschleife anschauen! Nun, es hätte jetzt das entscheidende Nachsetzen geben müssen, aber irgendwie fehlten die 20 Prozent Mehr an Laufbereitschaft, die sonst der gelbgesperrte Manuel Prietl darbietet. Die Nervosität, die mir beim Elfmeter von Fabian Klos gänzlich fehlte, hatte ich in den letzten Spielminuten umso mehr. Das gute Passspiel, die Ruhe auch in Bedrängnis, sowie konditionelle Vorteile, die ich in den letzten Wochen wahrnehmen konnte, fehlten vor Allem in der Defensive immer mehr. Sechs Punkte Vorsprung vor Nichtaufsstiegsplatz 4 Was dann da hinten in der letzten Minute genau passierte, war von der Südtribüne kaum zu sehen. Ortega schien den Ball schon in der Hand zu haben, aber dann irgendwie nicht mehr und Nilsson klärte den Ball vor der Überquerung vor der Linie. Ja, man kann über ein Nichttor des Gegners so jubeln, wie über ein Tor der eigenen Mannschaft. Schlusspfiff. 3 Punkte dazu sind 25 (darüber waren wir vor wenigen Jahren beim Wechsel auf Sommerreifen zufrieden). Zweiter Platz. Punktgleich mit dem HSV. Das beste ist aber ein Vorsprung von 6 Punkten auf den Nichtaufstiegsplatz 4. Und schon habe ich das mäßige Spiel vergessen. Euer Armine von der Süd!

realisiert durch evolver group