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Andreas Voglsammer jubelt über seinen Treffer in der 73. Minute. - © Wolfgang Rudolf
Andreas Voglsammer jubelt über seinen Treffer in der 73. Minute. | © Wolfgang Rudolf

Arminia Bielefeld 2:1-Heimsieg: Klos und Voglsammer sichern drei Punkte gegen starke Kieler

Der DSC ist damit punktgleich mit Tabellenführer Hamburg, der in Wiesbaden spät den Ausgleich bekommt.

Benedikt Riemer
03.11.2019 | Stand 03.11.2019, 19:50 Uhr |

Bielefeld. In Bielefeld reifen Träume von einer Rückkehr in das Fußball-Oberhaus. Mit dem 2:1 (1:0) über Holstein Kiel festigte das Team von Trainer Uwe Neuhaus den zweiten Tabellenplatz in der 2. Bundesliga und schloss zum punktgleichen Spitzenreiter Hamburger SV auf. Vor 19.007 Zuschauern in der Schüco-Arena sorgte Fabian Klos (33. Minute) und Andreas Voglsammer (73.) am Sonntag für den hart erkämpfen Sieg der Arminia. Dagegen mussten die starken Gäste trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs durch Emmanuel Iyoha (68.) drei Tage nach dem bitteren Knockout im Pokal beim Regionalligisten Verl den nächsten Rückschlag hinnehmen. Das von Arminia-Coach Neuhaus im Vergleich zum knappen 2:3 im Pokal gegen den Bundesligisten Schalke auf drei Positionen umgebaute Team tat sich zunächst schwer. Gegen die drei Top-Gegner Stuttgart, Hamburg und Schalke hatte Bielefeld zuletzt in der ersten Halbzeit mindestens phasenweise, im Pokalspiel sogar von Anpfiff bis zur Halbzeitpause Lehrgeld gezahlt. Dies zu ändern, war ein erstes Teilziel gegen die Störche. Vier Minuten dauerte es, bis Marcel Hartel nach flotter Kombination über Jonathan Clauss und Fabian Klos vor KSV-Keeper Ioannis Gelios auftauchte, der gerade noch rechtzeitig klärte. Im Gegenzug strich Emmanuel Iyohas Fernschuss knapp am linken Pfosten vorbei (5.). Neuhaus: "Auch wichtig, auf einen Fehler warten zu können" Es entwickelte sich ein zähes Match, in dem sich Holstein Kiel auf kompakte Defensivarbeit fokussierte und Arminia lange kein Mittel fand. „Es ist auf gutem Niveau auch wichtig, auf einen Fehler warten zu können", sagte Neuhaus nach Spielende. Kiel sollte ihn begehen: Der nach holprigem Start umtriebige Marcel Hartel drang nach 32 Minuten an der linken Grundlinie in den Strafraum ein und wurde von Jonas Meffert zu Fall gebracht. Den folgerichtigen Elfmeter ließ sich Klos nicht nehmen und verwandelte unten rechts zum bereits achten Saisontreffer (33.). Andreas Voglsammer verpasste es, vor der Pause zu erhöhen (41.). Für einen Arminen endete die Partie im Frust: Tom Schütz, aufgrund der Gelbsperre von Manuel Prietl erstmals für die Startelf nominiert, musste nach einem Schlag auf die Wade das Spielfeld verlassen und ärgerte sich spürbar darüber. Stephan Salger übernahm im defensiven Mittelfeld und sah, wie sich Holstein allmählich aus der Deckung traute. Dem Spiel tat das nur gut, die aussichtsreichen Szenen häuften sich auf beiden Seiten. Doch auf DSC-Seite war Clauss weder per Kopf (47.) noch per Fuß wirklich gefährlich (52.), Mühlings Freistoß für Kiel segelte an allen Mitspielern und am rechten Torpfosten vorbei (57.). Die Mannschaft aus dem hohen Norden, die zuletzt an Regionalligist SC Verl im Pokal gescheitert war, übernahm aber mehr und mehr Spielanteile. Und so schwach sie die ersten Anläufe ausgespielt hatte, so effizient war sie danach. Jae Sung Lee sah den einlaufenden Iyoha, der mit Hilfe des rechten Innenpfostens zum 1:1-Ausgleich traf (68.). Unverdient war das nicht, aber Arminia konterte im Stile einer Spitzenmannschaft: Klos behauptete den Ball nach einem Einwurf und fand Andreas Voglsammer. Eine Drehung, ein Schuss, ein Tor (73.) – das Publikum tobte, die Stürmer tauschten zunächst nur Blicke, die aber viel aussagten. Nilsson klärt für den geschlagenen Torhüter Kiel warf alles nach vorne, drängte die auf Reserve laufende Arminia in die Defensive und hätte durch Janni Serra in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielen müssen – Joakim Nilsson feuerte den Ball mit Wucht von der Torlinie ins Seitenaus (90. +2) und wurde dafür ausgiebig von den Kollegen geherzt. „Wir haben nur Mannschaftsspieler, die ihr letztes Hemd füreinander geben", sagte Neuhaus. Vielleicht ist es das wichtigste Attribut von vielen, die die herausragende sportliche Situation des DSC rechtfertigen. Fans säubern Eingänge von rechten Flyern Erste Aufregung hatte bereits vor dem Anpfiff gegeben. Weil vermutlich Neonazis an den Eingängen des Stadions über Nacht laut Vereinsmitteilung „unzähliges rechtes Flyermaterial" abgelegt hatten, bat die Arminia die Fans um Hilfe gegen rechte Propaganda. „Lasst uns zusammen unter dem Motto 'Reinigen gegen Rechts' zeigen, dass rechtes Gedankengut und Nazis bei uns keinen Platz haben", appellierte der Club, „mit so viel Dreck vor der Tür wollen wir unser heutiges Heimspiel nicht bestreiten". Diesem Wunsch kamen am Sonntagvormittag über 100 Fans nach und beseitigten die Flyer rechtzeitig vor Öffnung der Stadiontore. Das Spiel im Liveticker:

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