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Applaus für die Fans, Applaus von den Fans: Fabian Klos arbeitet an seinem Status als lebende Legende des DSC Arminia. Allerdings ist Bielefeld dadurch von ihm abhängig. - © Andreas Zobe
Applaus für die Fans, Applaus von den Fans: Fabian Klos arbeitet an seinem Status als lebende Legende des DSC Arminia. Allerdings ist Bielefeld dadurch von ihm abhängig. | © Andreas Zobe

Arminia Bielefeld Fabian Klos baut sich sein Denkmal - der DSC ist abhängig vom Topstürmer

Mit dem 31-Jährigen steht und fällt der Erfolg von Arminia Bielefeld in der 2. Bundesliga, das wurde in Hannover erneut deutlich. Jetzt hat er einen weiteren klubinternen Rekord eingestellt

Jan Ahlers
16.09.2019 | Stand 17.09.2019, 11:58 Uhr

Bielefeld. Die Leistung von Arminia-Kapitän Fabian Klos, der ein Tor beigesteuert und den Elfmeter zum 2:0-Endstand bei Hannover 96 provoziert hatte, warf wenige Fragen auf. Über eine aber diskutierten die DSC-Fans im Anschluss an das Spiel in den sozialen Netzwerken mit Vehemenz: Wo soll spätestens nach dem Karriereende des 31-Jährigen ein Denkmal errichtet werden? Siegfriedplatz, Kesselbrink, Oetkerhalle und sogar das Münsteraner Rathaus werden als Optionen genannt. Einig ist sich die Anhängerschaft darin, dass der Stürmer in seiner neunten Spielzeit für Arminia Bielefeld aktuell auf bestem Wege ist, sich den Status als spätere Vereinsikone endgültig zu verdienen. Die Zahlen untermauern das: Vier Tore und vier Vorlagen steuerte Klos in sechs Punktspielen bislang bei, blieb nur beim Auftaktspiel gegen den FC St. Pauli ohne Torbeteiligung. Zusammen mit Andreas Voglsammer (drei Treffer, ein Assist) bildet das improvisierte Sturmduo - eigentlich agiert Voglsammer als Linksaußen - aktuell erneut den torgefährlichsten Angriff der Liga. Hartherz: "Er ist in absoluter Topform" Die Bilanz im Fußballjahr 2019 liest sich aus Sicht des Mannschaftsführers noch beeindruckender. 16 Mal war Klos seit dem 4:3 in Dresden Ende Januar erfolgreich, legte 13 weitere Treffer auf - 29 Scorerpunkte resultieren so aus 22 Ligabegegnungen, von denen Klos ur sechsmal in der Torstatistik irrelevant blieb. "Er ist in absoluter Top-Form, ich kann nur ein großes Kompliment an ihn aussprechen", schwärmte Verteidiger Florian Hartherz nach dem Sieg in Hannover. "Er ist in den richtigen Momenten da, geht voran, zieht die Mannschaft mit. Er macht es aktuell einfach unglaublich gut." Der Ursprung des Formhochs liegt auch im Vertrauen von Trainer Uwe Neuhaus, unter dem Klos seit Amtsantritt gesetzt ist. "Er ist einer der gefährlichsten Zweitligastürmer, absolut überdurchschnittlich", bestätigte der Coach. Neuhaus hebt zudem hervor: "Auch die Art und Weise, wie er sein Kapitänsamt ausübt, freut mich sehr. Er ist der perfekte Ansprechpartner für mich." Während Vorgänger Jeff Saibene den jetzigen Zweitliga-Rekordtorschützen des DSC immer wieder auf die Ersatzbank beorderte, zahlt Klos den Vertrauensvorschuss unter Neuhaus nun beeindruckend zurück. Es wirkt, als wolle Klos im Herbst seiner Karriere die vielleicht letzte Chance nutzen, mit Arminia Bielefeld in der Bundesliga zu spielen. Für Verletzungsprobleme ist Arminia kaum gewappnet Öffentlich spricht der 31-Jährige ungern über seine eigene Leistung. "Wir tun uns vorne alle gegenseitig gut", sagte der Kapitän in Hannover. "Es haben nicht Voglsammer und Klos das Spiel gewonnen, sondern die Mannschaft." Während die Kollegen vor dem rappelvollen Gästeblock hüpften und jubelten, lehnte sich Klos mit den Armen an die Werbebande, wirkte eher tiefenentspannt denn ausgelassen. "Das war so ein Moment, da stellt man sich einfach vor die Kurve und genießt einfach nur den Moment", erklärte der Stürmer, der sich in Hannover mit seinem 166. Zweitliga-Einsatz auch zum Arminia-Rekordspieler in dieser Spielklasse kürte. Auch Helmut Schröder kommt auf 166 Zweitliga-Spiele, Norbert Eilenfeldt auf 164. Der Haken an der Sache: Für mögliche Ausfälle seines Sturm-Duos ist der DSC zurzeit kaum gewappnet. Im Sturmzentrum sind Sven Schipplock und Nils Quaschner durch andauernde Verletzungen weit entfernt vom oberen Zweitliga-Niveau. Auf dem linken Flügel steht einzig Keanu Staude parat, der seit zehn Monaten keine Torbeteiligung mehr aufweisen kann. Anders gesagt: Arminia ist mehr denn je abhängig von seinem Topstürmer - und von seiner Gesundheit.

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