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Arminias prominentester Neuer im Sommer: Von Marcel Hartel, dessen Marktwert auf 1,2 Millionen Euro taxiert wird, verspricht sich der DSC im Saisonverlauf viel. Sein Potenzial hat er schon angedeutet. - © Wolfgang Rudolf
Arminias prominentester Neuer im Sommer: Von Marcel Hartel, dessen Marktwert auf 1,2 Millionen Euro taxiert wird, verspricht sich der DSC im Saisonverlauf viel. Sein Potenzial hat er schon angedeutet. | © Wolfgang Rudolf

Fußball Zahlen und Fakten: So hat sich die 2. Bundesliga im Sommer verstärkt

55 Millionen Euro haben die Zweitligisten ausgegeben und ein Mehrfaches davon für ihre Verkäufe eingenommen. Wir blicken zurück auf die Sommer-Transferphase in der 2. Bundesliga - Arminia mittendrin.

Jan Ahlers
03.09.2019 | Stand 03.09.2019, 16:57 Uhr

Bielefeld. Viel zu tun hatten die Kaderplaner und Sportdirektoren der Zweitligisten bis zum Ende der Transferperiode: Noch am Montagabend wurden Last-Minute-Transfers bei mehreren Klubs vermeldet – Arminia Bielefeld hielt sich nach seiner finalen Verpflichtung von Alex Perez im Schlussakt zurück. Wir zeigen in einigen Statistiken, wie sich die 2. Bundesliga im Sommer verstärkt hat. Der Gesamtüberblick Laut des Portals transfermarkt.de haben die Vereine der 2. Bundesliga im Sommer 2019/20 insgesamt 178 Spieler verpflichtet und 189 Akteure abgegeben – bereits im Sommer dieses Jahres beendete Leihgeschäfte, die „Rückkehrer", sind nicht als Zu- oder Abgänge einbezogen. Die Zahl entspricht etwa zehn Neuverpflichtungen pro Verein. Springen ließen die Zweitligisten für ihre Neuen insgesamt 55 Millionen Euro, was durchschnittlichen Ausgaben von rund 300.000 Euro pro Spieler entspricht. Tatsächlich aber wurde nur für ungefähr die Hälfte der verpflichteten Profis auch eine Ablösesumme fällig. Durch Spielerabgänge erlöst wurden im Umkehrschluss satte 146 Millionen Euro – ein satter Gewinn für die zweite Liga, den aber wenige Vereine zum Großteil für sich beanspruchen dürfen. Aber dazu mehr in der folgenden Statistik. Der Transferkrösus Es wird kaum jemanden verwundern, dass die größten „Attraktionen" der 2. Bundesliga ihrem jährlichen Finanzvolumen entsprechend auf Shoppingtour gegangen sind. Der VfB Stuttgart und der Hamburger SV lieferten sich lange ein enges Rennen um die Spitze der ausgabefreudigsten Klubs, ehe die Schwaben mit den späten Verpflichtungen von Philipp Förster (SV Sandhausen, 3 Millionen Euro) und allen voran Silas Wamangituka (Paris FC, 8 Mio.) und Gesamtausgaben von mehr als 20 Millionen Euro eindeutig zum Transfer-Meister krönten (HSV: rund 12 Mio. Euro). Im Gegenzug gibt es mehrere Zweitligisten, die nur sehr geringe Summen an andere Klubs überweisen müssten. Die Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden und VfL Osnabrück sowie der SV Sandhausen sind mit einer „0" bei den Ausgaben vermerkt, allerdings mit Fragezeichen hinter wenigen Transfers, über die die Zweitligisten das obligatorische „Stillschweigen" vereinbart hatten. Erzgebirge Aue investierte lediglich 100.000 Euro, ebenso Jahn Regensburg. Arminia Bielefeld investierte übrigens in Marcel Hartel, Joakim Nilsson und Fabian Kunze knapp eine Million Euro. Die teuersten Abgänge Auch hier überragt der VfB Stuttgart in der 2. Bundesliga alles und jeden. Denn obgleich der Absteiger in der Vorsaison satte 70 Gegentore hinnehmen musste, schaffte er es, für seine drei Abwehrspieler Benjamin Pavard (FC Bayern, 35 Millionen Euro), Ozan Kabak (Schalke 04, 15 Mio.) und Timo Baumgartl (PSV Eindhoven, 10 Mio.) sowie eine Handvoll weiterer Abgänge fast 66 Mio. Euro zu erlösen. Selbst in der Bundesliga haben nur die TSG Hoffenheim, Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund mehr Geld für ihre Spielerverkäufe eingenommen. Auch die Mitabsteiger fanden zahlungskräftige Abnehmer für ihr Tafelsilber. So verkaufte Hannover 96 Ihlas Bebou (Hoffenheim, 8,5 Mio.), Niclas Füllkrug (Bremen, 6,5 Mio.) und Walace (Udinese, 6 Mio.), während Nürnberg für Eduard Löwen 7 Mio. Euro von Hertha BSC einstrich. Auch der HSV strich durch die Verkäufe von Douglas Santos (St. Petersburg, 12 Mio.) sowie Filip Kostic (Frankfurt, 6 Mio.) hohe Summen ein – Stürmer Jan-Fiete Arp brachte bei seinem Transfer zum FC Bayern dagegen „nur" 3 Mio. Euro ein. Während der DSC Arminia einzig für Leandro Putaro und Max Christiansen kleine Ablösesummen in annehmbar fünfstelliger Höhe generierte, ist zumindest der 1. FC Heidenheim als Klub ohne kürzliche Erstliga-Historie zu nennen. Dieser nämlich brach mit den Verkäufen von Robert Glatzel (Cardiff, 6 Mio.) und Nikola Dovedan (Nürnberg, 2,5 Mio.) alle vereinsinternen Rekorde und nahm insgesamt fast 10 Millionen Euro ein – ein außergewöhnlicher Wert für einen durchschnittlichen Zweitligisten. Die neuen Stars der Liga Nicht immer verstecken sich die vielversprechendsten Spieler hinter den größten Ablösesummen. So liegt etwa großes Augenmerk auf dem Ex-Paderborner Philipp Klement, der nun beim VfB Stuttgart (Ablösesumme: 2,5 Mio.) im Mittelfeld die Fäden ziehen soll. Hannover 96 hat mit der Rückholaktion von Ron-Robert Zieler (Stuttgart, 750.000) ein Ausrufezeichen gesetzt. Lukas Hinterseer hat sich sogar ablösefrei als Torjäger des VfL Bochum dem HSV angeschlossen, ist dort auf Anhieb gesetzt und hat auch seine Torgefahr bereits unter Beweis gestellt. Allerdings sorgt nun Martin Harnik, 68-facher österreichischer Nationalspieler, dort für Konkurrenzkampf. Auch der Rest der Liga hofft, Transferkracher gelandet zu haben – wenn auch mit etwas weniger Geld. So zum Beispiel Dynamo Dresden, das den ehemaligen Dortmunder Chris Löwe für seine Defensivreihen unter Vertrag nahm. Der VfL Bochum, der Saulo Decarli von CL-Teilnehmer FC Brügge verpflichtete. Oder Arminia Bielefeld, bei denen Ex-Unioner Marcel Hartel in seinen ersten Partien bereits bleibenden Eindruck hinterlassen hat und vieles mitbringt, um zu einem günstigen Glücksgriff zu werden.

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