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Hatte schon Grund zur Freude: Ex-Armine Julian Börner, jetzt Sheffield Wednesday. - © Harriet Massey
Hatte schon Grund zur Freude: Ex-Armine Julian Börner, jetzt Sheffield Wednesday. | © Harriet Massey

Arminia Bielefeld Ex-Armine Börner steht gleich wieder in der Startelf

Der Verteidiger ist beim Zweitligisten Sheffield Wednesday angekommen und fühlt sich im neuen Umfeld wohl. Die „englische“ Art der Zweikampfführung liegt ihm

Peter Burkamp
20.08.2019 | Stand 21.08.2019, 06:36 Uhr

Bielefeld/Sheffield. Drei Punktspiele hat Sheffield Wednesday in der Championship genannten zweiten englischen Fußball-Liga absolviert. Julian Börner hat alle 270 Minuten plus Nachspielzeit auf dem Platz gestanden. „Das war nicht selbstverständlich, zumal der Trainer, der mich geholt hat, schon wieder weg ist", erzählt der ehemalige DSC-Verteidiger. Noch vor Saisonbeginn war Steve Bruce zu Newcastle gewechselt. „Ich habe mich während der Vorbereitung voll reingehängt und offenbar in den Tests überzeugen können", ergänzt der 28-Jährige, der 149 Spiele und 19 Tore für Arminia in der Vita hat. Nach seinem Wechsel auf die Insel erlebte er schon nahezu alle Facetten des Fußballs. Die „Owls" starteten mit einem 3:1-Auswärtssieg in Reading. Es folgte ein 2:0-Heimerfolg gegen Barnsley. „Zum Auftakt waren 28.000 Zuschauer im Stadion. Es herrschte eine mega Stimmung", schildert der Innenverteidiger. Im Vergleich zu deutschen Verhältnissen sei die Atmosphäre jedoch anders gewesen: „Man hört weniger länger anhaltende Fangesänge. Es gab Momente, da war es komplett ruhig im Stadion. Dann wiederum gewinnst du einen Zweikampf oder hast eine gute Aktion, und die Zuschauer springen plötzlich auf, machen einen riesen Lärm und feuern ihre Mannschaft an." Unglücklich verloren nach zwei Siegen Im dritten Spiel erlebte Börner mit Wednesday eine unverdiente 0:1-Niederlage beim FC Millwall. „So ist der Fußball", meint er und verweist auf die Statistik. Seine Mannschaft beherrschte den Gegner in der zweiten Halbzeit, schoss neunmal aufs Tor. Millwall brachte den Ball während des ganzen Spiels zweimal aufs Tor, einmal war er drin. Viel Zeit, den verlorenen Punkten nachzutrauern, hatten Börner und sein Team nicht. Heute Abend geht es schon weiter mit dem Heimspiel gegen Luton Town – englische Woche eben. Börner, seine Frau und die gemeinsam Tochter fühlen sich wohl in Sheffield, das mit „United" noch einen Premier-League-Klub aufweisen kann. „Wir wohnen ein bisschen am Rande, nahe einem Grüngürtel mit vielen Spielplätzen", erzählt Börner. In der kurzen Zeit seit dem Umzug Ende Juni hatten die Börners schon viel Besuch von der Familie oder Freunden. Zuschauer erwarten Kampfgeist Als einziger – und erster in der Geschichte Wednesdays – deutscher Spieler versucht sich Börner in seinen ersten Monaten an zwei Dinge zu gewöhnen. Zum einen die Sprache, zum anderen die etwas andere Art der Zweikampfführung. „Ich frage viel, und wenn ich etwas nicht verstehe oder richtig auszudrücken vermag, helfen mir die Kollegen", sagt Börner. Die Verständigung werde von Tag zu Tag besser. Die gegenüber der deutschen 2. Liga etwas andere „Sprache" auf dem Platz versucht Börner derzeit weiter zu verinnerlichen. „Es gibt Fouls, die werden bei uns gepfiffen, während die Schiedsrichter hier viel mehr laufen lassen. Wichtig bei den Zuschauern ist, dass du nicht liegenbleibst und jammerst, sondern dem Ball und Gegner hinterhergehst und ihn zurückerkämpfst", meint Börner. Mit dieser Herangehensweise hatte er noch nie ein Problem.

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