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Jubel und Erleichterung: Beim 3:1 über Erzgebirge Aue bewahrte der DSC auch nach dem Anschlusstreffer die Ruhe. Der Lohn ist der erste Saisonsieg. - © Wolfgang Rudolf
Jubel und Erleichterung: Beim 3:1 über Erzgebirge Aue bewahrte der DSC auch nach dem Anschlusstreffer die Ruhe. Der Lohn ist der erste Saisonsieg. | © Wolfgang Rudolf

Arminia Bielefeld Neuhaus erklärt: Das war die wichtigste Weiterentwicklung zum Bochum-Spiel

„Das war ein Spiel, in dem es um mehr als drei Punkte ging", meinte Trainer Uwe Neuhaus über das Spiel gegen Aue.

Jan Ahlers
19.08.2019 | Stand 19.08.2019, 18:07 Uhr |

Bielefeld. Zwischen vorsichtigem Optimismus und Sorgenfalten aufgrund eines Fehlstarts war vor dem Heimspiel des DSC Arminia gegen Erzgebirge Aue vieles denkbar. Die Leistung am Samstagnachmittag aber wusste wohl fast alle der knapp 15.000 heimischen Fans zu überzeugen: Mit einem völlig verdienten 3:1(1:0)-Erfolg, der selbst nach Einschätzung der sächsischen Gäste zu niedrig ausgefallen war, kletterte Bielefeld in der Tabelle nach oben und untermauerte seine neuen Ansprüche. „Das war heute ein Spiel, in dem es um mehr als drei Punkte ging", sagte Trainer Uwe Neuhaus. Es sei richtungsweisend gewesen, habe er seinen Spielern vor dem Anpfiff mitgegeben. Sprich: Der 59-Jährige erwartete nicht nur den Heimsieg, sondern ein ordentliches Maß an Überzeugung dahinter. Es sollte kein Zittersieg, sondern eine souveräne Angelegenheit werden. Man habe sich schließlich vorgenommen, „das Stadion voller zu bekommen als heute." Die große Stunde von Joakim Nilsson Fragezeichen hinter die Rechtmäßigkeit des Erfolgs setzte keiner. Einzig in den ersten 20 Minuten, in denen sich Arminia auf die mit einer Dreierkette aufwartenden Gäste einstellen musste, war die Partie ausgeglichen. Erste Lücken fanden Fabian Klos und Andreas Voglsammer nach 20 Minuten, Letzterer scheiterte aus kurzer Distanz knapp. Dann schlug die große Stunde von Neuverpflichtung Joakim Nilsson, der genauso wie Marcel Hartel sein DSC-Startelfdebüt in der 2. Bundesliga beging: Mit Wucht köpfte er eine Ecke von Joan Simun Edmundsson ins Tor. „Ich mag es, mit Tempo zum Kopfball hochzusteigen", beschrieb der 25-Jährige. „Dass der Start hier für mich so gut läuft, hatte ich aber nicht erwartet", ergänzte der Schwede. In der Folgezeit attackierte Arminia beherzter und brachte die bis dato perfekt gestarteten Auer schnell an ihre Leistungsgrenze. „Wir haben eigenartige Aktionen gehabt, viele Bälle einfach hergegeben", klagte Aue-Trainer Daniel Meyer. Aue-Keeper ehrlich: "Wir hätten mehr Tore kassieren können" Viele dieser Fehler provozierte die Neuhaus-Elf, die unmittelbar nach dem Seitenwechsel ihre vielleicht stärkste Phase hatte und sich dafür mit dem 2:0-Treffer belohnte: Manuel Prietl, ansonsten von Neuhaus im Mittelfeld „gebunden" an die Gegenspieler, sah in der Zentrale viel Raum vor sich, steckte durch auf Klos. Wenige Sekunden später, eine Stunde war gespielt, hatte Arminia Bielefeld seinen neuen alleinigen Zweitliga-Rekordtorschützen mit nunmehr 60 Treffern, weil der Kapitän Aues Schlussmann Martin Männel („Wir hätten ein, zwei Tore mehr kassieren können") locker umkurvte und ins leere Tor einschob. Die Siegesfeier war eingeläutet, bis Christoph Daferner nach 76 Minuten einen Eckball ohne große DSC-Gegenwehr einköpfen durfte. „Ich werde meine Spieler fragen müssen, was da in ihnen vorgegangen ist", kritisierte Trainer Neuhaus, sah aber in der Folge den wichtigsten Entwicklungsfortschritt: „Wir haben uns nicht an das erinnert, was vor zwei Wochen passiert ist, und haben nicht gewackelt." Stattdessen erhöhte Voglsammer gar noch per Strafstoß auf 3:1. „Es war keine Glanzleistung", bilanzierte der Torschütze später. „Wir waren heute klar im Kopf, konzentriert – aber der Gegner vielleicht auch zu schwach." 3:1 über Aue: Die DSC-Spieler in der Einzelkritik

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