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Stefan Ortega Moreno (l.), hier mit Heidenheims Robert Andrich, kann sich einen Verbleib vorstellen. - © Christian Weische
Stefan Ortega Moreno (l.), hier mit Heidenheims Robert Andrich, kann sich einen Verbleib vorstellen. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Ortega würde gerne beim DSC Arminia bleiben

Arminia: Der Stammtorhüter äußerte nach dem Bochum-Spiel noch Kritik an der Defensivleistung, hat nun aber drei Punkte gegen Aue im Visier. Seinen Bundesliga-Traum würde er gerne mit den Blauen verwirklichen

Jan Ahlers
15.08.2019 | Stand 16.08.2019, 13:27 Uhr |

Bielefeld. Das Wort von Stefan Ortega Moreno hat beim DSC Arminia Bielefeld Gewicht. Wenn der abseits des Spielfeldes ruhige, auf dem Rasen dafür aber umso emotionalere Stammkeeper des Zweitligisten einen Missstand anspricht, tut er das deutlich. Das war unter anderem in der Hinrunde der vergangenen Saison der Fall, nun platzte es nach dem letzten Zweitliga-Spiel in Bochum wieder einmal aus dem 26-Jährigen heraus. Als „fahrlässig" und „dämlich" beschrieb er die Leistung seiner Vorderleute – Ortega selbst traf bei den Gegentoren keine Schuld. Im Heimspiel gegen Erzgebirge Aue könnte Joakim Nilsson daher anstelle von Stephan Salger zu seinem ersten Liga-Einsatz kommen. „Er hat sich hier schon etwas umstellen müssen", sagte Ortega am Donnerstag über seinen neuen schwedischen Mitspieler. „In Berlin aber hat er es gut gemacht, sowohl in der Zweikampfführung als auch in der Luft." Im Spiel mit dem Ball, das ließ der Torhüter durchblicken, „waren wir in Berlin alle nicht auf dem Level, das wir uns vorstellen." Ortegas Vertrag läuft noch bis Saisonende Der Vertrag von Ortega, der seit seiner DSC-Rückkehr im Jahr 2016 bei nur drei von 67 Ligaspielen aufgrund einer Innenbandverletzung fehlte, läuft noch bis zum Saisonende. Als einer der solidesten Torhüter der 2. Bundesliga dürfte der gebürtige Caldener die Arbeitslosigkeit ab Sommer kaum fürchten. Im Gegenteil: Gerne würde er sogar beim DSC bleiben. „Klar kann ich mir das vorstellen. Es gibt nichts, was dagegen spricht", meint Ortega, angesprochen auf eine Verlängerung eines Kontrakts. „Ich habe hier alles, was ich brauche, um mich weiterzuentwickeln." Dazu zähle Trainer Uwe Neuhaus, der ihm absolutes Vertrauen entgegenbringe. „Und Torwarttrainer Marco Kostmann, bei dem ich weiß, dass er mich voranbringt." Auch die Nähe zur Heimat spiele eine Rolle. Kurzum: „Wenn der Verein auf mich zukommt, würde ich das nicht ablehnen." Allerdings, das ist ein offenes Geheimnis, würde der Schlussmann auf dem Höhepunkt seiner Karriere gerne einmal in der Bundesliga spielen – rund 140 Zweitliga-Spiele Erfahrung kann Ortega mittlerweile vorzeigen. Ein Ziel, das in absehbarer Zeit auch mit Arminia Bielefeld zu erreichen ist? „Es müsste, ähnlich wie in Paderborn vergangene Saison, aktuell schon einiges zusammenkommen", sagt Ortega. Eine Entwicklung ist dem Torhüter jedoch nicht entgangen: „Das Anspruchsdenken innerhalb des Vereins hat sich verändert." Der Klassenerhalt genüge nicht mehr. „Wie der Verein die Zukunft plant, was seine Ziele sind, das interessiert mich natürlich auch." Im Gegensatz zum noch perspektivischen Ziel, um die vordersten Plätze mitzuspielen, steht am Samstag (13 Uhr) erst das unbequeme Heimspiel gegen Erzgebirge Aue bevor. Nicht Fisch, nicht Fleisch sei der Start gewesen, analysierte Ortega – nur ein Sieg gegen die Veilchen könnte die größer gewordenen Erwartungen befriedigen. Doch der Keeper warnt: „Aue versucht, einen guten Ball zu spielen. Mit Paco Testroet haben sie ihren Zielspieler vorne." Ortegas Wunsch an die Kulisse lautet deshalb: Geduld mitbringen, falls das Heimspiel ein zähes wird. Denn der 26-Jährige stellt klar: „Wir haben Nehmerqualitäten."

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