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Gab sein Startelfdebüt: Neu-Armine Marcel Hartel (Mitte) zeigte besonders im ersten Durchgang einige gute Ansätze in der Offensive. Foto: Wolfgang Rudolf - © Wolfgang Rudolf
Gab sein Startelfdebüt: Neu-Armine Marcel Hartel (Mitte) zeigte besonders im ersten Durchgang einige gute Ansätze in der Offensive. Foto: Wolfgang Rudolf | © Wolfgang Rudolf

Arminia Bielefeld Der Ausblick auf Aue drängt Arminias Pokalsieg in den Hintergrund

Beim Kreieren von Chancen und im Torabschluss besteht Verbesserungsbedarf. Trainer Uwe Neuhaus hat eine klare Meinung über den Leistungsstand von Marcel Hartel und Nils Seufert

Peter Burkamp
11.08.2019 | Stand 11.08.2019, 18:46 Uhr

Bielefeld. Andreas Voglsammer ist ein Pragmatiker. Wenn er auch mindestens bei einer Kontersituation im Pokalspiel bei Viktoria Berlin vielleicht etwas zu lange überlegt („Da gehen einem hundert Gedanken durch den Kopf") und am Ende womöglich die falsche Entscheidung getroffen hatte, so formulierte er nach dem 1:0-Erfolg der Bielefelder wieder spontan und präzise die wesentliche Quintessenz des Pokalnachmittags: „Wir haben uns sicherlich nicht mit Ruhm bekleckert, aber wichtig ist, dass wir weitergekommen sind", sagte der Schütze des goldenen Tores. So oder ähnlich lauteten nahezu alle Kommentare aus dem Lager des heimischen Zweitligisten. Wieder einmal bestätigte sich, dass die vermeintlich leichteren Gegner im Pokal eben nur vermeintlich leichter sind. „Bayern München hat sich letztes Jahr auch nicht mit Ruhm bekleckert", erinnerte Voglsammer an das 1:0 (82. Lewandowski) des Rekord-Pokalsiegers beim SV Drochtersen/Assel. Und DSC-Trainer Uwe Neuhaus zog zu der eigenen Erfahrung bei Viktoria Berlin die aktuellen Pokalpleiten der Erstligisten Augsburg und Mainz heran, als er betonte, „dass es nicht so einfach ist, einen Klassenunterschied deutlich zu machen". Zittern, weil das zweite Tor nicht fällt Der Vorsprung der Großen gegenüber den Kleinen drückt sich am einfachsten im Torverhältnis aus. Doch wenn man sich wie die Arminen beim Berliner Regionalligisten schon bei der Entwicklung von Chancen zu viele Fehler und Ungenauigkeiten leistet und letztlich auch im Abschluss selbst nicht konsequent genug ist, muss man sich über die eine gelungene Standardsituation, die zum 1:0 (15. Minute, Voglsammer) führte, besonders freuen. „Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht, da wir unsere Möglichkeiten nicht genutzt haben", meinte Uwe Neuhaus. Die logische Folge: „Wenn du das zweite Tor nicht machst, fängst du automatisch an zu zittern." Letztlich haben sich die Schützlinge von Neuhaus erfolgreich über die Zeit gezittert und richten ihren Blick schon wieder auf das nächste Heimspiel gegen Erzgebirge Aue am nächsten Samstag. Einen Tag später wird die zweite Runde des DFB-Pokals ausgelost. Voglsammer hätte gern einen „machbaren Gegner zu Hause" . Doch wichtiger als ein Wunschlos dürfte ihm ein Erfolg gegen Aue sein. Abstimmung mit Klos muss besser werden Neuhaus hat noch einige Tage Zeit, um zu entscheiden, ob er Nils Seufert und/oder Marcel Hartel erneut in die Startelf beruft. Für beide bedeutete der Pokal eine Chance, sich zu etablieren. Hartel habe auch „durch zwei Möglichkeiten in der Anfangsphase angedeutet, wozu er in der Lage ist". Neuhaus setzt darauf, dass die Abstimmung mit Fabian Klos, „gerade auch bei Läufen in die Tiefe und um ihn herum noch besser werden muss". Bei Union Berlin habe Hartel auch mal außen oder im Zentrum agiert und andere Aufgaben gehabt. Nils Seufert habe ihn nicht enttäuscht: „Er weiß selbst, dass da noch Luft nach oben ist." Seufert habe nach einer Verletzungsproblematik, die sich „bis tief in die vergangene Serie zog", sein erstes Spiel von Beginn an gemacht: „Da kann man nicht hundert Prozent erwarten."

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