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Clemens Tönnies steht auch nach seinem drei Monate andauernden Rückzug als Schalke-Boss weiter in der Kritik. - © Christian Weische
Clemens Tönnies steht auch nach seinem drei Monate andauernden Rückzug als Schalke-Boss weiter in der Kritik. | © Christian Weische

Rassismus-Vorwurf Arminia zum Fall Tönnies: "Es ist auch wichtig, Fehler zu verzeihen"

Der DSC Arminia äußert sich in einer eher allgemeinen Stellungnahme zur rassistischen Entgleisung von Schalke-Boss Clemens Tönnies, ohne dessen Namen zu erwähnen.

07.08.2019 | Stand 07.08.2019, 22:32 Uhr

Bielefeld. Die rassistischen Äußerungen von Schalke-Boss Clemens Tönnies zu Afrika hat der DSC Arminia bisher nicht kommentieren wollen. In einer ersten Reaktion auf eine Anfrage von nw.de hieß es von Sprecher Daniel Mucha lediglich: „Kein Kommentar. Wir äußern uns grundsätzlich öffentlich weder über Werbepartner noch über Funktionäre anderer Vereine." Heute, am Tag nachdem Tönnies angekündigt hatte, den Aufsichtsratsvorsatz bei Schalke 04 für drei Monate ruhen zu lassen, heißt  es in einer Presseerklärung des DSC: "Arminia Bielefeld sind grundsätzliche Werte wie Respekt, Toleranz, Wertschätzung und Fair-Play das feste Fundament für eine sportliche und gesellschaftliche Kultur der Vielfalt, in der für Diskriminierung, Ausgrenzung, Gewalt und Extremismus in jeder Form kein Platz ist." "Der DSC Arminia ist auch kein Freund überhitzter öffentlicher Diskussionen" Ohne den Namen Tönnies zu erwähnen, heißt es zudem: "Mit zahlreichen Projekten und Aktionen setzt sich der DSC Arminia Bielefeld seit jeher mit Leidenschaft und Engagement für den Erhalt dieser Werte und damit für das gesellschaftliche Fundament ein." Sehr wohl sei der DSC Arminia auch kein Freund überhitzter öffentlicher Diskussionen, die in ihrem Grad der medial künstlich erhöhten Empörungsstufe nahezu jede Verhältnismäßigkeit verloren haben, betont der Verein. "Denn die Basis für ein friedliches und respektvolles Miteinander bleibt die Menschlichkeit." Kein Mensch sei ohne Fehler, betont der DSC. "Fehler anzusprechen und für Fehler geradezustehen ist dabei genauso wichtig wie Fehler zu verzeihen und jemandem die Chance zu geben, Fehler nicht zu wiederholen", heißt es abschließend in der Pressemitteilung. Trotz Rückzugs auf Zeit hält die Kritik weiter an Wie berichtet, hatte Tönnies beim Tag des Handwerks in Paderborn die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika vorgeschlagen: „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren." Der Unternehmer entschuldigte sich danach für seine Äußerungen, die „falsch, unüberlegt und gedankenlos" gewesen seien. Die Kritik hielt trotzdem an. Gestern tagte der Ehrenrat von Schalke 04. Tönnies kündigte nach der Sitzung an, den Aufsichtsratsvorsitz für drei Monate ruhen zu lassen.

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