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Aus Gegnern werden Kollegen: Marcel Hartel (links), im September 2018 im Trikot von Union Berlin beim Spiel in der Bielefelder Schüco-Arena am Ball, und Manuel Prietl spielen ab sofort gemeinsam für Arminia. - © imago/pmk
Aus Gegnern werden Kollegen: Marcel Hartel (links), im September 2018 im Trikot von Union Berlin beim Spiel in der Bielefelder Schüco-Arena am Ball, und Manuel Prietl spielen ab sofort gemeinsam für Arminia. | © imago/pmk

Arminia Bielefeld Arminia kauft Marcel Hartel deutlich unter Marktwert

Der Neue ist gegen den FC St. Pauli spielberechtigt

Philipp Kreutzer
29.07.2019 | Stand 29.07.2019, 07:08 Uhr |

Bielefeld. VfB Stuttgart, Hamburger SV, Hannover 96 und 1. FC Nürnberg: Wenn es darum geht, wer in dieser Saison in der 2. Bundesliga um den Aufstieg spielen wird, sind immer wieder die Namen der üblichen Verdächtigen zu hören. In einer Umfrage des Fachmagazins kicker unter den Zweitliga-Trainer wurde Arminia Bielefeld neben Holstein Kiel und dem VfL Bochum immerhin als mögliche Überraschungsmannschaft genannt. Was wirklich in ihm steckt, kann der DSC am Montag ab 20.30 Uhr im Auftaktspiel in der Schüco-Arena gegen den FC St. Pauli zeigen (Liveticker auf nw.de). "Der erste Spieltag hat fast wie der Pokal seine eigenen Gesetze" Auch Uwe Neuhaus fällt es nicht schwer zu erraten, weshalb die Kollegen Frank Schmidt vom 1. FC Heidenheim und Stefan Leitl von Greuther Fürth seiner Mannschaft eine Überraschung zutrauen. „Die gute Rückrunde hat schon den einen oder anderen auf uns aufmerksam gemacht", sagt Arminias Trainer. Statistisch gesehen, ist sein Team mit 31 Punkten im Jahr 2019 bisher bester Zweitligist und verlor zudem im Sommer in Julian Börner nur eine Stammkraft. „Außergewöhnlich gut" sei die Vorbereitung verlaufen, schwärmt Neuhaus. Er betont zugleich aber: „Man weiß nie, was dabei herauskommt. Der erste Spieltag hat fast wie der Pokal seine eigenen Gesetze. Wir wollen natürlich sehen, dass wir das, was wir uns in der Vorbereitung erarbeitet haben, möglichst gut umsetzen." Was die Rolle des Geheimfavoriten betrifft, werden sich Schmidt und Leitl durch einen Transfer des DSC kurz vor dem Start vermutlich in ihren Einschätzungen bestätigt sehen: Arminia verpflichtete Marcel Hartel von Bundesliga-Aufsteiger Union Berlin. Hartel gilt als ballsicher und kreativ Der 23-Jährige, der in Neuhaus’ 4-3-3-System auf den Achterpositionen wie auf den Außen spielen kann, unterzeichnete einen Vertrag bis 2022. Der frühere U-21-Nationalspieler gilt als ballsicher und kreativ und stand schon länger im Fokus der Bielefelder. „Wir sind froh, dass Marcel sich im zweiten Anlauf für einen Wechsel zu uns entschieden hat und unseren Weg mitgehen wird. Er ist ein Spieler, der mit seiner Qualität unser Offensivspiel bereichern wird", sagt Sportchef Samir Arabi. Neuhaus sagt, Hartel sei ein „in der Offensive flexibel einsetzbarer Spieler, der viel Zug zum Tor hat. Auch als Vorbereiter ist er in der Vergangenheit immer wieder in Erscheinung getreten". Obwohl Hartel bei Union zu den fußballerisch Besten im Kader zählte, plant Urs Fischer in der Bundesliga ohne ihn. Nach Einschätzung des Berliner Trainers und des Spielers selbst ist er nicht der torgefährlichste. In 60 Pflichtspielen für Union erzielte Hartel vier Treffer und kam auf sieben Vorlagen. „Daran möchte ich arbeiten und mehr Scorerpunkte erreichen", sagt er. Um den auf mehr als 30 Profis angewachsenen Kader zu verkleinern, lässt Union ihn für eine Ablösesumme deutlich unter dem Marktwert, den transfermarkt.de mit 1,25 Millionen Euro für Hartel angibt, zu Arminia ziehen. "Ich möchte gerne häufiger auf dem Platz stehen als zuletzt" Wie hoch der genaue Betrag ist, den der DSC zahlen muss, soll davon abhängen, wie viele Spiele Hartel bestreitet. Dem Vernehmen nach dürfte es auf eine niedrige sechsstellige Summe hinauslaufen. Wertvollster Kicker in Arminias Kader ist laut transfermarkt.de übrigens Andreas Voglsammer mit 1,75 Millionen Euro, danach folgen die gleichauf liegenden Hartel und Reinhold Yabo. „Union zu verlassen, ist mir nicht leichtgefallen", sagt „Cello", „trotzdem denke ich, dass der Wechsel für mich die beste Lösung ist. Ich möchte gerne häufiger auf dem Platz stehen als zuletzt. Diese Chance sehe ich in Bielefeld." Arminias fünfter Sommer-Neuzugang, der die Rückennummer 30 tragen wird, ist schon für die Partie gegen St. Pauli spielberechtigt. Nach nur zwei Trainingseinheiten mit seiner neuen Mannschaft am Wochenende ist es sehr unwahrscheinlich, dass Neuhaus Hartel gleich in die Startelf beordern wird. Dem Aufgebot dürfte der Neue aber schon angehören – zumal dieses seit dieser Saison bis zu 20 statt bis zu 18 Spieler umfassen darf.

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