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Das Eigentor sorgte schließlich für ein Unentschieden. - © Wolfgang Rudolf
Das Eigentor sorgte schließlich für ein Unentschieden. | © Wolfgang Rudolf

Arminia Bielefeld Fußball verrückt: Achterbahnfahrt zwischen Bochum und Arminia endet 3:3

Arminen geben eine 2:0-Führung aus der Hand, schaffen in der Nachspielzeit aber noch den Ausgleich.

Patrick Albrecht
02.08.2019 | Stand 03.08.2019, 09:27 Uhr |

Bielefeld. Es war wohl das verrückteste Spiel, das Uwe Neuhaus seit seinem Amtsantritt als Trainer von Arminia Bielefeld erlebt hat. Nachdem Voglsammer und Klos seine Mannschaft mit 2:0 in Führung brachten, drehten die Gastgeber aus Bochum die Partie binnen 15 Minuten und schienen auf der Siegerstraße, ehe ein Eigentor in der Nachspielzeit doch noch für das 3:3 sorgen sollte. Ein leistungsgerechtes Ergebnis an einem spektakulären Fußball-Abend. Im Vergleich zum 1:1-Remis gegen den FC St. Pauli gab es eine Änderung: Neuzugang Cebio Soukou ersetzte Keanu Staude auf der Außenbahn. Schwere Fußballkost im ersten Durchgang In der ersten Halbzeit sollten die Zuschauer im Vonovia-Ruhrstadion allerdings alles andere als auf ihre Kosten kommen. Zwar hatten die Gastgeber aus Bochum in der Anfangsviertelstunde knapp 70 Prozent Ballbesitz, sollten dadurch aber für keine Torgefahr sorgen können. Erst nach 17 Minuten wurde es das erste Mal gefährlich, als Ganvoula nach einem Eckball seinen Kopfball nur knapp neben den Pfosten setzte. Nachdem Bochums Lee einen eher ungefährlichen Schlenzer aus der Drehung Richtung Bielefelder Tor abgab, sorgte Manuel Prietl mit seinem Distanzschuss aus knapp 30 Metern für den ersten Abschluss der Neuhaus-Elf, auch wenn dieser sein Ziel verfehlte (22.). Die Arminen befreiten sich mit fortschreitender Spieldauer aus ihrer Passivität und kamen besser ins Spiel. Zunächst wurde ein Voglsammer-Schuss über das Tor abgefälscht (29.), später setzte Edmundsson nach Hereingabe von Voglsammer einen Kopfball aus sieben Metern direkt auf Keeper Riemann (35.). Nach einem eher harmlosen Schlenzer von Yabo (42.) wurden die Gastgeber vor dem Pausenpfiff wieder mutiger und kamen durch Blum (42.), Ganvoula (44.) und Losilla (45.) noch zu weiteren Abschlüssen aus der Distanz, die DSC-Keeper Ortega aber allesamt in keine Bedrängnis brachten. Nach Wiederanpfiff erwischte der VfL zunächst den besseren Start. Ortega bärenstark, Voglsammer und Klos mit dem Doppelschlag Die Arminen konnten sich bei Keeper Ortega bedanken, als dieser einen Volleyschuss von Lee an das Lattenkreuz lenkte, bevor Ganvoula im Nachschuss nur den Außenpfosten traf (49.). Danach sollte der Wahnsinn beginnen. Eine Hereingabe von Edmundsson in den Rücken der Abwehr landete bei dem freistehenden Soukou, der eher unfreiwillig mit einer verstolperten Angabe auf Voglsammer ablegte, der eiskalt flach in die Mitte zum 0:1 einnetzte (54.). Nur eine Minute später sorgte Fabian Klos für den Doppelschlag, als er nach Kopfballverlängerung von Voglsammer eiskalt unten links zum 0:2 einschob (55.). Die Arminen wähnten sich auf der Siegerstraße, doch die Elf von Robin Dutt steckte nicht auf und belohnte sich. Losilla (58.) und Ganvoula (65., 67.) scheiterten erst noch, bevor ein Elfmeter für den Anschluss sorgen sollte. Voglsammer ließ gegen Weilandt im Sechzehner das Bein stehen, Blum verwandelte anschließend sicher zum 1:2 (72.). Zoller dreht das Spiel, Losilla in das eigene Tor Acht Minuten später der Ausgleich. Gonvula wird zu zögerlich attackiert und konnte von der Sechzehner-Kante durch die Beine von Behrendt unten links zum 2:2 einschieben (80.). Nachdem im Laufe der zweiten Halbzeit Hartel für Yabo und Seufert für Soukou gekommen waren, brachte Neuhaus nun mit Pieper für Voglsammer einen Innenverteidiger für einen Stürmer. Helfen sollte es jedoch nicht. Mit den Zuschauern im Rücken drückte der VfL weiter und schaffte in Person von Simon Zoller tatsächlich den vermeintlichen Siegtreffer, der nach Vorarbeit von Gonvula nur noch ins leere Tor einschieben musste. Zum Abschluss des verrückten Fußallspiels brachte Kapitän Losilla seine Mannschaft mit einem Eigentor in der Nachspielzeit doch noch um den Sieg (90.). Nachdem Pieper das Leder in die Mitte bugsiert hatte, grätschte Losilla diesen in das eigene Tor. Wenig später beendete Schiedsrichter Petersen ein Spektakel, das am Ende wohl leistungsgerecht mit 3:3 endete. Nächste Woche Samstag geht es mit einem Heimspiel gegen Erzgebirge Aue weiter. Alle Infos zum Spiel gibt es zum Nachlesen im Liveticker:

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