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Spielten sich in den Vordergrund: Anderson Lucoqui (links) und Jonathan Clauss jubeln beim 3:1-Heimsieg gegen den VfL Bochum. - © Wolfgang Rudolf
Spielten sich in den Vordergrund: Anderson Lucoqui (links) und Jonathan Clauss jubeln beim 3:1-Heimsieg gegen den VfL Bochum. | © Wolfgang Rudolf

Arminia Bielefeld Arminias Neuzugänge der vergangenen Saison: Wer überzeugte und wer nicht

Die Bilanz der elf Spieler, die Arminia vor und während der abgelaufenen Spielzeit verpflichtete

Philipp Kreutzer
04.06.2019 | Stand 04.06.2019, 12:49 Uhr

Bielefeld. Sieben neue Kicker waren im Sommer 2018 im Trainingslager von Arminia Bielefeld in Österreich dabei, vier weitere verpflichtete der DSC im Verlauf der Spielzeit 2018/19. Ein Überblick über die Novizen und wie sie sich beim Zweitligisten geschlagen haben. Philipp Klewin Der 25-Jährige sprang während der Hinrunde in drei Punktspielen sowie im Pokalspiel gegen Duisburg für den verletzten Stammtorhüter Stefan Ortega (26) ein. Arminia gewann zwar keine dieser Partien, dennoch machte Klewin seine Sache in Aue (0:1), gegen St. Pauli (1:2) und in Ingolstadt (1:1) sowie beim 0:3 gegen den MSV recht ordentlich und zeigte, dass auf ihn Verlass ist. Der Vertrag des früheren Erfurters läuft noch ein Jahr, dann soll der ausgeliehene Nikolai Rehnen (22) nach Bielefeld zurückkehren. Cedric Brunner Der Schweizer, vor der Saison vom FC Zürich gekommen, sollte die Lücke füllen, die sich mit dem Weggang von Florian Dick auf der rechten Abwehrseite auftat. Diese Erwartung hat Brunner (Vertrag bis 2020) erfüllt. Zugleich hat er noch Steigerungspotenzial. Verletzungen in der Anfangsphase der Saison am Knie sowie in der Schlussphase an Kopf und Schulter verhinderten, dass der 25-Jährige auf mehr als 23 Punktspiele mit einem Tor und drei Vorlagen kam. Aufgrund der Folgen seiner Schulter-OP ist offen, wann er wieder ins Mannschaftstraining einsteigen wird. Jonathan Clauss Der 26-jährige Franzose hat in der vergangenen Saison die wohl erstaunlichste Entwicklung aller DSC-Profis genommen. Nach Brunners Knieverletzung als Ersatz verpflichtet, benötigte der Spieler, der in der Saison zuvor mit US Quevilly in die 3. französische Liga abgestiegen war, eine Weile, um sich an das Niveau zu gewöhnen. Am Ende seiner ersten Spielzeit für Bielefeld stehen respektable 28 Zweitliga-Einsätze hinten sowie vorne rechts inklusive dreier Tore und dreier Vorlagen sowie eine Vertragsverlängerung um ein Jahr bis 2020. Außerdem die Erkenntnis, dass wertvolle Kicker nicht zwingend teuer sein müssen. Anderson Lucoqui Der Linksverteidiger, kurz vor Ende der Transferperiode im Sommer 2018 von Fortuna Düsseldorf gekommen, eroberte sich in der Rückrunde einen Stammplatz. In der Vierer-Abwehrkette war zuvor Florian Hartherz (26) hinten links gesetzt. Immerhin 17 Einsätze und eine Vorlage standen am Ende der Saison für Lucoqui zu Buche. Mit 21 Jahren hat er noch eine Menge Entwicklungspotenzial. Sein Vertrag beim DSC läuft bis 2021. Amos Pieper Als er in der Winterpause von Borussia Dortmund II nach Bielefeld wechselte, hatte der Defensivmann den Status eines hoffnungsvollen Talents. Inzwischen ist Amos Pieper ein ernsthafter Anwärter auf einen der beiden Plätze in der Innenverteidigung. Der 21-Jährige absolvierte in der Rückrunde acht Zweitliga-Einsätze und zeigte vor allem beim 2:0-Sieg im OWL-Duell gegen Paderborn eine ganz starke Leistung. Er ist bis 2022 an den DSC gebunden. Max Christiansen 30 Bundesliga-Spiele hat Max Christiansen einst für den FC Ingolstadt bestritten. Die damit verbundenen Erwartungen konnte er in Bielefeld aber nicht erfüllen. Nur drei Mal stand der 22-jährige Mittelfeldspieler in der abgelaufenen Saison in der Startelf. Weil Arminia unter der Regie von Trainer Uwe Neuhaus nur noch mit einem "Sechser" spielt, sind Christiansens Chancen auf Einsätze gering. Vor ihm stehen Spieler wie Manuel Prietl, Tom Schütz oder Nils Seufert. Für ihn, dessen Vertrag bis 2020 läuft, wäre ein Vereinswechsel noch in diesem Sommer sinnvoll. Joan Simun Edmundsson Im ersten Saisonviertel war der Färinger der auffälligste Neuzugang des DSC. Mit drei Toren und fünf Vorlagen lag er in der internen Scorerwertung lange vorn. Eine erste Knieverletzung, erlitten im November im Spiel Ingolstadt, bremste ihn vorerst aus, eine weitere in der Rückrunde erschwerte Edmundssons Rückkehr zu anfänglicher Form zusätzlich. In der Rückrunde kam nur noch ein Treffer im ersten Spiel 2019 in Dresden hinzu. Gefragt sein wird der 27-Jährige (Vertrag bis 2020) bei Arminia dennoch auch weiterhin - ob als offensiver Außen oder auf einer der beiden Achter-Positionen. Nils Seufert Der 22-jährige Mittelfeldspieler schaffte nach seinem Wechsel vom 1. FC Kaiserslautern gleich den Sprung in die Stammelf. Wer mit Anfang 20 in der 2. Liga mit seiner Ballsicherheit und Spielfreude auftritt, steht schnell auch bei Erstligisten auf dem Wunschzettel. Seufert (Vertrag bis 2021) ist allerdings körperlich (noch) zu anfällig, um für höhere Aufgaben in Frage zu kommen. Mehrfach stand er wegen muskulärer Probleme und zuletzt wegen einer Schambeinentzündung nicht zur Verfügung. Reinhold Yabo Der Offensivspieler schlug nach seiner Rückkehr in der Winterpause von RB Salzburg sofort ein, zeigte nach seiner Einwechslung beim 4:3-Sieg in Dresden und beim 2:0 über den HSV starke Auftritte. Anschließend aber erreichte der 27-Jährige - womöglich auch als Folge einer bei RB im November erlittenen Sprunggelenkverletzung - kaum noch sein wahres Leistungsvermögen. Sein Vertrag bei Arminia läuft bis 2022. Sven Schipplock Die Erwartungen an den Bundesliga erfahrenen Stürmer waren nach seinem Wechsel vom Hamburger SV hoch. Erfüllen konnte er sie in seiner ersten Saison bei Arminia nicht. Gerade mal 127 Zweitliga-Minuten absolvierte Schipplock bisher für den DSC. Der 30-Jährige, dessen Vertrag bis 2021 läuft, hatte zunächst Knie- und später Hüftprobleme. Schließlich wurde er an der Hüfte operiert. Ob und wann Schipplock wieder zur Verfügung stehen wird, ist offen. Prince Osei Owusu Der Stürmer, der von Hoffenheim II kam, konnte sich in der Hinrunde nicht gegen die etablierten Fabian Klos und Andreas Voglsammer durchsetzen. In der Winterpause wurde er an Drittligist 1860 München ausgeliehen, in der neuen Saison wird der 22-Jährige einen erneuten Anlauf beim DSC nehmen, wo er einen bis 2021 gültigen Vertrag hat.

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