Überglücklich: Leon Goretzka (rechts) und David Alaba jubeln nach dem 5:0 über Dortmund ausgelassen, Maskottchen Berni freut sich mehr nach innen. - © imago images / MIS
Überglücklich: Leon Goretzka (rechts) und David Alaba jubeln nach dem 5:0 über Dortmund ausgelassen, Maskottchen Berni freut sich mehr nach innen. | © imago images / MIS

Kolumne "Steinwurf" Der Titelkampf ist entschieden

Ich habe zwar erwartet, dass die Bayern im Topspiel gegen Dortmund dominant auftreten. Aber diese Deutlichkeit, im Leistungsunterschied der beiden Mannschaften genauso wie im Ergebnis, war dann doch überraschend. Es ist für mich völlig unverständlich, dass die Borussia als Team, das um den Titel mitspielt, so desolat aufgetreten ist. Das war Angsthasenfußball, die Körpersprache der Spieler war vom Anpfiff weg die eines Absteigers. "BVB einer Spitzenmannschaft unwürdig" Vielleicht hat Trainer Lucien Favre den Dortmundern vor dem Spiel zu sehr eingeimpft, dass sie vorsichtig sein müssen, dass die Gefahr bestehen könnte, mit ihrem offensiven Powerfußball in München ins Verderben zu laufen. Das ist die einzige mögliche Erklärung, die ich für diese mutlose Vorstellung habe. Es war jedenfalls einer Spitzenmannschaft unwürdig. Man könnte jetzt sagen, dass der BVB nun als Verfolger ohne Druck in die letzten sechs Begegnungen gehen und befreit aufspielen kann. So unbeschwert wie in der Vorrunde. Aber daran glaube ich nicht. Dafür waren die Leistungen schon vor dem Spiel bei den Bayern nicht mehr überzeugend genug. Ich habe vor dem Topspiel gesagt, dass die Dortmunder nur dann Meister werden, wenn sie in München gewinnen. Deshalb sage ich jetzt: Der Titelkampf ist entschieden, die Bayern werden es machen. Doch selbst wenn sie den Titel holen und dazu sogar noch den DFB-Pokal gewinnen, bin ich mir nicht sicher, dass Niko Kovac auch in der nächsten Saison Trainer dieser Mannschaft sein wird. Die Harmonie zwischen Spielern, Coach und Vorstand, die es braucht, um das ganz große Ziel, den Gewinn der Champions League, zu erreichen, ist nicht vorhanden. "Es fehlt die Überzeugung, dass Kovac der Richtige ist" Die Spieler stehen nicht voll hinter Kovac, das konnte man im Lauf dieser Saison immer wieder feststellen. Das Handyverbot, das er ausgesprochen und dann auf Druck der Mannschaft wieder aufgehoben und so an Autorität eingebüßt hat, ist nur ein Beispiel. Auch im Vorstand, bei Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, fehlt die 100-prozentige Überzeugung, dass Kovac der Richtige ist. Titelgewinne hin oder her: Auf der Trainerposition der Bayern könnte im Sommer etwas passieren.

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