Attacke gegen die Zaubermaus: Arminias Silvio Meißner grätscht im Bundesliga-Duell 1996 gegen Bochums Dariusz Wosz. - © Imago
Attacke gegen die Zaubermaus: Arminias Silvio Meißner grätscht im Bundesliga-Duell 1996 gegen Bochums Dariusz Wosz. | © Imago

Arminia Bielefeld Die denkwürdigsten Westfalen-Derbys zwischen Arminia und Bochum

Gegen keinen anderen Verein hat der DSC so viele Pflichtspiele bestritten wie gegen den VfL Bochum

Bielefeld. 56 Mal sind Arminia Bielefeld und der VfL Bochum seit 1965 aufeinandergetroffen, gegen keinen anderen Verein hat der DSC in diesem Zeitraum mehr Pflichtspiele bestritten. Die Bilanz aus Bielefelder Sicht: 16 Siege, 17 Unentschieden, 23 Niederlagen. Vor der nächsten Auflage des Westfalen-Derbys am Sonntag ab 13.30 Uhr in der Schüco-Arena schauen wir zurück auf die denkwürdigsten Duelle. Auf in die Bundesliga In der Saison 1969/70 spielen beide Vereine in der Regionalliga West um den Aufstieg. Das Hinspiel in Bochum hat der VfL mit 2:1 für sich entschieden, im Rückspiel auf der Alm benötigt Arminia im Frühjahr 1970 einen Sieg, um den Traum vom erstmaligen Sprung in die Bundesliga am Leben zu halten. Das gelingt in einem hart umkämpften Duell dank der Treffer von Ernst „Johnny" Kuster und Uli Braun. Der DSC gewinnt 2:0 und sichert sich wenig später die Teilnahme an der Aufstiegsrunde. In die will Trainerfuchs Egon Piechaczek aber lieber nicht als Tabellenerster gehen. Er lässt Bochum gern den Vortritt, um so dem großen Favoriten aus dem Süden, den Offenbacher Kickers, aus dem Weg zu gehen. Der Plan funktioniert: Arminia steigt auf, der VfL scheitert in der schwereren Relegationsgruppe. Ein Jahr später ist aber auch Bochum Erstligist. Der Sensation ganz nah In der ersten Runde des DFB-Pokals 1989 erkämpft die in die Drittklassigkeit abgestürzte Arminia auf der Alm gegen Bundesligist Bochum ein 0:0 nach Verlängerung. Im Rückspiel im Ruhrstadion führen die Arminen nach einem Eigentor des Bochumer Verteidigers Walter Oswald bis in die Nachspielzeit mit 1:0, ehe ein zweifelhafter Strafstoß („Ruhrpottmafia!"), den Thorsten Legat verwandelt, dem VfL eine Blamage erspart. In der Verlängerung setzt sich der Erstligist mit 4:1 durch. Dass sie dem DSC am Ende der Saison auch noch Libero Andreas Ridder wegnehmen, verübeln manche Arminia-Fans den Bochumern noch heute. Erstligist trotz 0:2 Nach tristen Jahren in der Oberliga Westfalen ist Arminia zur Saison 1995/96 immerhin zurück in der Zweitklassigkeit. Auch dort schaltet sich die Mannschaft um Uli Stein und Thomas von Heesen gleich in den Aufstiegskampf ein. Nach starkem Start mit sieben Partien ohne Niederlage hakt es zwischenzeitlich aber, in Chemnitz gibt es eine 1:5-Klatsche. Die Entscheidung fällt am 33. Spieltag in Bochum. Beim dortigen Meister verliert das Team von Trainer Ernst Middendorp mit 0:2 – und steigt trotzdem auf. Platz zwei ist dem DSC nicht mehr zu nehmen, weil Unterhaching und Zwickau zeitgleich patzen. Damit ist der Durchmarsch von der Regional- in die Bundesliga perfekt. Es ist Arminias vierter Aufstieg in die Erstklassigkeit. Zoff mit Wosz In der Saison nach dem gemeinsamen Bundesliga-Aufstieg 1996 trennen sich Arminia und der VfL im Hinspiel in Bochum 1:1. Unvergessen ist für viele Anhänger beider Klubs aber das Rückspiel: Im Februar 1997 verweigert Bochums Nationalspieler Dariusz Wosz auf der Alm dem Arminia-Kicker Silvio Meißner nach einem Foul den Handschlag. Die DSC-Fans toben, die „Zaubermaus" des VfL streckt ihnen später den „Effenberg-Finger" entgegen und macht sich damit in Bielefeld auf ewig unbeliebt. Die DSC-Anhänger dürfen sich immerhin über einen 3:1-Sieg ihrer Mannschaft freuen. Ein Ergebnis, mit dem sie sicher auch am Sonntag zufrieden wären.

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