Häufiger mit dem Fuß am Ball: Torwart Stefan Ortega, hier gegen Heidenheims Robert Andrich, beim Spielaufbau. Foto: Weische - © Christian Weische
Häufiger mit dem Fuß am Ball: Torwart Stefan Ortega, hier gegen Heidenheims Robert Andrich, beim Spielaufbau. Foto: Weische | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Arminias neue Spielidee sorgt für Raunen auf den Rängen

Ein mutiger und riskanter Aufbau eröffnet aber auch viele Möglichkeiten. Die Fans sind noch nicht sicher, was sie davon halten sollen

Bielefeld. Die neue Art und Weise, wie Arminias Zweitligaprofis seit der Systemumstellung das Spiel eröffnen, rief gegen Darmstadt höchst unterschiedliche Reaktionen der Fans hervor. Die breite Masse verfolgte das Geschehen etwas angespannt, aber lautlos. Einige pfiffen, andere applaudierten – selten gab es so gegensätzliche Resonanz. Seitdem die Mannschaft die Spiel-Philosophie ihres neuen Trainers Uwe Neuhaus mehr und mehr verinnerlicht, ist sie bemüht, über den Torwart, die beiden Innenverteidiger und einen sich zurückfallenden Mittelfeldspieler den Ball in die gegnerische Hälfte zu befördern. Dabei passiert es naturgemäß, dass die anlaufenden Offensivkräfte des Gegners den ballführenden Arminen unter Druck setzen. Ziel der Arminen ist es, dennoch den „langen Ball" zu vermeiden und den nächst freien Mitspieler zu finden. Dass der Ball einige Male von Spieler zu Spieler weitergegeben wird, lässt sich kaum vermeiden. „Man hört da schon Mal ein Raunen. Das ist aber okay, ein paar Leute müssen sich noch an unsere neue Spielweise gewöhnen", meinte Fabian Klos nach dem Sieg über Darmstadt. Die Reaktionen des Publikums müsse „die Mannschaft ausblenden", forderte Klos. Genau das erwartet Uwe Neuhaus von seinen Spielern. Mögliche Unmutsäußerungen von den Rängen könne man nicht verhindern, meinte der DSC-Trainer. Wichtig ist ihm, dass sich sein Team nicht aus der Ruhe bringen lasse. Gegen Darmstadt sei ihr das „bemerkenswert gut gelungen". Stefan Ortega, dem bei der neuen Variante eine wesentliche Rolle zukommt, räumt ein, dass „die flache Spieleröffnung risikobehaftet ist. Aber der Trainer will, dass wir so mutig spielen und wir haben auch die Mannschaft, um das zu lösen." Arminias Schlussmann geht davon aus, dass die Mannschaft weiter an Sicherheit gewinnt. Gegen Darmstadt gab es zwar einige brenzlige Szenen, in einigen Situationen haben die Darmstädter aber auch aufgegeben, anzulaufen und den Weg freigemacht. „Man hat gesehen, was sich für Möglichkeiten für uns entwickeln, wenn wir durch die erste Kette des Gegners durchgespielt haben", betonte Stefan Ortega.

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