Mitspielender Torwart: Arminia-Keeper Stefan Ortega (links) im Duell mit dem Heidenheimer Robert Andrich. - © Christian Weische
Mitspielender Torwart: Arminia-Keeper Stefan Ortega (links) im Duell mit dem Heidenheimer Robert Andrich. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld DSC-Torwart Ortega: „Viel zu viele Gegentore"

Bielefeld. Als er als kleiner Junge beim TSV Jahn Calden mit dem Fußball anfing, spielte Stefan Ortega im Feld. Lange dauerte es aber nicht, bis er seine wahre Bestimmung gefunden hatte. Ortega wurde Torhüter und ist es bis heute geblieben. Keine ganz schlechte Entscheidung, schließlich hat er es auf dieser Position zum Profi und auf bisher 122 Zweitliga-Einsätze für Arminia Bielefeld und 1860 München gebracht. Gleichwohl, erzählt der 26-Jährige vor dem Auswärtsspiel seiner Arminia am Freitag ab 18.30 Uhr bei Jahn Regensburg, „habe ich nie den Spaß verloren, im Feld zu spielen". Das trifft sich gut. Denn durch die taktische Umstellung, die Trainer Uwe Neuhaus Anfang des Jahres beim heimischen Zweitligisten vorgenommen hat, sind Ortegas fußballerische Fähigkeiten mehr denn je gefragt. "Bei den jetzigen Temperaturen ist das gar nicht so schlecht" In der Continental-Arena wird es am Freitag wieder zu sehen sein: Arminias Schlussmann erhält im neuen 4:3:3-System häufiger Zuspiele seiner Kollegen als noch während der Hinrunde. „Dadurch, dass wir versuchen, mehr in Ballbesitz zu bleiben, komme ich häufiger ins Spiel", bestätigt er. „Zehn bis 20 Ballkontakte mehr im Spiel" seien es, hat er bemerkt. „Das ist eine Umstellung", sagt Ortega – und zwar eine, die ihm gut gefällt: „Es macht mir Spaß, das Spiel zu eröffnen und Teil eines Angriffs zu sein, der zum Erfolg führt." Angenehmer Nebeneffekt: Der Torwart bleibt in Bewegung und warm. „Bei den jetzigen Temperaturen", meint er lächelnd, „ist das gar nicht so schlecht." Auch beim 2:0-Sieg gegen den Hamburger SV am vergangenen Samstag demonstrierte Ortega seine fußballerischen Fähigkeiten, spielte immer wieder die links und rechts von ihm tief wartenden Innenverteidiger Julian Börner und Brian Behrendt an und wählte erst unter gegnerischem Druck den langen Ball. Nur einmal nicht. Als Lewis Holtby auf ihn zustürmte, täuschte Ortega einen weiten Schlag nur an und verlud den Hamburger stattdessen mit einem frechen Haken. Auch Situationen wie diese sind es, die ihm Spaß machen. Zugleich weiß Ortega genau um die Gefahr eines solchen Manövers. „Das kann ich nicht zu oft wiederholen", sagt er, „die Gegner schauen sich das ja auch an." "Viel zu viele Gegentore" in dieser Saison Noch wichtiger, als das Spiel nach vorn zu tragen, ist Ortega ohnehin seine eigentliche Aufgabe: das Verhindern von Toren. Entsprechend zufrieden war der ehrgeizige Keeper, nach „viel zu vielen Gegentoren" in der laufenden Saison zuletzt endlich mal wieder zu null gespielt zu haben. „Das tat sehr gut", bestätigt er und berichtet: „Wir haben hinterher geflachst, denn wir wussten gar nicht mehr, wie sich das anfühlt." In dieser Meisterschaftssaison war Arminia zuvor nur am fünften Spieltag beim 0:0 in Magdeburg ohne Gegentreffer geblieben. „Da waren es noch 20 Grad, so lange ist das jetzt schon her", sagt er rückblickend, schaut aber zugleich nach vorn und fordert von seinen Mitspielern und sich selbst: „Es müssen noch einige Spiele dazukommen. Gegen den HSV war es ein Schritt in die richtige Richtung. Da hat man gemerkt, dass sich jeder reingeschmissen hat, um ein Gegentor zu vermeiden. Und dass es auch ganz geil sein kann, ein Tor zu verhindern." Überhaupt sei beim Vereiteln von Gegentoren die Mentalität entscheidend und nicht das Spielsystem. "Regensburg steht gut da und spielt guten Fußball" Genau so soll es in Regensburg weitergehen. Ortega und seine Kollegen wollen ihre neue, im HSV-Spiel gewonnene Stabilität verteidigen und den dritten Erfolg in Serie perfekt machen. Eine schwere Aufgabe, wie Arminias Torwart betont: „Regensburg steht gut da und spielt guten Fußball." Das tut Stefan Ortega aber auch.

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