Ausradeln im Turm: Geburtstagskind und DSC-Kapitän Julian Börner, vorn links, sieht die Mannschaft auf einem guten Weg. - © Wolfgang Rudolf
Ausradeln im Turm: Geburtstagskind und DSC-Kapitän Julian Börner, vorn links, sieht die Mannschaft auf einem guten Weg. | © Wolfgang Rudolf

Arminia Bielefeld Arminias Julian Börner blickt nur nach vorn

„Ich glaube, ich habe die schlechteste Hinrunde gespielt, seit ich bei Arminia bin", sagt der Kapitän

Benidorm. Julian Börners Handy wird sich am Montag häufiger bemerkbar machen. Der Mannschaftskapitän von Arminia Bielefeld wird 28 Jahre alt. Es ist nicht der erste Geburtstag, den er im Trainingslager verbringen muss. Als Profi weiß er jedoch um die Notwendigkeit einer gewissenhaften Vorbereitung. „Natürlich vermisse ich Frau und Kind und freue mich, sie bald wiederzusehen. Für uns als Mannschaft ist es aber wichtig, dass wir in Ruhe arbeiten und uns voll auf uns konzentrieren können", betont Börner. Die Mannschaft mache gute Fortschritte, findet er. „Es ist viel Neues für uns, aber wir sind als Mannschaft lernfähig und versuchen, alles bestmöglich umzusetzen. Ich denke, wir sind auf einem richtig guten Weg, aber natürlich ist noch Luft nach oben." Um das neue System zu vertiefen, spielen die Arminen während der Vorbereitung viel. „Die Kunst ist, schnell zu handeln, die Vorgaben umzusetzen und dabei auch auf den Gegner flexibel zu reagieren", sagt Börner. Das sei der nächste Schritt in der Entwicklung, den die Mannschaft gehen müsse. „Es gibt viele kleine Veränderungen" Auf die Innenverteidiger wie Börner kommt einiges zu bei der Spieleröffnung. „Den ersten Ball wollen wir haben. Da ist sicherlich auch ein gewisses Risiko dabei, aber wir müssen dann die Ruhe bewahren und Lösungen, die der Trainer uns an die Hand gibt, finden. Da sehe ich auch die ganze Mannschaft in der Pflicht", betont der DSC-Kapitän. Zu den Grundanforderungen des neuen Trainers zählten ein präzises, schnelles Passspiel. „Es gibt viele kleine Veränderungen", sagt Börner. Veränderungen zum Positiven, hofft er. Bei sich persönlich und die ganze Mannschaft betreffend. „Ich glaube, ich habe die schlechteste Hinrunde gespielt, seit ich bei Arminia bin. Das ist absolut nicht zufriedenstellend", gibt Börner selbstkritisch zu. Warum, sei nicht so einfach zu erklären: „Ich bin halt ein Mensch, keine Maschine und mache auch mal Fehler, da ist vieles Kopfsache gewesen." Die kurzfristige Suspendierung durch Jeff Saibene mag andeuten, dass das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaftskapitän insgesamt, vorsichtig ausgedrückt, angespannt war. „Ich will Vollgas geben" Mit dem neuen Coach Uwe Neuhaus, mit dem er sich länger unterhalten hat, sieht Börner die Chance auf eine Art Neuanfang mitten in der Saison. „Der Trainer weiß, was er an mir hat und was er von mir sehen will. Und ich werde alles dafür tun, um mich wieder in meine alte Verfassung zu bringen." Die Erfahrungen aus der Hinrunde hätten ihn als Mensch reifer gemacht. Er habe aus der Entwicklung gelernt und blicke nur nach vorn: „Ich will Vollgas geben, als Führungsspieler vorangehen und mich durch starke Leistungen für einen neuen Vertrag empfehlen." Börner würde gern in Bielefeld bleiben. Mit seiner Familie fühlt er sich am Teuto wohl, er weiß aber auch, dass die Verantwortlichen Alternativen suchen. Denn auch Stephan Salgers Vertrag läuft aus. „Arminia ist mein erster Ansprechpartner", sagt Börner. Im Hintergrund fänden Gespräche statt. Sein Berater sondiere aber auch den Markt. „Als Fußballer brauchst du einen Plan B." Börner hat es zum Teil selbst in der Hand, durch gute Leistungen seine Bedeutung für die Mannschaft zu unterstreichen und Trainer Uwe Neuhaus zu überzeugen.

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