Austausch: Markus Rejek (l.) im Gespräch mit seinem Vorredner Dr. Christoph Jürgenhake von Fraunhofer IEM. - © Dennis Angenendt
Austausch: Markus Rejek (l.) im Gespräch mit seinem Vorredner Dr. Christoph Jürgenhake von Fraunhofer IEM. | © Dennis Angenendt

Arminia Bielefeld DSC-Boss spricht über Chancen und Risiken im Fußballgeschäft

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Bielefeld. Ein Arbeitsplatz im Profifußball: Das ist für viele junge Menschen eine reizvolle Aussicht – und beschränkt sich keineswegs auf eine Tätigkeit als hoch dotierter Kicker. Diese Einschätzung bestätigte sich gestern durch die Vielzahl der Finger, die in die Höhe schnellten, als Markus Rejek beim Sportbusiness-Tag der Universität Bielefeld ins Auditorium fragte, wer sich einen Einstieg in diese Branche vorstellen könne. Der kaufmännische Geschäftsführer von Arminia Bielefeld nutzte seinen Vortrag nicht nur, um den akademischen Nachwuchs vom Besuch eines Spiels in der Schüco-Arena zu überzeugen. Sondern auch, um ihm abseits womöglicher finanzieller Verlockungen Chancen genauso wie Risiken und Nebenwirkungen einer Beschäftigung im Fußball aufzuzeigen. Managementfehler in der Vergangenheit Rejek (50) hat in verantwortungsvoller Position für Borussia Dortmund und 1860 München gearbeitet. Dass Stressresistenz eine wichtige Voraussetzung für den Job ist, erlebt er seit dem 1. Oktober 2017 bei Arminia. „Sie arbeiten unter maximalem Kontrollverlust", beschrieb er den Zuhörern den wesentlichen Unterschied zu anderen Branchen. Geht der Ball rein oder nicht, steigt die Mannschaft ab oder nicht: „Sie wissen nicht, was morgen passiert." Unerwartetes widerfuhr ihm selbst kurz nach seinem Antritt in Bielefeld beim Blick in die Bücher. Rejek skizzierte am Beispiel des DSC, wie Managementfehler der Vergangenheit – etwa bei den Planungen für den Bau der neuen Osttribüne der Schüco-Arena – in eine Schuldenspirale führen können. Auch, weil die Verteilung von Geldern im Profifußball diejenigen begünstige, die ohnehin schon mehr haben. „Irgendwann fangen Sie an, ihr Tafelsilber und damit die Zukunft zu verkaufen. Und dann verwalten Sie bald nur noch den Tod." Eine Insolvenz habe sich nur durch Transparenz gegenüber den Gläubigern abwenden lassen, ebenso dank der „Bindungskraft und Ausstrahlung, die der Fußball auf der ganzen Welt hat, vergleichbar nur mit der Musik". Eben dies hätten die Unternehmen erkannt, die den DSC als „Bündnis OWL" unterstützen und den wirtschaftlichen Kollaps verhinderten. Fußball, sagte Rejek, setze auch bei ihm „Emotionen und Energie" frei. Insofern sei ein Arbeitsplatz in dieser Branche durchaus empfehlenswert. Allen Unwägbarkeiten zum Trotz. Verfolgen Sie den Live-Ticker unserer Reporter Peter Burkamp und Wolfgang Rudolf (Fotos) aus dem Trainingslager in Benidorm:

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