Stefan Ortega (l.), Tom Schütz (m.) im Gespräch mit Arminia-Trainer Uwe Neuhaus. - © Wolfgang Rudolf
Stefan Ortega (l.), Tom Schütz (m.) im Gespräch mit Arminia-Trainer Uwe Neuhaus. | © Wolfgang Rudolf

Live aus dem Trainingslager Arminia-Torwart Stefan Ortega gefällt die neue Spielidee

Für den Schlussmann kommt das Trainingslager genau zur richtigen Zeit. Der Bielefelder warnt vor Sorglosigkeit

Benidorm. Entspannt sitzt Stefan Ortega auf einer der vielen Terrassen des Melia Villaitana. Arminias Torwart wagt einen Ausblick auf den bereits in zwei Wochen startenden Saisonwiederbeginn, nachdem er eine gute halbe Stunde zuvor noch auf dem Trainingsplatz die Bälle aus der Luft gepflückt und mit Paraden von der Torlinie gekratzt hatte. „Die Lage ist sicherlich ernst, aber ich bin prinzipiell guter Dinge, dass wir da rauskommen", sagt der 26-Jährige, der mit mehr als 100 Einsätzen zu den Routiniers beim heimischen Zweitligisten zählt. Wichtig sei, „dass wir die Situation nicht unterschätzen, und denken, wir schaukeln das schon". Ansehnlich spielen, so wie in Bochum oder in der ersten Halbzeit gegen Greuther Fürth, bringe nicht zwangsläufig die nötigen Punkte, erinnert Ortega an die Hinrunde und den Beginn der Krise, die die Arminen letztlich in Bedrängnis brachte. "Zu Beginn haben wir ein schweres Programm" „Wichtig ist, wie wir rauskommen. Zu Beginn haben wir ein schweres Programm mit den Spielen in Dresden und gegen den HSV", betont Ortega. Die Verpflichtung von Reinhold Yabo stimmt ihn allerdings ebenso optimistisch wie die gute Arbeit im Trainingslager. Die Winterpause sei „absolut wichtig für den Trainer und für die Mannschaft", um sich besser kennenzulernen und die Vorstellungen des neuen Coaches umzusetzen: „Uwe Neuhaus hat ja vor der Pause nur zwei Wochen Zeit gehabt. Da war nicht die Gelegenheit, etwas Neues auszuprobieren." Die Unterbrechung komme zum richtigen Zeitpunkt. Erst jetzt könne der neue Coach die Mannschaft wirklich näher kennenlernen und seine Spielidee, die anders als die von Jeff Saibene sei, ausprobieren. Und so wird auf dem Platz intensiv daran gearbeitet, das Auftreten in Ballbesitz zu optimieren. Zuletzt hatten viele DSC-Profis festgestellt, dass ihnen die „Lösungsmöglichkeiten" im Spiel nach vorn fehlten. Uwe Neuhaus befand zu Beginn seiner Tätigkeit, dass zu viel über den Torwart zurückgespielt worden sei. "Wir wollen den Ball auch mal in die Tiefe spielen" „Wie wir künftig auftreten wollen, passt zu mir", glaubt Ortega nach knapp zwei Wochen Vorbereitung. Ihm mache es Spaß, „wenn wir versuchen, von hinten das Spiel mit ein bisschen mehr Risiko zu eröffnen". Dazu gehöre der schnelle Weg nach vorn. „Wir wollen nicht so viel quer-quer spielen, sondern auch mal den Ball in die Tiefe spielen, um die Angreifer einzusetzen." Während der Übungseinheiten arbeiten die Arminen am neuen Konzept. In den Testspielen soll es erprobt werden. „Diese Partien sind wichtig. Zum einen wird sich jeder zeigen wollen. Zum anderen können wir sehen, was wir schon umsetzen und wo wir noch was machen müssen", sagt Ortega, der gegen 1860 München am Donnerstag auf seinen Ex-Verein trifft. Als Sohn eines Spaniers genießt Ortega den Aufenthalt im Land seines Vaters. Der stammt aus Cadiz, und die Familie war in den Ferien regelmäßig in Spanien. „Ich habe mir vorgenommen, mit meiner Freundin, die jetzt eineinhalb Jahre in Barcelona gelebt hat, demnächst Spanisch-Unterricht zu nehmen, um meine Kenntnisse zu vertiefen." Dann kann das nächste Trainingslager im Hotel Melia Villaitana an der Costa Blanca ja kommen.

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