Konzentriert bei der Sache: Arminias Joan Simun Edmundsson bereitet sich nach längerer Verletzungspause auf sein Comeback vor. - © Wolfgang Rudolf
Konzentriert bei der Sache: Arminias Joan Simun Edmundsson bereitet sich nach längerer Verletzungspause auf sein Comeback vor. | © Wolfgang Rudolf

Arminia Bielefeld Joan Simun Edmundsson: Arminias Rückkehrer ist voller Tatendrang

Der Rechtsaußen ist in dieser Saison der effektivste Offensivspieler des DSC. Auch mit seinem Wiedereinstieg nach Verletzung verbindet Trainer Neuhaus die Hoffnung auf einen sportlichen Aufschwung.

Bielefeld. Viele Fans sehnen seinen Einsatz herbei, und auch Joan Simun Edmundsson selbst ist ungeduldig. „Ich kann es nicht abwarten, endlich wieder auf dem Platz zu stehen", sagt der Rechtsaußen, der wegen einer Knieverletzung seit Mitte November ausfiel. Mit drei Toren und fünf Vorlagen ist er trotz seines Fehlens in den letzten fünf Spielen von Arminia Bielefeld des vergangenen Jahres noch immer bester Scorer seiner Mannschaft in dieser Saison. Eine Statistik, die einiges über Arminias Probleme verrät, zugleich aber verdeutlicht, wie wertvoll „Eddy" für Arminia ist. Logisch, dass auch Uwe Neuhaus in diesen ersten Tagen nach der Winterpause sehr genau darauf schaut, wie Edmundssons linkes Knie die Belastung verkraftet. Wie torgefährlich und spielstark der Linksfuß sein kann, hat der DSC-Coach schon selbst hautnah miterlebt. Als Arminia am zweiten Spieltag das zu diesem Zeitpunkt noch von Neuhaus trainierte Dynamo Dresden 2:1 besiegte, war Edmundsson mit einem Treffer und einer Torvorbereitung entscheidend beteiligt. Mit eben jenem Kicker, der ihn damals gewaltig ärgerte, verbindet Neuhaus nun die Hoffnung, Arminia nach den wenig erbaulichen Resultaten im letzten Quartal 2018 zu Erfolgen zu führen. Doch so gern er diesen kreativen Spieler schon im ersten Spiel des neuen Jahres am 30. Januar – übrigens in Dresden – dabei hätte: Neuhaus weiß, dass Druck kontraproduktiv sein kann. Zu einer Rückkehr ins Aufgebot sagt er: „Man kann keinen konkreten Zeitpunkt nennen." „Das Knie fühlt sich gut an" Druck macht sich Edmundsson zudem schon selbst. Zugleich ist er mit 27 Jahren erfahren genug, um zu wissen, dass er sich in seinem Tatendrang gelegentlich bremsen muss. „Das Knie fühlt sich gut an, ich habe keine Schmerzen. Aber es wäre keine gute Idee, sofort von null auf 100 Prozent zu gehen. Ich werde in den nächsten Tagen und Wochen nach und erhöhen." Deshalb nahm er beim Trainingsauftakt am Aufwärmprogramm und den Passübungen teil, nicht aber am abschließenden Spiel über den ganzen Platz. Stattdessen absolvierte Arminias Nummer 14 unter Anleitung von Athletiktrainer Reinhard Schnittker individuelle Lauf- und Ballübungen. Auch den Laktattest am Freitag absolvierte er ohne Probleme. Sein erstes halbes Jahr in Bielefeld betrachtet Edmundsson mit gemischten Gefühlen. In der Bilanz stehen ein verheißungsvoller Start genauso wie die sportliche Talfahrt seit dem Herbst. Auch für ihn persönlich lief es anfangs gut. Trotz zuvor sechs Monaten ohne Matchpraxis bei seinem vorherigen Verein Odense BK in Dänemark schaffte der erste Färinger im deutschen Profifußball beim DSC auf Anhieb den Sprung in die Startelf, seine Tore und Vorlagen erzeugten auch bei anderen Klubs Aufmerksamkeit. Mit der Zeit aber ließ Edmundsson, dessen Vertrag bei Arminia bis Sommer 2020 läuft, genauso wie seine Mitspieler nach. Und am 11. November ereilte ihn in Ingolstadt die Verletzung. Das geschah in der ersten Halbzeit, das späte 1:1 durch Fabian Klos bereitete er dennoch vor. „Vielleicht war es das Adrenalin in meinem Körper, das mich weiterspielen ließ", sagt Edmundsson, „heute verstehe ich gar nicht, wie ich das komplette Spiel bestreiten konnte." "Gutes Essen, Zeit mit Familie und Freunden" Die Winterpause verbrachte „Eddy" daheim in Toftir auf den Färöern, wo die Weihnachtsbräuche denen in Deutschland recht ähnlich seien. „Gutes Essen, Zeit mit Familie und Freunden und gemeinsam um den Baum tanzen", erzählt er und lacht. Die Zeit zu Hause nutzte er zudem, um an der Fitness zu arbeiten. Mit seinem jüngeren Bruder Andrias, der für Sunderland in England kickt, unternahm er einige Läufe – außer an den Tagen, an denen es auf seiner Heimatinsel im Nordatlantik zu sehr stürmte. „Es war gut, das Herz wieder zum Pumpen zu bringen und zu spüren, dass man lebt", sagt „Eddy", „jetzt bin ich mit neuer Energie zurück." Arminias Fans werden es gern hören.

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