Arminias Tom Schütz will die Situation beim DSC "noch nicht schönreden". - © Christian Weische
Arminias Tom Schütz will die Situation beim DSC "noch nicht schönreden". | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Schütz nach Sieg in Kiel: "Wir haben immer noch zu wenige Punkte"

Bielefeld. Die Laune bei Arminia Bielefeld steigt allmählich wieder. Mehr als zwei Monate lang trug der DSC einen immer schwerer werdenden Rucksack voller Negativerlebnisse mit sich herum, „jetzt sind alle etwas gelöster und befreiter", sagt Tom Schütz. Der 30-Jährige weiß, wovon er spricht. Als gemeinsam mit Fabian Klos dienstältester Arminia-Profi hat er seit 2011 so manche Krise durchlebt. Am Montag war die Welt an der Friedrich-Hagemann-Straße, so unbarmherzig der kalte Regen auch auf die Profis niederprasselte, wieder ein Stück weit in Ordnung: Uwe Neuhaus wich mit jugendlicher Leichtigkeit scharfen Pässen seiner Spieler aus, kuriose Treffer wurden von den Mitspielern süffisant kommentiert. „Aber wir können die Situation noch nicht schönreden", mahnt Schütz. „Wir haben immer noch zu wenige Punkte auf dem Konto." Am Wochenende, meint der Mittelfeldspieler, könne man das in Ordnung bringen. Am Samstag gastiert der 1. FC Heidenheim in Ostwestfalen, nur zwei Tage später wartet auch so mancher Arminia-Profi auf die weihnachtliche Bescherung. Für Schütz fühlt sich die vorweihnachtliche Spielvorbereitung aber nicht anders an als sonst. „Das ist doch jedes Jahr so, dass vor Weihnachten noch gespielt wird." Schütz erwartet vom FC Heidenheim keine Geschenke Keinen Hehl macht er daraus, dass er zusätzliche Motivation verspüre, „wenn man weiß, dass es danach zur Familie geht." Durchgeplant sei die Vorbereitung auf die besinnlichen Tage im Hause Schütz schon länger. „Da habe ich aus den vergangenen Jahren gelernt", scherzt der gebürtige Bamberger. „Wenn man Kinder hat, plant man ein bisschen anders." Vor dem Fest wird der Akku bei den Profis ein letztes Mal gefüllt. Mit Heidenheim kommt keine Laufkundschaft, stellt Schütz mit Nachdruck fest. „Sie spielen eine vernünftige Saison, haben gut gepunktet." Die Württemberger hätten ihre Herangehensweise in diesem Jahr ein wenig umgestellt. Schütz: „Sie spielen mehr Fußball statt lange Bälle." "Wir tun uns gegen spielstarke Gegner leichter" Ein Charakteristikum, das den Blauen momentan entgegenkommt. Denn auch Tom Schütz hat bemerkt: „Offensichtlich tun wir uns gegen spielstarke Gegner leichter." Das hohe Pressing funktioniere dann deutlich besser, „wir haben mehr Gelegenheiten, den Ball zu erobern". In Kiel führte das zu vielen DSC-Großchancen, neben seiner Vorlage zum 2:1 per Freistoßflanke leitete Schütz den ersten Treffer mit beherzter Grätsche ein. „Man muss dem Team eben mit dem helfen, was man am besten kann", sagt der 30-Jährige, der die Erwartungshaltung nach dreieinhalb Monaten ohne Heimsieg gut einschätzen kann: „Die Fans wollen unbedingt wieder einen Dreier zuhause."

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