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Kopfballstark: Mannschaftskapitän Julian Börner gelang in der Schlussphase das Tor zum 2:1. - © Christian Weische
Kopfballstark: Mannschaftskapitän Julian Börner gelang in der Schlussphase das Tor zum 2:1. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Arminias Krise ist Geschichte

Beim Debüt von Uwe Neuhaus gelingt dem DSC durch Treffer von Klos und Börner ein 2:1-Auswärtssieg in Kiel. Ein überraschend selbstbewusster Auftritt ist der Schlüssel zum Befreiungsschlag

Jan Ahlers
14.12.2018 | Stand 15.12.2018, 08:23 Uhr |

Kiel. Im Vorfeld hatte Uwe Neuhaus angekündigt, die Veränderungen bei seiner Premiere auf das Nötigste beschränken zu wollen. Tatsächlich fanden sich im Vergleich zum Sandhausen-Heimspiel aber drei neue Gesichter in der Startelf ein: Kapitän Julian Börner startete neben Brian Behrendt im Defensivzentrum, Anderson Lucoqui rückte im 4-4-2-System auf den linken Flügel und Cedric Brunner in die rechte Verteidigung. Arminia schaffte es – ähnlich wie zwei Wochen zuvor in Paderborn – einer spielstarken Mannschaft durch frühes Anlaufverhalten von Beginn an sehr effektiv die Freiräume zu nehmen. Die Belohnung dafür hatten Anderson Lucoqui (18.) und Tom Schütz (20.) auf dem Fuß. Gerade Lucoqui, der aus 14 Metern ziemlich unbedrängt abschließen durfte, vergab seine Gelegenheit zu leichtfertig. Auf der Gegenseite rettete Börner per Grätsche gegen Kingsley Schindlers Schuss (21.), zehn Minuten darauf musste Stefan Ortega gegen eine wuchtige Direktabnahme von Johannes van den Bergh erstmals eingreifen. Bielefeld hatte dennoch den besseren Matchplan – und so war das, was folgte, die fällige Konsequenz: Tom Schütz behauptete an der linken Torauslinie den Ball und Lucoqui bediente in der Folge Fabian Klos, der aus der Drehung das 1:0 für die Gäste markierte (34.). Das war auch der Pausenstand, weil Voglsammer kurz vor dem Ende der Halbzeit frei vor Kronholm Nerven zeigte (45.). Selbstbewusste Arminen hatten beeindruckten Gastgebern bis dato den Schneid abgekauft, was auch die Torschussbilanz von 11:3 für die Ostwestfalen unterstrich. Zwei Tore fallen in der zweiten Halbzeit Holstein wollte seine Serie von acht Spielen ohne Niederlage nicht kampflos abgeben. Kurz nach dem Wiederanpfiff schepperte der Pfosten (47.), Ortega wäre beim Versuch von van den Bergh machtlos gewesen. Eine Minute darauf hatte Jae Sung Lee den Ausgleich auf dem Fuß, traf das Leder nicht richtig. Arminia versuchte sich an Entlastung, wankte aber gehörig, als Lees zweiter Versuch knapp über die Latte strich (53.). Und doch hätte Keanu Staude kurz darauf den zweiten Treffer nachlegen können, als Kronholm mit tollem Reflex abwehrte (55.). Es war jetzt ein mitreißendes, tolles Fußballspiel, in dem Arminia durch Voglsammer einen weiteren Hundertprozenter liegen ließ (58.), den Gegner anschließend aber wieder weiter vom eigenen Tor weghielt – bis eine Slapstick-Einlage unvermittelt das 1:1 brachte: Börner, bis dato mit hervorragender Leistung, legte per Kopf unfreiwillig für David Kinsombi vor, dessen Lattentreffer wiederum vor den Füßen des einschussbereiten Janni Serra landete (74.). Angesichts des Spektakels war der Verlauf der Schlussviertelstunde vorgezeichnet. Holstein drängte, Arminia konterte – heraus sprangen Topchancen auf beiden Seiten. Und wer schrieb das finale Kapitel? Julian Börner, natürlich. Der vor Wochenfrist noch suspendierte Kapitän stieg nach einem Freistoß von Schütz am höchsten, köpfte zum 2:1-Endstand ein (81.) und schenkte Uwe Neuhaus den bestmöglichen Auftakt: einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf.

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