Trainer Jeff Saibene sind die Negativserie und ein schwaches Spiel am Sonntag zum Verhängnis geworden. - © Christian Weische
Trainer Jeff Saibene sind die Negativserie und ein schwaches Spiel am Sonntag zum Verhängnis geworden. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Kommentar: Mit Saibenes Rauswurf allein ist es nicht getan

Peter Burkamp
10.12.2018 | Stand 11.12.2018, 06:07 Uhr

Bielefeld. Arminias Verantwortliche haben die Reißleine gezogen. Jeff Saibene ist nicht mehr Trainer. Der Trend sprach gegen ihn. Zehn Pflichtspiele ohne Sieg waren eine zu schwere Hypothek, dazu die schwache Vorstellung gegen den Ligavorletzten Sandhausen. Es stehen zwar noch vier Klubs schlechter als der DSC, die Entscheider hatten zuletzt offenbar aber keine Hoffnung mehr, mit Saibene die Wende zu schaffen. Ein Abstieg, gerade jetzt, wo Arminia die vor Jahren kaum denkbare Entschuldung schafft, würde die Entwicklung zurückwerfen. Insofern ist die Entscheidung, jetzt einen Schnitt zu machen, mit einem neuen, unbelasteten Coach frische Impulse setzen zu wollen, nachvollziehbar. Der Neue hat zwei Spiele und die bevorstehende Wintervorbereitung, um seine Vorstellungen umzusetzen. Sehr wahrscheinlich bekommt er auch die eine oder andere Verstärkung. Doch der Blick darf nicht nur nach vorn gehen. Die Frage, die sich die Verantwortlichen zwingend stellen müssen, lautet: Was ist passiert, dass der umjubelte Trainer, der mit dem Klassenerhalt 2017 Existenzielles für das Überleben des Klubs beigetragen hat, und der in der Saison darauf Vierter geworden ist, mit einem Großteil der selben Spieler aktuell so schlecht abschneidet? Engeren Wegbegleitern ist aufgefallen, dass sich Saibene in den vergangenen Monaten verändert hat. Um das Verhältnis zu Sportchef Samir Arabi war es schon seit Längerem nicht zum Besten bestellt. Und wenn sich die sportliche Leitung uneins ist, fliegt fast immer der Trainer. Für die Kontrollgremien bleibt es dennoch eine dringliche Aufgabe zu bewerten, warum sich die beiden entzweiten. An den grundsätzlichen Trainerqualitäten Saibenes zu zweifeln, fällt jedenfalls in der Rückschau schwer. Vielleicht ist er mit Krisen überfordert. Vielleicht sind es aber auch Machtstrukturen und Abhängigkeiten innerhalb des DSC, die sich ungünstig entwickelt haben. Da braucht es von Seiten der Kontrollgremien einen unabhängigen fachkundigen Beobachter, der nah dran ist, negative Entwicklungen rechtzeitig wahrnimmt und eingreift. Auf der Trainerposition fehlt es seit Jahren an Kontinuität. Jeff Saibene hatten viele zugetraut, länger zu bleiben. Es hat wieder einmal nicht geklappt.

realisiert durch evolver group