Drin oder nicht drin? Den Kopfball von Manuel Prietl wehrt Sandhausens Torwart Marcel Schuhen mit Mühe ab, eventuell aber erst hinter der Linie. - © Christian Weische
Drin oder nicht drin? Den Kopfball von Manuel Prietl wehrt Sandhausens Torwart Marcel Schuhen mit Mühe ab, eventuell aber erst hinter der Linie. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Kritische Lage nach verpasstem Heimsieg

Die Bielefelder bieten in der Offensive zu wenig. Nur Voglsammer trifft.

Peter Burkamp
09.12.2018 | Stand 10.12.2018, 05:04 Uhr

Bielefeld. Die Enttäuschung war groß. Beim Trainer, bei den Spielern und bei den Fans. Die Liste der Ligaspiele ohne Sieg erhöht sich auf neun Partien in Folge. Wenigstens spielen die anderen Kellerkinder weiter mit und für den DSC. Keine der Mannschaften, die unter Arminia in der Tabelle rangiert, schaffte einen Dreier. Umso wichtiger wäre der Befreiungsschlag gegen Sandhausen gewesen. "Ein Punkt ist zu wenig" Doch wieder ist es nur bei guten Vorsätzen geblieben. Die Folge ist, dass die Position von Trainer Jeff Saibene weiter instabil bleibt. Die Klub-Verantwortlichen blicken besorgt auf die anhaltende Negativserie, die Tabelle und vor allem auf die Perspektive. Trauen sie Jeff Saibene zu, in Kürze die Wende einleiten zu können? Das ist die Frage, die in den nächsten Tagen beantwortet werden muss. „Wir werden die Situation miteinander analysieren und alle Informationen bewerten. Aus der Enttäuschung heraus eine schnelle Entscheidung zu fällen, wäre falsch", sagte Sport-Chef Samir Arabi, der gegen den Vorletzten mehr erwartet hatte. So wie Brian Behrendt: „Ein Punkt ist zu wenig. Wir wollten unbedingt gewinnen." Von einem Rückschritt gegenüber der Vorstellung in Paderborn wollte der Innenverteidiger aber nicht sprechen. „Die erste Halbzeit war in Ordnung", meinte er. Andreas Voglsammer befand in Bezug auf die ersten 45 Minuten gar, „dass wir es richtig gut gemacht haben". Vielleicht haben sich die Gastgeber in ihrer Einschätzung der eigenen Leistung davon blenden lassen, dass sie im ersten Durchgang fast 70 Prozent Ballbesitz hatten und bis auf eine Ausnahme kurz vorm Pausenpfiff keine gefährliche Situation der extrem defensiv agierenden Sandhausener zugelassen hatten. „Noch nie so ein klares Abseits gesehen" Arminia selbst bot aber zu wenig in der Offensive. Feldüberlegen ja, bis auf einige Flanken und einen Kopfball von Tom Schütz ließ der Angriff jedoch viel zu wünschen übrig. „Wir hatten das Spiel komplett im Griff, hinten war alles gut, vorn fehlten die absolute Überzeugung, die Präzision und die Dynamik", sagte Jeff Saibene. Und dann unmittelbar nach Wiederbeginn der „riesen Nackenschlag" , wie der Trainer die Umstände, die zum 0:1 führten, beschrieb: „Ich habe noch nie so ein klares Abseits gesehen. Das müssen fast zwei Meter gewesen sein." Der regelwidrige Rückstand brachte die Arminen zunächst komplett aus dem Konzept. „Was das mit dem Kopf macht, hat man gesehen. Verunsicherung pur, aber das ist nur menschlich", sagte Brian Behrendt. Es dauerte eine Zeit, bis sich die Gastgeber sortiert hatten. In dieser Phase hatten sie Glück, dass Fabian Schleusener am Pfosten scheiterte. Ohne spielerische Linie Ohne spielerische Linie, dafür mit großem Willen stemmten sich die Arminen ab der 55. Spielminute gegen die Niederlage. Ein Prietl-Kopfball, ein Schuss von Klos, ein Freistoß von Schütz – Sandhausens Torwart Marcel Schuhen wuchs über sich hinaus und verhinderte den Ausgleich – bis Voglsammer in bester Mittelstürmermanier abstaubte (79.) Die Arminen bemühten sich anschließend, Optimismus auszustrahlen. „Es ist eine ganz schwere Situation zur Zeit, wir haben noch zwei Spiele bis zur Winterpause, die wollen wir positiv gestalten", sagte Brian Behrendt. Immerhin habe man nicht verloren, und „das ist in unserer Situation das, was zählt. Wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken."

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