Unzufrieden: Sandhausens Trainer Uwe Koschinat hat mit seiner neuen Mannschaft erst einmal gewonnen. - © imago/Pressefoto Baumann
Unzufrieden: Sandhausens Trainer Uwe Koschinat hat mit seiner neuen Mannschaft erst einmal gewonnen. | © imago/Pressefoto Baumann

Arminia Bielefeld Trainerwechsel bei Arminias Gegner bisher ohne die gewünschte Wirkung

Uwe Koschinat startete stark, inzwischen sind der im Oktober verpflichtete Coach und seine Mannschaft aber seit sechs Spielen ohne Sieg.

Philipp Kreutzer

Bielefeld. „Was mir Sorgen bereitet, sind die vielen und viel zu einfachen Gegentore." Ein Satz, wie ihn Jeff Saibene oder Samir Arabi in dieser Saison schon mehrfach hätten sagen können. Gesprochen hat ihn jetzt aber weder der Trainer noch der Sportchef des DSC Arminia Bielefeld, sondern Otmar Schork. Der ist Geschäftsführer des Bielefelder Zweitliga-Rivalen SV Sandhausen und fürchtet angesichts von schon 24 kassierten Treffern – das sind übrigens genauso viele Gegentore wie auch Arminia bereits bekommen hat – den Abstieg seiner Mannschaft. Am Sonntag tritt der Tabellenvorletzte in der Schüco-Arena an, Anstoß ist um 13.30 Uhr. Wie brenzlig die Lage der Kurpfälzer ist, verdeutlicht neben der Tabelle die Tatsache, dass sie schon früh in der Saison den Trainer gewechselt haben. Uwe Koschinat löste Mitte Oktober Kenan Kocak ab, der mit der Mannschaft aus den ersten neun Spielen nur fünf Punkte geholt hatte. Perfekter Start mit 4:0 gegen Ingolstadt Dem von Drittligist Fortuna Köln geholten neuen Coach gelang mit einem 4:0-Heimsieg über Ingolstadt ein perfekter Einstand. Seitdem aber haben die Sandhäuser nicht mehr gewonnen, sie holten in fünf Meisterschaftspartien nur zwei Punkte und schieden zudem wie Arminia in der zweiten Runde des DFB-Pokals aus. In Heidenheim gab es ein 0:3. Der Trainerwechsel hat noch nicht die erhoffte Wirkung entfaltet. Die Probleme liegen vor allem in der Defensive. In Tim Kister und Tim Knipping fehlen Sandhausen die etatmäßigen Innenverteidiger, beide sind verletzt. Koschinat nahm vor dem jüngsten Spiel einen Torwartwechsel vor, setzte Niklas Lomb auf die Bank und brachte Marcel Schuhen. Doch auch der konnte die 1:2-Heimniederlage gegen Heidenheim nicht verhindern. Schuhen soll auch in Bielefeld zwischen den Pfosten stehen. „Das ist eine Entscheidung bis zur Winterpause", sagte Koschinat. Fraglich ist dagegen, ob Rurik Gislason in Bielefeld auflaufen kann. Der Isländer vom Typ Model, dessen Follower-Zahlen bei Instagram bei der WM im Sommer explodierten, musste im Heidenheim-Spiel wegen Rückenschmerzen ausgewechselt werden. Saisonziel ist schon korrigiert Wenig zufriedenstellend ist auch die Sandhäuser Bilanz der Neuzugänge: Elf Spieler holte der SVS im Sommer, zu regelmäßigen Einsätzen kommen aber nur Abwehrmann Jesper Verlaat und Angreifer Fabian Schleusener. „Wir haben mehr erwartet", räumt Jürgen Machmeier ein. Sandhausens Präsident stärkt Trainer Koschinat trotz der Sieglosserie den Rücken: „Er verrichtet einen Super-Job." Zugleich hat der Präsident aber schon das Saisonziel korrigiert. Nachdem sich die Hoffnung, erneut eine „sorgenfreie Runde" zu spielen, zerschlagen hat, spricht Machmeier inzwischen nur noch davon, irgendwie den Klassenerhalt zu schaffen. Er erwartet für seine Mannschaft „Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag".

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