Gesprächsbereit: DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer (links) und Geschäftsführer Markus Rejek, hier bei der Jahreshauptversammlung am 12. November, diskutierten jetzt mit Fans. - © Christian Weische
Gesprächsbereit: DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer (links) und Geschäftsführer Markus Rejek, hier bei der Jahreshauptversammlung am 12. November, diskutierten jetzt mit Fans. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Arminia diskutiert mit Fans über die Entwicklung des Profifußballs

Geschäftsführer Markus Rejek und Präsident Hans-Jürgen Laufer sprechen unter der Überschrift „Quo vadis, Profifußball?“ mit etwa 50 DSC-Fans.

Jan Ahlers

Bielefeld. Dass der Dialog mit der eigenen Basis für einen Fußballverein mehr als eine leere Floskel sein kann, demonstrierte jetzt Arminia Bielefeld. Geschäftsführer Markus Rejek und Präsident Hans-Jürgen Laufer diskutierten unter der Überschrift „Quo vadis, Profifußball?" mit etwa 50 DSC-Fans über Sorgen, Ängste und Probleme im Profifußball – und wie Arminia aktiv gegenwirken kann. Englische Wochen und Länderspielpausen in der Diskussion 45 Minuten lang schwiegen zuletzt die allermeisten Fanszenen, um gegen Montagsspiele zu protestieren. Mit Erfolg, die überwiegende Mehrheit der Vereine stimmte für die Abschaffung. Rejek bewertet das positiv. „Es heilt nicht alle Wunden der Vergangenheit, sie abzuschaffen. Aber es ist ein Anfang", sagte er und erzählte, dass bei Zusammenkünften der Vereine auch über Englische Wochen gesprochen wurde. „Wir wollen so wenige wie möglich", bekräftigte er. Zudem habe es Überlegungen gegeben, etwa die Länderspielpausen in der 2. Liga zu überdenken. „Allerdings wäre der Wettbewerbsnachteil für manche Teams aufgrund der Abstellungen zu groß." Ein weiterer Schwerpunkt war die zunehmende Abgrenzung der Bundesliga zur Zweiten Liga. „Ich gucke kaum noch erste Liga", sagte ein Fan, „dafür aber viel mehr Arminia als früher. Weil es hier glaubwürdiger ist." Rejek dürfte sich darüber gefreut haben, zugleich betrachtet er aber die größer werdende Ertragsspanne zwischen Erst- und Zweitligisten mit Sorgenfalten: „Als Zweitligist kann man sich wegen des großen Gehaltssprungs kaum noch einen Aufstieg leisten." Stadionatmosphäre kann wichtiger sein als Sponsoreneinnahme Arminia müsse darauf achten, anders zu sein. Als Beispiel nannte Rejek das Einblenden der Blitztabelle auf der Stadion-Anzeigetafel, nachdem St. Pauli neulich durch ein Tor in Bielefeld an die Spitze gerückt war. „Das passte einfach nicht", sagte er. Die Stadionatmosphäre sei „in dem Moment einfach wichtiger", dafür müsse man zur Not auf die von einem Sponsor präsentierte Tabelle verzichten.

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