Alles im Griff: Arminias Manuel Prietl bringt den Ball im Duell mit Paderborns Angreifer Sven Michel unter Kontrolle. - © Christian Weische
Alles im Griff: Arminias Manuel Prietl bringt den Ball im Duell mit Paderborns Angreifer Sven Michel unter Kontrolle. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Manuel Prietl: Arminias flexibler Fixpunkt

Der Österreicher zählt unter Trainer Jeff Saibene zu den festen Größen beim DSC. Jetzt hat er der Österreicher gezeigt, dass er nicht nur als Sechser in Frage kommt.

Philipp Kreutzer

Bielefeld. Defensives Mittelfeld: So lautet die gängige Positionsbeschreibung von Manuel Prietl. Tatsächlich aber beschränken sich seine Fähigkeiten keineswegs darauf, als Sechser vor der Abwehr aufzuräumen. Beim 2:2 in Paderborn agierte der Österreicher jetzt in Ermangelung personeller Alternativen erstmals in einem Pflichtspiel für Arminia als Innenverteidiger – und zeigte eine starke Leistung. Sein Trainer Jeff Saibene fand ihn sogar „überragend". Unaufgeregt und abgeklärt Weil die etatmäßigen Innenverteidiger Julian Börner und Stephan Salger in Paderborn nicht zur Verfügung standen, war Saibene zum Handeln gezwungen. Beim Abschlusstraining fragte der Trainer bei Prietl nach, ob er sich vorstellen könne, eine der beiden Positionen in der Abwehrzentrale zu bekleiden. Prietl konnte. „Ich habe das in Österreich schon zwei, drei Mal in der Dreierkette gespielt", erzählte der 27-Jährige nach dem Spiel genauso unaufgeregt und abgeklärt wie er sich zuvor auf dem Rasen präsentiert hatte. Was Prietl üblicherweise als Sechser auszeichnet und zum Fixpunkt in Saibenes Überlegungen macht, zeigte der Spieler auch in der Benteler-Arena – nur eben weiter hinten als sonst: Geschick im Zweikampf genauso wie frühzeitiges Erahnen von gegnerischen Pass- und Laufwegen. In Verbindung mit seiner eigenen Laufstärke führte das dazu, dass Prietl mehrfach schon dort stand, wo die Paderborner hinwollten. Das wiederum verlieh der gesamten Mannschaft Stabilität und ein dringend benötigtes Gefühl von Sicherheit. Die Abstimmung mit seinem Nebenmann Brian Behrendt, mit dem Prietl sich auch privat versteht, funktionierte bestens. „Ja, ich habe mit Brian gut kommuniziert", bestätigte er den Eindruck, „aber die Mannschaft hat generell gut gegen den Ball gearbeitet, und dann war es für uns auch einfacher." "Schade, dass wir uns nicht belohnt haben" Die beiden Gegentreffer vermochten allerdings auch die beiden Innenverteidiger nicht zu vermeiden. Vor allem über den späten Ausgleich ärgerte sich Prietl sehr: „Wir haben ein gutes Spiel gemacht und sind verdient in Führung gegangen. Dann ist es sehr bitter, dass du, wenn du sowieso nicht vom Glück verfolgt bist, so ein Gegentor bekommst. Ein Sieg hätte uns allen richtig gutgetan. Wir wissen, dass wir es können, aber wenn du seit Wochen Niederlagen einstecken musst, dann ist das nicht einfach zu verarbeiten. Es war ein guter Schritt nach vorn. Schade, dass wir uns nicht belohnt haben." Nach inzwischen neun Pflichtspielen ohne Sieg soll es am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen den SV Sandhausen endlich klappen. Nach den Eindrücken von Paderborn ist es durchaus vorstellbar, dass Manuel Prietl dazu erneut als Innenverteidiger beitragen soll.

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