Dankbar: DSC-Trainer Jeff Saibene bei den Fans. - © Christian Weische
Dankbar: DSC-Trainer Jeff Saibene bei den Fans. | © Christian Weische

Arminia Das vorläufige Ende der Trainerdiskussion bei Arminia

Die Bielefelder treten in Paderborn mit einem dezimierten Aufgebot, dafür aber mit großer Leidenschaft auf. Die Körpersprache stimmt auch bei Jeff Saibene. Richtig liegt der Coach zudem mit der taktischen Ausrichtung der Mannschaft

Philipp Kreutzer

Paderborn. Sie hatten sich schon auf den befreienden Siegesjubel gefreut, doch dann machte das späte Gegentor den rund 2.000 mitgereisten Arminia-Fans einen Strich durch die Rechnung. Trotzdem feierten sie Jeff Saibene nach dem Abpfiff mit Sprechchören und verlangten: „Wir woll’n den Trainer seh’n!" Saibene kam der Aufforderung selbstverständlich nach. Zurück in den Stadionkatakomben sprach er von einem „bewegenden Moment. Da spürt man, dass etwas zusammengewachsen ist. Die Fans haben ein sehr feines Gespür – danke dafür!" Ein Zeichen für den Coach, der aufgrund der Sieglosserie in die Kritik geraten war, hatten zuvor auch Arminias Profis gesetzt. In Paderborn zeigten sie sich gegenüber dem 0:1 gegen Duisburg klar verbessert. Auch wenn es nicht für den ersehnten Sieg und das Ende der Negativserie reichte: Die Trainerdebatte ist fürs Erste vom Tisch. Das bestätigte Samir Arabi. Der Sportchef sagte außerdem: „Das war ein sehr guter Auftritt der Mannschaft. Vielleicht braucht sie so eine Situation wie diese, so einen Impuls, um zu sagen: Jetzt erst recht!" Überraschende Aufstellung Die erste Überraschung des Abends bot sich schon beim Blick auf die Aufstellungen. Die Bielefelder gingen lediglich mit einem 17er-Kader in die Partie. Neben dem gesperrten Brunner fehlten verletzungsbedingt Edmundsson, Massimo, Seufert, Schipplock und Quascher, zudem musste Kapitän Börner wegen einer Grippe kurzfristig passen. Salger stand nach einigen unglücklichen Aktionen in den vergangenen Spielen aus sportlichen Gründen nicht im Aufgebot. Voglsammer und Christiansen rückten in die Startelf, Christiansen bildete mit Tom Schütz die „Doppel-Sechs". Dafür spielte Manuel Prietl in der Innenverteidigung. Mit der ungewohnten Rolle kam er sehr gut zurecht und zählte zu Arminias Besten. „Natürlich hätten wir lieber gewonnen", sagte Prietl, „aber wir nehmen das Gefühl dieser guten Leistung mit." Keine Verunsicherung Trotz der Umstellungen wirkte Arminia keineswegs verunsichert. Nachdem die Mannschaft gegen Duisburg extrem defensiv aufgetreten war, ließ Saibene seine Offensivakteure mutig und wohldosiert pressen. Als die Paderborner Mitte der ersten Hälfte besser ins Spiel kamen, ging Saibene, eigentlich ein ruhiger Typ, an der Seitenlinie emotional mit und diskutierte immer wieder mit dem Schiedsrichtergespann. Beim Trainer stimmten genauso wie bei seinen Spielern Einsatz und Körpersprache. Stürmer Fabian Klos verriet hinterher: „Wir haben uns in der Woche darauf geeinigt, dass wir mutig auftreten wollen, dass das für uns der Weg ist, um da rauszukommen." Saibene sagte: „Jeder hat den anderen unterstützt. Wenn wir mit dieser Leidenschaft und diesem Mut auftreten, werden wir Punkte holen."

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